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Domestikation des Pferdes
 
 Christine Weber,   Joachim Burger
 
Co-Worker:   Norbert Benecke   Thomas Jansen
 
 
Vor 55 Millionen Jahren begann die Entwicklung der Equidae mit dem Hyracotherium, einem kleinen sich vegetarisch ernährenden Waldtier. Aus diesem evolvierte die Gattung Equus, zu dem auch das heute weit verbreitete, domestizierte, Hauspferd Equus caballus gezählt werden kann. Im Früh- und Mittelholozän war der Vorfahre von Equus caballus, Equus ferus, das Wildpferd, in Europa und Asien weit verbreitet. Archäologische Daten deuten darauf hin, dass unter „Equus ferus“ mehrere Arten zusammengefasst werden können.
Im Rahmen einer laufenden Dissertation soll die Phylogenie der Wildpferde und die Abstammung der frühen Hauspferde mittels ancient DNA Analysen untersucht werden (Abb. 1). Dabei handelt es sich um eine interdisziplinäre Arbeit mit Prof. Norbert Benecke vom Deutschen Archäologischen Institut (DAI, Berlin) und Dr. Arne Ludwig vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW, Berlin).
 
Abb. 1: Netzwerk aus HVS I-Sequenzen der mitochondrialen DNA rezenter (nach Jansen et al. 2002) und prähistorischer Pferde. Die schwarzen Unterlegungen kennzeichen die aDNA-Proben (aus Weber 2005).
 
 
Bei den zu untersuchenden Proben handelt es sich um archäologische Wild- und Hauspferdfunde aus dem Spätglazial, Früh-/Mittelholozän aber auch um Probenmaterial jüngeren Datums (bis ca. 2000 v. Chr.) aus Europa und Asien. Die molekulargenetische Untersuchung konzentriert sich auf die HVS I (hypervariablen Region I) der mitochondrialen DNA. Es handelt sich hierbei um eine hochpolymorphe Region, die sich aufgrund einer erhöhten Mutationsrate für phylogenetische Untersuchungen gut eignet. Zukünftig sollen auch Y-chromosomale loci zur Erfassung der paternalen Variabilität untersucht werden.






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