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Die frühen Europäer. Jäger-Sammler und Ackerbauern-
Viehzüchter. Die Neolithisierung.
 
 Barbara Bramanti,     Joachim Burger,     Ruth Bollongino
 

Co-Worker:   Friedrich Lüth,   Thomas Terberger,   Stephen Shennan,
     Peter Forster,   Ron Pinhasi,   Christina Papageorgopoulou,
     Jens Lüning,  Johannes Krause,   Dan Bradley   Mark Thomas,
 
 Michael Hofreiter,     und das BEAN-Team

 
Vor etwa 10 000 Jahren entschieden sich Menschen im Nahen Osten, nach und nach von einer wildbeuterisch-nomadisierenden Lebensweise zu einer sesshaft-agrikulturellen überzugehen. Ein heikles Unterfangen, bedenkt man, welch großes Risiko es bedeutet, seinen Lebensunterhalt auf noch nicht recht kultivierte Pflanzen und halbwilde Tiere zu gründen.
Nach dem Überschreiten des Bospo-rus tritt die Kultur des Neolithikums 8500 Jahre vor unserer Gegenwart zum ersten Mal in Europa auf. In Fundplätzen in türkisch Thrakien, Rumänien oder Griechenland sehen wir das voll entwickelte Neolithikum, samt seiner Häuser, Steinwerkzeuge, Tongefäße und Haustiere. Ziege und Schaf wurden ebenso wie das Rind aus Anatolien bzw. dem Nahen Osten, wo sie domestiziert wurden, nach Europa eingeführt und dienten dem Menschen als Fleischlieferant, wie wir aus zahlreichen Schlachtabfällen in archäologischen Fundplätzen sehen können. Wer waren die Träger dieser Kultur, woher kamen sie? Eine populär gewordene genetische Studie der 1980er Jahre behauptet, dass Neolithiker aus Anatolien über den Balkan nach Europa eingewandert wären und dort die ansässigen Europäer, die noch immer Wildbeuter waren, verdrängt hätten. Einige, vor allem kontinentaleuropäische Archäologen, vertreten dagegen die Theorie, dass sich lediglich die Idee der Sesshaftigkeit ausgebreitet hätte, ohne dass Menschen dabei migrierten.
 

Abb. 1: Die Verbreitung der neolithischen Lebensweise innerhalb Europas (aus Burger & Thomas 2011).
 

 






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