Kollineare Laserspektroskopie ist eine bewährte Methode zur Bestimmung der
Eigenschaften von Grund- und Anregungszuständen der Kerne seltener kurzlebiger
radioaktiver Isotope. Sie erlaubt die Bestimmung des Kernspins und der Eigenschaften der
Kernform, wie etwa das magnetische Dipolmoment und das elektrische Quadrupolmoment,
sowie der Änderung des mittleren quadratischen Ladungsradius des Kerns. Diese
extrahierten Parameter liefern grundlegende Informationen über die Struktur von Kernen
fern der Stabilität.
Um radioaktive Isotope zu erhalten, haben wir mit dem Aufbau eines kollinearen
Laserspektroskopie-Experiments am TRIGA Forschungsreaktor der Universität Mainz
begonnen. Ein Uran- oder Californium-Target wird nahe am Reaktorkern in einer
Target-Kammer platziert werden und einem starken Neutronenfluss von ca.
10^11 Neutronen/cm^2 ausgesetzt sein. Die Produkte der neutroneninduzierten Spaltung
werden anschließend mittels Puffergas thermalisiert und durch ein Gasjet-System zu einer
Ionenquelle transportiert. Das Transportgas ist mit Aerosol-Clustern durchsetzt, um die
Spaltprodukte in der Kammer zu adsorbieren, welche nachfolgend durch eine kleine
Kapillare zu einer Ionenquelle geleitet werden. Dort wird das dünne Transportgas
entfernt und die Spaltprodukte werden ionisiert, damit ein radioaktiver Ionenstrahl
entsteht.
TRIGA Forschungsreaktor der Universität Mainz
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Nach Beschleunigung und Massenseparation tritt der Strahl in ein Switchyard ein und
kann dann entweder zu einer kryogenen Penningfalle oder zu unserem kollinearen
Spektroskopie-Aufbau geführt werden.
Das He Gasjet-System - klicken für größere Version
Um am Ionenstrahl Laserspektroskopie durchzuführen, wird dieser mittels
Ablenkungskondensator mit dem Anregungslaser überlagert. Die Wellenlänge des Lasers im
Ruhesystem des Strahls hängt von der Ionengeschwindigkeit ab (Doppler-Verschiebung). Der
Strahl wird daher durch elektrostatische Linsen abgebremst , um die Wellenlänge auf
Resonanz mit dem Atomübergang abzustimmen. Der gesamte Resonanzbereich kann abgetastet
werden, indem man die Bremsspannung variiert während die Laserwellenlänge konstant
gehalten wird und die Resonanz wird durch Fluoreszenz im optischen Bereich beobachtet.
Für den Fall, dass die Ionenwellenlängen nicht brauchbar für Standard-Lasersysteme
sind, ermöglicht eine optionale Ladungsaustauschzelle die Transformation des schnellen
Ionenstrahls in einen Atomstrahl.
Überlagerung des Ionenstrahls mit dem Anregungslaser mittels
Ablenkungskondensator - klicken für größere Version
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