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Editor:
Dr. med.
H. Jastrow


Nutzungs-
bedingungen
Miniaturbildübersicht Blutschranken (Impedimenta):
Bereits bezeichnete Abbildungen lassen sich durch Anklicken des Textes aufrufen!
1.) Blut-Luft Schranke (Terminologia histologica: Claustrum aerosanguineum; englisch: blood air barrier)
Blut-Luftschranke
in der Lunge (Ratte)
Übersicht
Blut-Luft-Schranke (Ratte)
Alveole, Pneumo-
cyt Typ1 (Ratte)
Pneumocyt = Alveolar-
epithelzelle vom Typ 1 (Ratte)
Lungenkapillare
 (Ratte)
Blut-Luft Schranke Lun-
genkapillare (Ratte)
Details zum Aufbau der Schranke finden sich hier.
2.) Blut-Liquor Schranke
Blut-Liquor
Schranke 1 (Ratte)
Blut-Liquor
Schranke 2 (Ratte)
Ependymzelle und Blut-
Liquor Schranke (Ratte)
3.) Blut-Hirn Schranke
Venole im ZNS
(Ratte)
Großhirn: Kapillare mit
Endothelzelle (Ratte)
4.) Blut-Harn Schranke
Basalmembran einer 
Glomerulumkapillare (Affe)
idem
(Ratte)
Niere: Podocyt,
Filtrationsbarriere
Podocyten und
Glomerulumschlingen (Affe)
Basalmembran im
Flachanschnitt (Affe)
Bowmann Kapsel
+ Glomerulum (Affe)
Zwischen den Endothelzellen der Glomerularkapillaren der Nierenkörperchen und dem Primärharn enthaltenden Innenraum der Bowmann'schen Kapsel bildet sich die Blut-Harn-Schranke aus. Feinbau dieser Filtrationsbarriere: Die Wand der offen fenestrierten Kapillare ist von sehr dünnen, platten Endothelzellen (Terminologia histologica: Endothelicyti fenestrati; englisch: fenestrated endothelium cells) ausgekleidet und weist elektronenmikroskopisch sichtbare, echte Poren (50-100 nm Durchmesser) auf, sowie eine beim Menschen 250 - 350 nm dicke glomeruläre Basalmembran (GBM, dreischichtiger Aufbau: Lamina rara interna zum Endothel hin, Lamina densa, zentral, elektronendicht, enthält Laminin, Nidogen und Agrin = Heparansulfat-Proteoglykane, Lamina rara externa, zu den Podozyten hin), der außen die Podocyten (Deckzellen) aufsitzen.
Die verzweigten sekundären Fortsätze der Podocyten liegen der GBM auf und umgreifen sie, wobei sie mit ebensolchen Fortsätzen benachbarten Zellen entlang der Basalmembran Interdigitationen ausbilden, die hierbei entstehenden länglichen Furchen werden als Filtrationsschlitze bezeichnet, sind 300 - 500 nm tief und 30 - 40 nm breit. Die ultrastrukturell an Adhäsionskontakte erinnernde, 4 nm dicke Schlitzmembran (Terminologia histologica: Diaphragma rimae; englisch: slit membrane) überbrückt diese Spalträume. Sie ist aus langen transmembranären Proteinen aufgebaut (Nephrin, Neph1, p-Cadherin, FAT), die von einer Zellmembran zur anderen herüberreichen und sich mittig berühren. Zusätzlich lagert sich noch das Glykoprotein Podocalyxin der gut ausgeprägten Glykokalyx daran an. In Summa entsteht so eine stark negativ geladenen filigrane Netzstruktur, die den engsten Bereich der Blut-Harn-Schranke ausmacht. Zwischen den Podozytenfüßchen, die in enormer Anzahl, alternierend mit Fortsätzen und Füßchen benachbarter Podocyten ineinandergreifend, der Basalmembran aufliegen, bestehen Spalträume (funktionsabhängig; ca. 20-30 nm). Diese sind durch eine einfache, etwa 5 nm dicke extrazelluläre Membran (Schlitzmembran, die aus Proteinbrücken besteht) überbrückt, diese können unter Normalbedingungen nur noch Moleküle mit bis zu 4,4 nm Durchmesser passieren.
Die Filtereigenschaften der GBM werden durch ihre Bausteine bestimmt: -die Lamina densa enthält überwiegend Kollagen Typ IV, das ein stabilisierendes Filter-Grundgerüst bildet, welches nur Moleküle mit einer Masse bis ca. 70.000 D und einem Durchmesser unter 4,4 nm passieren können (Abhängigkeit von der Molekülgröße), -die negative Ladung der Laminae rarae wird durch polyanionische Proteoglykane (z.B. Heparansulfat) bedingt, durch die negativ geladene Teilchen (z.B. Plasmaproteine) abgestoßen werden (Abhängigkeit von der Ladung). Die Barriere ist daher für Wasser, Ionen und kleine Moleküle gut passierbar, jedoch nicht für Plasmaproteine, da diese sowohl zu groß als auch negativ geladen sind. 
5.) Blut-Hoden Schranke (Terminologia histologica: Claustrum haematotesticulare; englisch blood testis barrier)
Blut-Hoden Schranke
zwischen Sertolizellen
Blut-Hoden-Schranke
(Ratte)
Diese Schranke wird zwischen seitlich miteinander verbundenen Fortsätzen der Sertoli-Zellen miteinander gebildet und besteht hauptsächlich aus Tight-junctions.
6.) Blut-Plazenta Schranke
Blut-Plazenta-Schranke 1 Übersicht
hier nur Syncythiotrophoblast (Mensch)
Blut-Plazenta-Schranke 2
hier nur Syncythiotrophoblast (Mensch)
Blut-Plazenta-Schranke 3
hier nur Syncythiotrophoblast (Mensch)
Blut-Plazenta-Schranke 4
hier nur Syncythiotrophoblast (Mensch)
Blut-Plazenta-Schranke 5: Cyto-
+ Syncythiotrophoblast (Mensch)
Blut-Plazenta-Schranke 6: Cyto-
+ Syncythiotrophoblast (Mensch)
7.) Blut-Thymus Schranke (Terminologia histologica: Claustrum haematothymicum; englisch: blood thymus barrier)
Blut-Thymus Schranke (Ratte) idem (Ratte)
Die Gefäßendothelzellen umgebende Basallamina wird von wenig lockerem Bindegewebe umgrenzt und gefolgt von der Basallamina der benachbarten Epithelzellen vom perivasculären Typ (Terminologia histologica: Epitheliocyti reticulares perivasculares, Epitheliocyti reticulares typi 1; englisch: subcapsular perivascular type 1 epithelial reticular cell) und deren Zytoplasmaausläufern. Die Schranke erlaubt nur einen kontrollierten Übertritt von Antigenen ins Innenmilieu des Thymus in dem sich die T-Lymphozyten befinden.

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Ein Bild wurde von Prof. H. Wartenberg zur Verfügung gestellt, übrige Aufnahmen, Seite & Copyright H. Jastrow.