Test of QED in strong fields by spectroscopy of hyperfine structure in
highly ionized bismuth
Motivation
Die Quantenelektrodynamik (QED) ist eine der am besten getesteten physikalischen Theorien.
Das gilt allerdings nur in relativ kleinen Feldern. Die QED in extremen Feldern wurde noch
nicht so genau untersucht.
Fig. 1: E fields in hydrogen-like ions
Fig. 2: B fields in hydrogen-like and lithium-like ions
Im Labor kann man nur Feldstärken von etwa 1013 V/cm bzw. 104 T erzeugen. In
wasserstoffähnlichen Ionen befinden sich Elektronen in Feldern, die um einige
Größenordnungen stärker sind. Dementsprechend groß werden die Einflüsse der QED-Effekte auf
die Übergangswellenlängen der Hyperfeinstruktur (HFS). In wasserstoffähnlichem Bismut
(Bi82+) beträgt der Anteil etwa 10-2. Allerdings ist der Unsicherheit des
Bohr-Weißkopf-Effektes etwa gleich groß. Um dennoch den QED-Effekt quantitativ testen zu
können, müssen Daten der 1s- und 2s-Orbitale verglichen werden [1]. Bi82+ wurde im
Vorgängerexperiment [2] auf fast 10-4 genau vermessen, Bi80+ (lithiumähnlich) nur auf 10-2.
In diesem Experiment soll auch Bi80+ auf besser als 10-4 vermessen werden.
Experimental implementation
Die HFS in Bi80+ beträgt etwa 1550 nm. Die Ionen werden bei Energien von ~400 MeV/Nukleon
erzeugt und im Experimentellen Speichering (ESR) an der GSI gespeichert. Bei kollinearer
Überlagerung des Ionenstrahles mit dem Laserstrahl verschiebt sich die Anregungswellenlänge
auf etwa 650 nm.
Nach dem Einschuss in den ESR werden die Ionen mit dem Elektronenkühler auf etwa Δp/p=10-5
gekühlt und in zwei Bunche der Länge ~8 m geteilt.
Ein gepulster, Nd-YAG gepumpter Farbstofflaser schießt mit 50 Hz immer nur auf den einen
Bunch, der andere bleibt unbeleuchtet. Sowohl der Laser als auch die Geschwindigkeit der
Ionen können gescannt werden.
Durch die lange Lebensdauer des oberen HFS-Niveaus von ~150 ms fluoreszieren die Ionen auf
ihrem gesamten Umlauf und können auf der gegenüberliegenden Seite des ESR detektiert werden.
Fig. 3: Sketch of ESR with excitation region and detection region
Ein Spiegelsystem im Ring lenkt die Floureszenzphotonen auf einen Channel Photo Multiplier
(CPM), im alten Aufbau des 2004 nicht geglückten Versuches Avanlanche Photo Diode (APD).
Das Signal aus dem beleuchteten Bunch wird mit dem des unbeleuchteten Bunches verglichen.
Nur so kann das Signal (ca. 40 Hz) vom Untergrund (ca. 200 Hz) unterschieden werden.
Fig. 4: New optimized mirror system with movable copper mirror
Im März 2010 wurde eine neue Detektoreinheit in den ESR kurz nach dem Gastarget eingebaut (siehe Fig. 4).
Sie besteht aus einem Parabolspiegel, der in der Mitte eine langgezogene Ausfräsung
besitzt, so, dass man den Spiegel in den gekühlten Strahl hineinfahren kann, um so die
maximal blauverschobenen und vom relativistischen Strahl vorwiegend in Vorwärtsrichtung
ausgesendeten Photonen effizient auf einen Photomultiplier oder einen anderen
Einzelphotonendetektor zu lenken. Dieser Detektor wurde in Kollaboration mit der Gruppe
von Prof. Christian Weinheimer in Münster entwickelt.
References
[1]
Shabaev, V. M., A. N. Artemyev,
V. A. Yerokhin, O. M. Zherebtsov, and G. Soff,
Towards a Test of QED in Investigations of the Hyperfine Splitting in Heavy Ions,
Phys. Rev. Lett. 86 (2001) 3959
[2]
Klaft, I., S. Borneis, T. Engel,
B. Fricke, R. Grieser, G. Huber, T. Kühl, D. Marx, R. Neumann, S. Schröder, P. Seelig,
and L. Völker, Precision laser spectroscopy of the ground state hyperfine splitting of
hydrogenlike 209Bi82+, Phys. Rev. Lett. 73 (1994) 2425
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