Die Quantenelektrodynamik (QED) ist eine der bekanntesten und bestüberprüften Theorien der
zeitgenössischen Physik und war dementsprechend Gegenstand einer großen Zahl stringenter
Tests. Das SPECTRAP-Experiment soll einen solchen Test der QED an gebundenen Systemen wie
Ionen durchführen, wo insbesondere die Effekte der Vakuum-Polarisation und Selbst-Energie
eine bedeutende Rolle spielen. Die vom Kern verursachten hohen Feldstärken am Ort eines
Elektrons sind in hoch geladenen Ionen unübertroffen und verursachen starke Beiträge
dieser Effekte zur Physik der gebundenen Elektronen. Daher sollen insbesondere
wasserstoffartige Ionen mit laserspektroskopischen Methoden untersucht werden, wo nur ein
einzelnes Elektron an einen Kern gebunden ist.
Entsprechende Experimente wurden bereits zuvor an Ionen wie Pb81+ und Bi82+ durchgeführt,
waren aber in ihrer Genauigkeit und demzufolge auch in ihrer Aussagekraft eingeschränkt.
Dies ist auf die hohe Geschwindigkeit der Ionen in jenen Experimenten zurückzuführen und
auf den zugehörigen Doppler-Effekt. Um diesen zu minimieren, werden die Ionen im
SPECTRAP-Experiment in einer Penning-Falle gespeichert und in ihrer Bewegung auf die
Temperatur von flüssigem Helium abgekühlt, was den Einfluss des Doppler-Effekts um etwa
drei Größenordnungen gegenüber den vorigen Experimenten reduziert. Die optische
Transparenz der Falle erlaubt die axiale Einstrahlung eines Anregungslasers und eine
Detektion des Fluoreszenzlichts senkrecht dazu.
Kryogene Penningfalle und PMT Detektor zum Nachweis des
Fluoreszenzlichts - klicken für größere Version
Das Magnetfeld, welches für die Speicherung der Ionen in einer Penning-Falle benötigt
wird, stammt hier von einem supraleitenden Magneten in einer Helmholtz-Konfiguration.
Dieser Magnet wurde zuvor in Berkeley am ReTrap-Experiment betrieben und in Kollaboration
mit Prof. Dieter Schneider vom LBLN und Prof. David Church von der Texas A&M zur GSI nach
Darmstadt transferiert. Derzeit wird der Magnet umkonfiguriert und für die geplanten
Experimente vorbereitet. Diese finden in Zusammenarbeit mit dem Imperial College London
und den Universitäten Münster und Darmstadt statt. Wir suchen ambitionierte Studenten, die
an der Weiterentwicklung und der Durchführung des Experiments interessiert sind.
Überblick über den supraleitenden Magneten in Helmholtz-
Konfiguration - klicken für größere Version
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