Arno Schilson

 

Biographie:

Geb. 19. 1. 1945 in Lorch (Rheingau)

1964-1969 Studium der Philosophie und der Katholischen Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main

1969  Theologisches Abschlussexamen ebd.

1969 Priesterweihe, anschließend pastoraler Dienst

1971-1973 Promotionsstudium in Tübingen und Promotion zum Dr. theol. 1973 ebd. mit der Arbeit Geschichte im Horizont der Vorsehung. G. E. Lessings Beitrag zu einer Theologie der Geschichte, Mainz 1974

1974-81 Wissenschaftlicher Assistent an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen am Lehrstuhl von Prof. Dr. Walter Kasper

1981 Habilitation für Dogmatik und Dogmengeschichte mit der Arbeit Theologie als Sakramententheologie. Die Mysterientheologie Odo Casels, Mainz 1982, 21987

WS 1981 o. Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte am Fachbereich Katholische Theologie der Universität Mainz

Seit WS 1984 o. Professor für Abendländische Religionsgeschichte am Fachbereich Geschichtswissenschaft ebd.

1993 – 1997 Präsident der Internationalen Lessing Society mit Sitz in Cincinnati (USA)

1994  Mehrwöchige Kongreß- und Vortragsreise nach Amerika mit zahlreichen Vorträgen an verschiedensten Universitäten, die Themen im Zusammenhang mit Romano Guardini, Odo Casel und Gotthold Ephraim Lessing behandelten

1996 Mitglied der Theologischen Sektion der Bayerischen Benediktinerakademie

1997 Ständiger Mitarbeiter an der Zeitschrift "Herder-Korrespondenz"

1997-2001 Senior Editor des "Lessing Yearbook"

 

 

Forschungsschwerpunkte:

 

Einer der vorrangigen neueren Forschungsschwerpunkte ist die Herausforderung durch eine neue, sich wesentlich säkular gestaltende Religion und die Frage nach einer angemessenen Würdigung und Einordnung dieser unerwarteten säkularen Religiosität (Link: Medienreligion). Da diese sich vor allem einer symbolischen Ausdrucksweise bedient, sich also maßgeblich in-direkt und un-greifbar äußert, gilt deren Entschlüsselung als vorrangige Aufgabe. Sowohl über die  Erforschung dieser "neuen Religiosität" als auch, gleichsam komplementär dazu, über Grundfragen von Liturgie und Sakramenten handeln eine Fülle einschlägiger Arbeiten.

 

Kaum weniger Raum nimmt die jahrzehntelange eindringliche Befassung mit Gestalt, Werk und Wirkungsgeschichte Gotthold Ephraim Lessings ein. Als deren vorläufiger Höhepunkt ist  die Allein- bzw. maßgebliche Mit-Herausgabe dreier sorgfältig kommentierter Bände der neuen Ausgabe von Lessings "Werken und Briefen" im Deutschen Klassiker Verlag, Frankfurt am Main, zu betrachten, die Lessings Werke sowie die nachgelassenen Fragmente und Entwürfe aus den letzten Lebensjahren (1774-1781) enthalten. Ergänzend widmen sich  einschlägige Arbeiten der Religions- und Theologiegeschichte des 18. Jahrhunderts, also der Zeit der Aufklärung.

 

Durch die Habilitationsschrift wurde ein erster, wirkungsgeschichtlich wichtiger Durchbruch erreicht für die breiter ausgreifende Erforschung der (zu jener Zeit nahezu vergessenen) Geschichte der katholischen Theologie in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, dem sich weitere einschlägige Studien zu anderen dominanten Gestalten des theologischen und religiösen Denkens dieser Jahrzehnte anschlossen. Hier ist v. a. der Denker und Religionsphilosoph Romano Guardini zu nennen. Der Erforschung seines Werkes sowie Anstößen dazu sind etliche Bücher und Beiträge seit 1986 gewidmet. Diese Konzentration auf Guardini wird auch durch die maßgebliche Mitwirkung im "Guardini-Studienkreis" dokumentiert, der sich jährlich auf Burg Rothenfels trifft, dabei einschlägige Diskussionen zum Stand und zu den noch offenen Fragen der Guardini-Forschung führt sowie neuere, und zwar sowohl bereits abgeschlossene als auch begonnene Studien zu Guardinis weitverzweigtem Werk kritisch-sympathisch begleitet hat und noch immer begleitet.

 

Erwähnenswert ist schließlich auch die kontinuierliche, gelegentlich auf gewichtige Stichworte ausgreifende Mitarbeit bei  der Neuauflage des "Lexikon für Theologie und Kirche" (vor allem bei einschlägig christologischen Artikeln, aber auch bei solchen Artikeln, welche die theologische Szene des 18. Jahrhunderts betreffen), bei der Neuauflage des Nachschlagewerks "Religion in Geschichte und Gegenwart" sowie in sämtlichen bisherigen Auflagen und in der eben erscheinenden Neuauflage des "Neuen Handbuchs Theologischer Grundbegriffe".

 

Als jüngstes Forschungsprojekt, das sich bereits über mehrere Jahre hin erstreckt, kann die Erarbeitung eines Faszikels für Band 2 des "Handbuchs der Liturgiewissenschaft" gelten, der dem Thema "Anthropologische und theologische Grundlagen des Gottesdienstes" gewidmet ist. Dem voraus gingen zahlreiche Arbeiten, die sich mit den hier zu behandelnden Themen, Aspekten und Problemen befaßten.

 

Etliche Buch- und Zeitschriftenpublikationen sowie Lexikon-Artikel  zu unterschiedlichsten Themen (mehr als 170) sowie eine Fülle von Rezensionen (über 200) sind anzuführen, darunter neben der oben bereits genannten Dissertation sowie der Habilitationsschrift u. a.:

 

(Gemeinsam mit Walter Kasper): Christologie im Präsens. Kritische Sichtung neuer Entwürfe, Freiburg – Basel – Wien 1974 (41980; Übersetzungen ins Franz. [1979], ins Ital. [1979] sowie ins Portugies. [1990]).

Lessings Christentum, Göttingen 1980.

Perspektiven theologischer Erneuerung. Studien zum Werk Romano Guardinis, Düsseldorf 1986.

(Hrsg.) : Gottes Weisheit im Mysterium. Vergessene Wege christlicher Spiritualität, Mainz 1989.

(Hrsg., gemeinsam mit Klemens Richter): Den Glauben feiern. Wege liturgischer Erneuerung, Mainz 1989.

Medienreligion. Zur religiösen Signatur der Gegenwart, Tübingen-Basel 1997.

"...auf meiner alten Kanzel, dem Theater". Über Religion und Theater bei Gotthold Ephraim Lessing, Göttingen 1997.

(Hrsg., gemeinsam mit Joachim Hake): Drama "Gottesdienst". Zwischen Inszenierung und Kult, Stuttgart – Berlin – Köln 1998.

(Hrsg., gemeinsam mit Hans Maier und Hermann Josef Schuster): Guardini Weiterdenken II. Schriftenreihe des Forums Guardini, Bd. 8,  Berlin 1998.

(Allein- bzw. Mit-Hrsg.): Gotthold Ephraim Lessing, Werke und Briefe, Bde. VIII, IX und X, Frankfurt am Main 1989, 1993 und 2001.