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Die Pest
 
 Barbara Bramanti,  Stephanie Hänsch
 
Co-Worker:   Raffaella Bianucci,   Elisabeth Carniel,   Michael Schultz
 
 
Die Pest ist wohl die bedeutendste und furchterregendste Infektionskrankheit, die den europäischen Kontinent bis ins Jahr 1750 heimgesucht hat. Der Erreger der letzten Epidemie wurde erst vor einem Jahrhundert als Yersinia pestis identifiziert. Es ist allerdings noch völlig unklar, ob tatsächlich alle „Pest“-Wellen auf diesen Erreger zurückgeführt werden können und welche Varianten des Erregers für die unterschiedlichen europäischen Epidemien verantwortlich sind.

Obwohl die drei großen Pandemien alle als Pest bezeichnet werden, vermuten manche Historiker, dass andere Infektionserreger für die Seuchen verantwortlich sein könnten. So werden alle mittelalterlichen und spätere archäologischen Fundorte mit einem oder mehreren Massengräbern und ohne historische Berichte häufig mit der Pest in Verbindung gebracht – obwohl einige andere Seuchen und Ereignisse (zum Beispiel Hunger oder andere Katastrophen) zu solch großem kollektiven Tod geführt haben können.

Die aDNA-Analyse ist hier die beste Methode um den wahren Epidemienauslöser zu identifizieren. Die Analyse von aDNA aus den Skelettfunden der Pestopfer sowie die neuen genomweiten DNA-Analysemethoden werden nunmehr nicht nur den ultimativen Todesbeweis durch die Pest, sondern auch die phylogenetischen Informationen des Erregers zu Tage fördern.

Eine bestehende Kooperation mit internationalen Forschern bietet zusätzliche Unterstützung bei der Interpretation der Ergebnisse.

Das Projekt wird durch die Universität Mainz (FP1_2007: Evolutionsgeschichte des Pesterregers Yersinia pestis) und die DFG (BR2965/2-2: Infektionsresistenz gegen Cholera und Pest als Selektionsfaktor menschlicher Evolution) finanziert.










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