Dr. Felix Römer
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Felix Römer wurde 1978 in Hamburg geboren und studierte von 1998 bis 2003 Mittlere und Neuere Geschichte, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Alte Geschichte in Kiel und Lyon. Nach dem Abschluss seines Dissertationsprojekts zur Geschichte des Kommissarbefehls, das er als Stipendiat der Graduiertenförderung des Landes Schleswig-Holstein (2004) und der Gerda Henkel Stiftung (2004-2007) in Freiburg i.Brsg. realisierte, wurde er 2007 an der Universität Kiel promoviert. Seit 2008 ist er Stipendiat der Fritz Thyssen Stiftung und Mitarbeiter im Projekt „Kriegswahrnehmung und Kollektivbiographie“ am Historischen Seminar der Universität Mainz, wo er zugleich als Lehrbeauftragter tätig ist. Im Winter 2008/09 war Felix Römer außerdem Postdoc-Fellow am Deutschen Historischen Institut in Washington D.C. Im Sommersemester 2010 vertrat er Prof. Dr. Sönke Neitzel am Historischen Seminar der Universität Mainz.
Forschung
Fritz Thyssen Projekt „Kriegswahrnehmung und Kollektivbiographie. Referenzrahmen von Wehrmachtssoldaten 1942 - 1945“
Dieses von der Fritz Thyssen Stiftung geförderte Forschungsprojekt dient der Erarbeitung einer Monographie über die Mentalitätsgeschichte der Wehrmacht. Es basiert auf dem neu entdeckten Aktenbestand aus dem US-Verhörlager Fort Hunt, in dem von 1942 bis 1945 rund 3000 deutsche Kriegsgefangene befragt und belauscht wurden. Der mehr als 100.000 Seiten umfassende Aktenbestand öffnet neue Zugänge zur Geschichte der Wehrmacht und ihrer Soldaten.
Dieses von der Gerda Henkel Stiftung geförderte Forschungsprojekt dient der Erarbeitung einer kommentierten Quellenedition über die deutsche Kriegführung an der Ostfront während des Zweiten Weltkriegs. Es basiert auf dem neu entdeckten Tagebuch des prominenten Nationalsozialisten Theodor Habicht, der von 1941 bis 1944 als Kompaniechef gegen die Rote Armee kämpfte. Dieses einzigartige Selbstzeugnis umfasst rund 1500 Seiten und zeigt den Krieg aus der Nahperspektive der Frontsoldaten in bislang einmaliger Unmittelbarkeit.
Veröffentlichungen
Monographie:
- Der Kommissarbefehl. Wehrmacht und NS-Verbrechen an der Ostfront 1941/42, Paderborn [u. a.] 2008
Rezensionen
Newsletter des Fritz Bauer Instituts
Plazierung "Sachbücher des Monats" von SZ, NDR, FAZ, WELT, ZEIT, NZZ u.a.
Jahrbücher für die Geschichte Osteuropas
Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus
Zeitschrift für Geschichtswissenschaft
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Aufsätze:
- Milieus in the Military. Soldierly Ethos, Nationalism and Conformism among Workers in the Wehrmacht, in: Journal of Contemporary History (zum Druck angenommen)
- Literarische Vergangenheitsbewältigung. Alfred Andersch und seine Gesinnungsgenossen im amerikanischen Vernehmungslager Fort Hunt, in: Jörg Döring / Markus Joch (Hrsg.), Alfred Andersch revisited. Werkbiographische Studien im Zeichen der Sebald-Debatte, Berlin 2011 (im Druck)
- "A New Weapon in Modern Warfare". Militärische Nachrichtendienste und strategische "Prisoner of War Intelligence" in Vernehmungslagern der USA, 1942-1945’, in: Christian Gudehus / Sönke Neitzel / Harald Welzer (Hg.), "Der Führer war wieder viel zu human, viel zu gefühlvoll". Der Zweite Weltkrieg aus der Sicht deutscher und italienischer Soldaten, Frankfurt a.M. 2011, S. 116-139.
- Volksgemeinschaft in der Wehrmacht? Milieus, Mentalitäten und militärische Moral in den Streitkräften des NS-Staates, in: Christian Gudehus / Sönke Neitzel / Harald Welzer (Hg.), "Der Führer war wieder viel zu human, viel zu gefühlvoll". Der Zweite Weltkrieg aus der Sicht deutscher und italienischer Soldaten, Frankfurt a.M. 2011, S. 55-94
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Die Wehrmacht und der Kommissarbefehl. Neue Forschungsergebnisse, in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 69 (2010), S. 243-274
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The Wehrmacht in the War of Ideologies: The Army and Hitler’s Criminal Orders on the Eastern Front, in: Alex J. Kay / Jeff Rutherford / David Stahel (Ed.): Germany's Total War in the East: 1941 and the Radicalization of Nazi Policy, New York/Oxford 2011 (im Druck)
- Alfred Andersch abgehört. Kriegsgefangene "Anti-Nazis" im amerikanischen Vernehmungslager Fort Hunt, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 58 (2010), S. 563-598
- Gewaltsame Geschlechterordnung. Wehrmacht und „Flintenweiber“ an der Ostfront 1941/42, in: Klaus Latzel / Franka Maubach / Silke Satjukow (Hrsg.): Soldatinnen. Gewalt und Geschlecht vom Mittelalter bis heute, Paderborn [u.a.] 2011, S. 331-351
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„Seid hart und unerbittlich…“ Gefangenenerschießungen und Gewalteskalation im deutsch-sowjetischen Krieg 1941/42, in: Sönke Neitzel / Daniel Hohrath (Hrsg.), Kriegsgreuel. Die Entgrenzung von Gewalt in kriegerischen Konfliken vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert , Paderborn [u. a.] 2008, S. 317-335
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„Im alten Deutschland wäre solcher Befehl nicht möglich gewesen“. Rezeption, Adaption und Umsetzung des Kriegsgerichtsbarkeitserlasses im Ostheer 1941/42, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 56 (2008), S. 53-99
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Truppenführer als Täter: das Beispiel des Majors Günther Drange, in: Christian Hartmann (Hrsg.), Von Feldherren und Gefreiten, München 2008, S. 69-80
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„Im Kampf festgestellte Greuel dürften auf das Schuldkonto der politischen Kommissare kommen“. Die Befolgung des Kommissarbefehls im Kontext der Brutalisierung des deutsch-sowjetischen Krieges 1941/42, in: Timm C. Richter (Hrsg.), Krieg und Verbrechen. Situation und Intention. Fallbeispiele, München 2006, S. 185-195
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zusammen mit Johannes Hürter: Alte und neue Geschichtsbilder von Widerstand und Ostkrieg, Zu Hermann Gramls Beitrag „Massenmord und Militäropposition“, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 54 (2006), S. 301-322
- Das Heeresgruppenkommando Mitte und der Vernichtungskrieg im Sommer 1941. Eine Erwiderung auf Gerhard Ringshausen, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 53 (2005), S. 451-460
Artikel und Online-Publikationen:
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„Absondern, erschießen“, in: SPIEGEL ONLINE, 12. Dezember 2008
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"Kein Problem für die Truppe", in: DIE ZEIT, Nr. 45 (30. Oktober 2008), S. 102
- "Der Kriegsgerichtsbarkeitserlass", in: 100(0) Schlüsseldokumente zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert
- "Der Kommissarbefehl", in: 100(0) Schlüsseldokumente zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert
- "Das Geheimnis von P.O. Box 1142", in: SPIEGEL ONLINE, 4. Januar 2010
-
"Kein Problem für die Truppe". Der Kommissarbefehl, in: ZEIT Geschichte, Heft 2/2011, S. 42-45
Rezensionen:
Für Sehepunkte, Nordost-Archiv und Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte
Lehrveranstaltungen
WS 2008/2009:
- Übung zur Neuesten Geschichte: Der Zweite Weltkrieg und deutsche Wehrmachtssoldaten im Spiegel mentalitätsgeschichtlicher Quellen
SS 2009:
- Proseminar zur Neuesten Geschichte: „Schild und Schwert der Partei“. Die Geschichte der Stasi 1945 – 1990 (Teilnehmerevaluation: Gesamtnote 1,5)
WS 2009/2010:
- Proseminar zur Neueren Geschichte: Die Kultur des Hochimperialismus und der Weg in die Urkatastrophe: Mentalitäten und Internationale Beziehungen 1890 - 1914
- Seminar am Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung: Die Wehrmacht im NS-Staat. Quellen und Kontroversen
SS 2010:
- Übung: Einführung in Grundlagen, Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft
- Proseminar zur Neueren Geschichte: Der europäische Kolonialismus im 19. Jahrhundert
WS 2010/2011:
- Hauptseminar zur Neuesten Geschichte (gemeinsam mit Prof. Dr. Sönke Neitzel): Medien im Nationalsozialismus
Exkursionen
- "Das Erbe des MfS". Tagesexkursion nach Erfurt im SoSe 2009 (in die BStU-Außenstelle und das ehemalige MfS-Untersuchungsgefängnis in Erfurt). Gefördert durch die Freunde der Universität Mainz e.V

