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Editor:
Dr. med.
H. Jastrow


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Miniaturbildübersicht Drüsen (Glandulae; Gl.) & Drüsenepithel (Epithelium glandulare):
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exokrine Drüsen:
Mundspeicheldrüsen:
(weitere Bilder)
Ohrspeicheldrüse
(Gl. parotidea)
Unterkieferspeicheldrüse
(Gl. submandibularis)
Unterzungenspeichel-
drüse (Gl. sublingualis)
Bauchspeicheldrüse
(Pankreas, exokriner Teil)
Leber (Hepar;
Sekretion von Galle)
Vorsteherdrüse
(Prostata)
Samenblase
(Gl. seminalis)
Magen
(Gaster)
Schweißdrüsen
(Gll. sudoferae)
Talgdrüse
(Gl. sebacea)
kleine Drüsen
(Gll. parvae)
endokrine Drüsen:
enteroendokrine Drüsen
(Gll. enteroendocrinae)
Hypophyse
(Hypophysis)
Zirbeldrüse
(Glandula pinealis)
Schilddrüse
(Gl. thyroidea)
Nebenniere
(Glandula suprarenalis)
Leber (Hepar; endokrine Sekretion
über den Disse-Raum ins Blut)
Bauchspeicheldrüse
(Pankreas, endokriner Teil)
Gl. = Glandula (Drüse); Gll. = Glandulae (Drüsen)
Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae; englisch: glands) gehören meistens zum Epithelgewebe und bestehen aus Epithelzellen, die darauf spezialisiert sind, Sekrete zu bilden und diese in den Extrazellularraum bzw. das Lumen eines Ausführungsganges oder das Blut bzw. die Lymphe abzugegeben, was als sezernieren bezeichnet wird. Jedoch sind im weiteren Sinne alle Zellen, deren Hauptaufgabe in der Produktion und Freisetzung von Sekreten besteht als Drüsenzellen anzusehen. Folglich auch Fibroblasten (Bindegewebssubstanzen und - Faservorstufen bildende Zellen), Osteoblasten (Knochensubstanz bildende Zellen), Chondroblasten (Knorpelsubstanz bildende Zellen), Plasmazellen oder Mastzellen als typische Zellen des Bindegewebes, sezernierende Blutzellen wie Thrombozyten (Blutplättchen) aber auch die Neurotransmittersubstanzen ausschüttenden Nervenzellen.
allgemeiner Aufbau von Drüsen:
Bei den größeren exokrinen Drüsen kann man folgende Komponenten unterscheiden: größere Drüsenlappen (Terminologia histologica: Lobi glandulares; englisch: glandular lobes) werden durch größere Septen ("Trennwände"; Terminologia histologica: Septa interlobaria; englisch: interlobar septa) aus straffem Bindegewebe voneinander getrennt, die sich in dünnere Septen (Terminologia histologica: Septa interlobularia; englisch: interlobular septa) aus etwas lockererem Bindegewebe fortsetzen, welche die Lappen weiter in feine Läppchen (Terminologia histologica: Lobuli glandulares; englisch: glandular lobules) unterteilen. Mikroskopisch kann man sehen, daß diese Läppchen sich in feine Zellverbände der funktionstragenden Parenchymzellen (= Drüsenepithelzellen), sogenannte Trabekel (Terminologia histologica: Trabeculae glandulares; englisch: glandular trabecules) und das umgebende aus lockerem Bindegewebe gebildete Stroma, welches auch als Drüseninterstitium (Terminologia histologica: Interstitium glandulare; englisch: glandular interstitium) bezeichnet wird, unterteilen läßt. In diesem können in einigen Fällen (z.B. in der Ohrspeicheldrüse) univakuoläre Fettzellen vorkommen.
Gangsystem:
Die das Sekret einer Drüse abführenden Gänge (Terminologia histologica: Ductus secretorii; englisch: scretory ducts) können in verschiedene Abschnitte unterteilt werden. Das Drüsenostium (Terminologia histologica: Ostium glandulare; englisch: glandular opening), welches nur bei exokrinen Drüsen zu finden ist, bezeichnet die Stelle, wo der Hauptausführungsgang (Terminologia histologica: Ductus excretorius principalis; englisch: main excretory duct) einer Drüse in das Lumen (zumeist eines Hohlraums) mündet. Auf das Ostium folgt der Drüsenhals (Terminologia histologica: Collum glandulare; englisch: glandular neck), dann der Drüsenkörper (Terminologia histologica: Corpus glandulare; englisch: body of gland), der in vielen Fällen in einem ganz "unten" gelegenen Drüsengrund (Terminologia histologica: Fundus glandularis; englisch: fundus of gland) endet. Der Hauptausführungsgang verzweigt sich in mehrere Ausführungsgänge (Terminologia histologica: Ductus excretorii; englisch: excretory ducts), diese von viel lockerem Bindegewebe begeleiteten Gänge setzen sich fort in die zwischen den Drüsenlappen gelegenen Gänge (Terminologia histologica: Ductus interlobares; englisch: interlobar ducts), dann in die  von nur noch sehr wenig lockerem Bindegewebe umgebenen, zwischen den Drüsenläppchen gelegenen Gänge (Terminologia histologica: Ductus interlobulares; englisch: interlobular ducts) bis zu den nicht mehr von Bindegewebe umscheideten, innerhalb der Drüsenläppchen gelegenen Ausführungsgänge (Terminologia histologica: Ductus intralobulares; englisch: intralobular ducts), die in einigen Fällen als Streifenstücke bezeichnet werden. Sie setzen sich z.B. in den Mundspeicheldrüsen fort in die von kubischen bis platten Epithelzellen ausgekleideten Schaltstücke (Terminologia histologica: Ducti intercalati; englisch: intercalated ducts), welche Sekret aus jeweils einem Endstück (Terminologia histologica: Portio terminalis; englisch: end piece) der Drüse abführen. Nur in der Bauchspeicheldrüse ragen flache Schaltstückzellen unmittelbar in ein azinöses Endstück hinein und werden deshalb als zentroazinäre Zellen (Terminologia histologica: Cellulae centroacinosae; englisch: centroacinar cells) bezeichnet. Weitere Besonderheiten sind die direkt zwischen den Leberepithelzellen (Hepatozyten) gelegenen interzellulären Sekretkanaliculi (Terminologia histologica: Canaliculi secretorii intercellulares; englisch: intercellular secretory canaliculi), die auch als Gallenkapillaren bezeichnet werden (Bilder und Details siehe hier) und intrazelluläre Sekretkanaliculi (Terminologia histologica: Canaliculi secretorii intracellulares; englisch: intracellular secretory canaliculi). Diese finden sich nur in den Belegzellen des Magens und sind praktisch verzweigte, tiefe Invaginationen der Zellmembran ins Zellinnere, welche die Oberfläche vergrößern.
Endstücke:
Die verschiedenen Formen der Endstücke dienen der Einteilung von Drüsen und werden daher weiter unten beschrieben. Jedoch sei hier bemerkt, daß einige von ihnen neben den exokrin aktiven Epithelzellen noch eine weitere Zellsorte aufweisen, die histologisch und elektronenmikroskopisch eindeutig eine glatte Muskelzelle ist, aber oberhalb der Basallamina im Epithel liegt und daher definitionsgemäß auch eine Epithelzelle ist. Sie wird als Myoepithelzelle (Terminologia histologica: Myoepitheliocytus; englisch: myoepithelial cell) bezeichnet. Noch genauer, d.h. dreidimensional betrachtet, gibt es sogar noch 2 Unterarten: die nur in einer Richtung langgezogenen, spindelförmigen Myoepithelzellen (Terminologia histologica: Myoepitheliocyti fusiformes; englisch: fusiform myoepithelial cells) und in verscheidene Richtungen Ausläufer entsendende, sternförmige Myoepithelzellen (Terminologia histologica: Myoepitheliocyti stellati; englisch: stellate myoepithelial cells). Beide Zellsorten können in einigen Fällen auch um Ausführungsgänge herum vorkommen (z.B. bei Schweißdrüsen). Sie verlaufen oft schraubenförmig, weshalb ihre Kontraktion dazu dient Sekret aus Endstücken herauszupressen oder ein Ganglumen partiell zu verringern.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten Drüsen einzuteilen:
A.) nach dem Wohin der Sekretion:
1. endokrine Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae endocrinae; englisch: endocrine glands): Das als Hormon bezeichnete endokrine Sekret (Terminologia histologica: Secretio endocrina; englisch: endocrine secretion) letztlich ins Blut abgegeben. Genau betrachtet geschieht dies folgendermaßen: nach der Ausschleusung des Sekrets aus der Zelle tritt das Hormon durch die Basallamina der Drüsenzelle, dann durch einen minimalen Extrazellularraum aus lockerem Bindegewebe, durch die Basallamina der Endothelzelle einer Kapillare und schließlich durch eine Pore der Endothelzelle, die entweder offen oder mit einer zarten Verschlußmembran überzogen ist, um schließlich das Lumen der Kapillare zu erreichen. Auch kann das Sekret über die zwischen Endothelzellen gelegenen, mit Schlußleisten versehenen, Zwischenzellräume hier vorhandener Kapillaren ins Blut gelangen. Das Blut verteilt dann das Hormon. Folglich sind die endokrinen Drüsen immer reich an Kapillaren. Beispiele für endokrine Drüsen sind die Langerhansschen Inseln der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die Zwischenhirndrüse (Hypophyse), die Zirbeldrüse, die Nebenniere, die Schilddrüse, die Nebenschilddrüse und die Leydigschen Zellen des Hodens. Bei den enteroendokrinen Zellen des Darms erfolgt die Abgabe entweder in nahe Kapillaren oder in Lymphgefäße.
Man unterscheidet vom anatomischen Aufbau noch unizelluläre endokrine Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae endocrinae unicellulares; englisch: unicellular endocrine glands) wie es bei den enteroendokrinen Zellen der Fall ist, vielzellige endokrine Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae endocrinae multicellulares; englisch: multicellular endocrine glands) z.B. die Nebenniere, endokrine Zellstränge (Terminologia histologica: Chordae cellulares endocrinae; englisch: endocrine cell chords) z.B. in der Zona fasciculata der Nebenniere, follikuläre endokrine Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae endocrinae folliculares; englisch: follicular endocrine glands) z.B. die Schilddrüse oder die Zirbeldrüse bei einigen Säugerspezies, die von endokrinen Drüsenepithelzellen umgebene, sekretspeichernde Follikel (Terminologia histologica: Folliculi glandulares; englisch: glandular follicles) zeigen.
2. exokrine Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae exocrinae; englisch: exocrine glands): Die exokrinen Sekrete (Terminologia histologica: Secretio exocrina; englisch: exocrine secretion) werden entweder direkt in das Lumen eines Endstücks (Azinus, Tubulus oder Alveolus) oder in den Ausführungsgang einer exokrinen Drüse abgegeben. Im Magen und Darm kann die Abgabe auch direkt in das Lumen erfolgen z.B. bei Becherzellen. Beispiele für exokrine Drüsen sind die Prostata (Vorsteherdrüse), das exokrine Pankreas (Bauchspeicheldrüse), die Tränendrüse, Speicheldrüsen, Schweißdrüsen, Talgdrüsen und die Brustdrüse der Frau.
3. amphikrine Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae amphicrinae; englisch: amphicrine glands) sind sowohl endo- als auch exokrin z.B. Pankreas (Bauchspeicheldrüse) und Leber (siehe unten).

B.) nach der Art der Sekretion:
1.) merokrin (Terminologia histologica: Secretio merocrina; englisch: merocrine secretion): Abgabe kleiner Sekretvesikel durch direkte Exozytose an der Zellmembran, dadurch kommt es zu keinem Zytoplasmaverlust und keiner nennenswerten Volumenänderung der Drüsenzelle, zumeist wird dabei dünnflüssiges Sekret abgegeben, z.B. in Schweiß- und Speicheldrüsen.
2.) avesikulär (fehlt in der Terminologia histologica; sollte genannt werden: Secretio avesicularis; englisch: avesicular secretion): Die meisten Drüsen geben sichtbare Sekretvesikel ab. Wenn jedoch die chemischen Eigenschaften des Sekrets (Größe, Lipophilie) keine Konzentrierung oder Speicherung in Vesikeln erforderlich sind, werden auch keine Sekretvesikel gebildet. Viele Substanzen werden vom Zytoplasma exo- bzw. endokriner Zellen mit Hilfe mehr oder weniger spezifischer Transmembranproteine in den Extrazellularraum abgegeben. Dies ist auch elektronenmikroskopisch nicht erkennbar. Die endokrine Zirbeldrüse ist ein Beispiel für eine avesikulär sezernierende Drüse. Hier sind nicht einmal Transportproteine nötig, da das kleine lipophile Sekret (Melatonin) die Zellmembran direkt passieren kann.
Die exokrine Abgabe der Galle aus Epithelzellen der Leber (Hepatocyten) in Gallenkapillaren erfolgt auch avesikulär während gleichzeitig von derselben Zelle hunderte anderer Substanzen, ebenfalls unsichtbar über den Disse Raum in das Blut abgegeben werden. Damit sind Leberparenchymzellen (Hepatozyten) sowohl endo- als auch exokrin, man spricht von einer amphikrinen (beidartigen; Terminologia histologica: Secretio amphicrina; englisch: amphicrine secretion) Sekretion. Ein weiteres Beispiel für avesikuläre Sekretion ist die Testosteronabgabe durch die Leydig-Zellen des Hodens und die Abgabe von Immunglobulinen aus Plasmazellen an das umgebende Bindegewebe.
Während avesikulär der Oberbegriff für Sekretion ohne Vesikel ist, bezeichnet man die über Transportproteine in der Zellmembran stattfindende Sekretion, der oft aus osmotischen Gründen Wasser passiv folgt als ekkrin. So werden z.B. Wasserstoffionen von Belegzellen im Magen, Hyaluronan von verschiedenen Bindegewebszellen, Salz und Wasser von kleinen Schweißdrüsen und Gallensäuren in der Leber ekkrin sezerniert.
3.) apokrin (Terminologia histologica: Secretio apocrina; englisch: apocrine secretion): Bei den apokrin abgegebenen "Sekretvesikeln" handelt es sich in Wirklichkeit um Fetttropfen. Diese sammeln sich unter der zum Lumen hin gerichteten Zellmembran ohne jedoch mit dieser zu verschmelzen. Integrale Membranproteine der Zellmembran wie Butyrophilin binden an Proteine, die sich am Saum der auszuscheidenden Lipidtropfen befinden. Dadurch wölben sich diese mehr und mehr in das Lumen vor. Schließlich zieht sie sich die Zellmembran unterhalb der Vorwölbung zusammen. Dadurch wir dann neben dem Fetttropfen auch umgebendes Zytoplasma zusammen mit der Außen angelagerten Zellmembran abgeschnürt. Es geht daher mit jeder Sekretion auch etwas Zytoplasma und etwas Zellmembran verloren wodurch das Volumen der sezernierenden Zelle leicht abnimmt. Der sezernierte Fetttropfen wird erst frei, wenn später im Sekret die Ex-Zellmembran aufreißt. Die seltene apokrine Sekretion findet sich nur bei der Fettabgabe aus Epithelzellen der Brustdrüse (Mamma), den Duftdrüsen und den Mollschen Drüsen im Augenlid.
4.) holokrin (Terminologia histologica: Secretio holocrina; englisch: holocrine secretion): ganze Drüsenzellen werden in das Lumen abgegeben. Von einer Basalzellschicht aus regeneriert sich das Epithel holokriner Drüsen ständig, wobei ein Teil dieser Zellen als Stammzellen an der Basalmembran verbleibt, während die übrigen den Kontakt dazu verlieren und in Richtung Lumen hin im mehrschichtigen Drüsenepithel verschoben werden. Die in Richtung Lumen vorgeschoben Zellen bilden helle (kaum eletronendichte) Fett- oder Lipidtropfen aus, die immer größer werden und sich auch miteinander verbinden (= konfluieren). Je weiter sich die Zellen von der Basalmembran entfernen, desto schlechter können sie sich über Diffusion ernähren, deswegen gehen sie allmählich zu Grunde. Schließlich verlieren sie nach der Degeneration der Haftpunkte (Fleckdesmosomen) zu den Nachbarzellen den Kontakt zueinander und werden als Ganzes als Sekret abgegeben. Dabei zerfallen die Zellen völlig, wobei auch die Fetttropfen freigesetzt werden. Dadurch entsteht ein talgiges, fettiges Sekret. Holokrine Sekretion findet sich nur in Talgdrüsen, zu denen die großen verzweigt alveolären, meist an Haarschäften gelegen, und kleinen einfach alveolären Talgdrüsen der Haut, die stark verzweigten alveolären Meibohm'schen Drüsen des Augenlids und die kleineren Talgdrüsen an Wimpern des Augenlids (Zeiss'sche Drüsen) gehören.
5.) neurokrine Sekretion (Terminologia histologica: Secretio neurocrina; englisch: neurocrine secretion) bezeichnet die Neurotransmittervesikelabgabe durch Nervenzellen an chemischen Synapsen. Dabei handelt es sich um eine sehr schnelle merokrine Abgabe von erregenden oder hemmenden Transmittersubstanzen durch Exozytose.
6.) autokrine Sekretion (Terminologia histologica: Secretio autocrina; englisch: autocrine secretion) liegt vor, wenn das abgegebene Sekret auf die Zelle, die es abgegeben hat selbst einwirkt.
7.) parakrine Sekretion (Terminologia histologica: Secretio paracrina; englisch: paracrine secretion) bedeutet das Sekret wird in den um die Zelle liegenden Interzellularraum abgegeben und wirkt auf direkt benachbarte Zellen ein.
8.) Bei der polykrinen Sekretion (Terminologia histologica: Secretio polycrina; englisch: polycrine secretion) gibt eine Drüsenzelle mehrere verschiedene Substanzen ab, wie dies z.B. bei Hepatozyten der Fall ist.
7.) intrakrine Sekretion (Terminologia histologica: Secretio intracrina; englisch: intracrine secretion) findet sich z.B. an den Follikeln der Schilddrüse; hierbei gibt die Drüse in sich selbst, d.h. in ihre extrazellulären Speicherfollikel das Sekret ab, wodurch es dort für längere Zeit in größerer Menge gespeichert werden kann.

Berücksichtigt man A und B, so ergibt sich folgende Einteilung:
endokrine Drüsen
exokrine Drüsen
avesikuläre ekkrine avesikuläre ekkrine apokrine holokrine
Zirbeldrüse Hypophyse Leber (Galle) Vorsteherdrüse (Prostata) Mundspeicheldrüsen (allgemein): Duftdrüse Talgdrüsen
Leber Schilddrüse (C-Zellen) Plasmazellen Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Ohrspeicheldrüse (Gl. parotidea) Brustdrüse (Mamma) Meibohm'sche Drüse
Nebenschilddrüse
(oxyphileZellen)
Nebenschilddrüse
(Hauptzellen)
Fibroblasten Drüsen des Zwölffingerdarms
(Brunner-Drüsen)
Unterkieferspeicheldrüse
(Gl. submandibularis)
Ziliardrüse der Augenwimpern
(Mollsche Drüse)
Zeiss'sche Drüse
Nebennierenrinde Nebennierenmark Schweißdrüsen Unterzungenspeicheldrüse (Gl. sublingualis)  
Leydig-Zellen des Hodens endokrines Pankreas   Tränendrüse kleine Speicheldrüsen des Gaumens (Gll. palatinae)  
Hauptzellen der Schilddrüse enteroendokrine Zellen   Samenblase (Gl. seminalis) kleine Spüldrüsen in der Zunge (Gll. linguales)  
  Becherzellen Cowpersche Drüse (Glandula bulbourethralis)  
Alveolarepithelzellen Typ 2 akzessorische Tränendrüse (Krausesche Drüse)
Bronchial & Trachealdrüsen Magen (Haupt-, Beleg-, Neben- und Schleimzellen)
Blasendrüsen
kleine Drüsen

C.) nach der Art des gebildeten Sekretes:
1.) serös = dünnflüssiges, eiweißhaltiges Sekret, gebildet von serösen Endstücken (sind zumeist Drüsenazini) von serösen Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae serosae; englisch: serous glands). Die Ausscheidung erfolgt entweder durch ekkrine Sekretion über Vesikel (z.B. Gl. parotidea, exokrines Pankreas) oder parazellulär, d.h. über Flüssigkeitstransport durch die Schlußleisten zwischen Epithelzellen hindurch wie zum Teil in ekkrinen Schweißdrüsen. Seröse Endstücke zeigen Epithelzellen mit kugeligen mittelständigen (d.h. nicht an der Zellbasis gelegenen) Zellkernen und ein homogenes meist leicht basophiles Zytoplasma mit apikal (d.h. zum Lumen hin) erkennbaren Sekretvesikeln, die im elektronenmikroskopischen Bild entweder homogen erscheinen oder lokale zumeist rundliche Verdichtungen zeigen, in welchen die Proteine höher konzentriert sind.
2.) mukös = zähflüssiges saure Muzine haltiges Sekret, durch ekkrine Sekretion über Vesikel von mukösen Endstücken muköser Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae mucosae; englisch: mucous glands) gebildet. Diese haben entweder ein weites Lumen und werden dann als Alveolus bezeichnet oder liegen an einen Drüsenschlauch, der dann auch Schleimtubulus genannt wird. Muköse Endstücke werden gebildet von würfel- bis säulenförmigen Epithelzellen, deren abgeplattete Zellkerne randständig sind, d.h. an der Basis der Zelle liegen. Das Zytoplasma der Zellen erscheint deutlich heller und zeigt eine wabige Struktur, die auf viele Sekretvesikel mit in lichtmikroskopischen Routinefärbungen kaum angefärbten Vesikeln zurückzuführen ist. Die Vesikel sind kaum elektronendicht und nicht homogen im elektronenmikroskopischen Bild. Rein muköse Drüsen sind z.B. Gll. linguales und Gll. palatinae.
3.) gemischte Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae mixtae; englisch: mixed glands) bilden sowohl seröses als auch muköses Sekret, welches sich mischt, dabei unterscheidet man nach dem Anteil der überwiegt folgende Sekretarten:
3a.) seromukös = aus überwiegend serösen und wenig mukösen Komponenten gemischtes solartig flüssiges Sekret, durch ekkrine Sekretion über Vesikel von überwiegend serösen und einigen mukösen Endstücken seromuköser Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae seromucosae; englisch: seromucous glands) gebildet z.B. Unterkieferspeicheldrüse (Gl. submandibularis)
3b.) mukoserös = aus überwiegend mukösen und wenig serösen Komponenten gemischtes gelartig flüssiges Sekret, durch ekkrine Sekretion über Vesikel von überwiegend mukösen und einigen serösen Endstücken gebildet z.B. Unterzungenspeicheldrüse (Gl. sublingualis)
4.) zellulär = Das Sekret besteht aus abgestorbenen Zellen, die bei der holokrinen Sekretion freigesetzt werden, z.B. Talgdrüsen

D.) nach dem anatomischen Aufbau der gesamten Drüse:
1.) unizelluläre Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae exocrinae unicellulares; englisch: unicellular exocrine glands), die nur aus einer einzigen Zelle bestehen; z.B. Becherzellen
2.) plurizelluläre Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae exocrinae unicellulares; englisch: unicellular exocrine glands), die aus vielen teils auch unterschiedlichen Zellen bestehen. Diese Drüsen teilt man ein in:
2a.) einfache Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae simplices; englisch: simple glands) ohne Verzweigungen
 - einfache tubulöse Einzeldrüsen (Terminologia histologica: Glandulae tubulosae simplices; englisch: simple tubular glands), z.B. Magendrüsen, Drüsen im Dickdarm (Colon), wenn sich dabei der Drüsenschlauch wie ein Knäuel um sich selbst windet, spricht man von "Knäueldrüsen" (Terminologia histologica: Glandulae tubulosae contortae; englisch: coiled tubular glands), wie dies bei den Schweißdrüsen der Fall ist.
 - einfache alveoläre Drüsen, z.B. kleinste Talgdrüsen
 - einfache azinöse Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae acinosae simplices; englisch: simple acinar glands) sind bei Säugetieren nicht vorhanden. Auch finden sich an einem gemeinsamen Gang hängende Drüsenazini in einfach verzweigten azinösen Drüsen  (Terminologia histologica: Glandulae acinosae ramosae; englisch: branched acinar glands) nur selten z.B. zum Teil in kleinen Drüsen der Lippe (Glandulae labiales).
2b.) traubenförmige Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae racemosae; englisch: racemose glands)
 - verzweigt tubulöse Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae tubulosae ramosae; englisch: branched tubular glands), bei denen sich der Drüsenschlauch zumeist in 2 längere schlauchförmige Enden teilt, z.B. Drüsen im Zwölffingerdarm (Duodenum), Magenkardiadrüsen, Cowpersche Drüse (Glandula bulbourethralis)
 - verzweigte alveoläre Drüsen, z.B. größere Talgdrüsen, Bronchialdrüsen
2c.) zusammengesetzte Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae compositae; englisch: compound glands)
 - zusammengesetzte tubulöse Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae tubulosae compositae; englisch: compound tubular glands) zeigen viele mehrfach aufgezweigte röhrenförmige Endstücke an einem größeren Gang, z.B. Zungendrüsen
 - zusammengesetzte azinöse Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae acinosae compositae; englisch: compound acinar glands)
 - tubuloazinöse Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae tubuloacinosae compositae; englisch: compound tubulo-acinar glands) verzweigte Drüsen mit engen = azinösen Endstücken und zusätzlich tubulären oder tubuloazinösen Endstücken; z.B. Tränendrüse; Unterkieferspeicheldrüse (Gl. submandibularis), Ohrspeicheldrüse (Gl. parotidea), exokrines Pankreas, Drüsen der Speiseröhre (Oesophagus)
 - tubuloalveoläre Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae tubuloalveolares compositae; englisch: compound tubuloalveolar glands) verzweigte Drüsen mit weiten = alveolären Endstücken und zusätzlich tubulären oder tubuloalveolären Endstücken; z.B. Vorsteherdrüse (Prostata); laktierende Mamma (Brustdrüse bei Milchproduktion), Unterzungenspeicheldrüse (Gl. sublingualis)

E.) nach dem anatomischen Aufbau der Drüsenendstücke:
1.) azinöse Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae acinosae; englisch: acinar glands) zeigen Drüsenazini (Terminologia histologica: Acini; englisch: acini); dies sind von hochprismatischen = säulenförmigen Epithelzellen (Terminologia histologica: Cellulae acinosae; Acinocyti; englisch: acinar cells) gebildete Endstücke, die nur ein äußerst kleines Lumen (<1µm) aufweisen und praktisch immer von serösen Epithelzellen begrenzt werden, z.B. Gl. parotidea, exokrines Pankreas
2.) alveoläre Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae alveolares; englisch: alveolar glands, saccular glands) besitzen Alveoli (Terminologia histologica: Alveoli; englisch: alveoli) als Endstücke. Dabei handelt es sich um ein weites Lumen (zumeist deutlich mehr als 5 µm) welches von zumeist mukösen Epithelzellen oder auch von apokrin sezernierenden Epithelzellen begrenzt wird.
3.) tubulöse Drüsen (schlauchförmige Drüsen; Terminologia histologica: Glandulae tubulosae; englisch: tubular glands) bestehen bis zu ihrem Ende aus einem langen, dünnen, schlauchförmigen von Drüsenepithelzellen (Terminologia histologica: Cellulae tubulosae, Tubulocyti; englisch: tubular cells) ausgekleideten Gang (Terminologia histologica: Tubulus; englisch: tubule).
4.) von Ebnerscher Halbmond (Terminologia histologica: Semiluna serosa; englisch: serous demilune, serous crescent) = seröse Zellschicht sitzt auf einem mukösen Endstück; Vorkommen nur in der Unterzungenspeicheldrüse (Gl. sublingualis) oder der Unterkieferspeicheldrüse (Gl. submandibularis).
5.) tubuloazinöses Endstück (Terminologia histologica: Tubuloacinus; englisch: tubulo-acinus) besteht aus einen größeren Endstück welches zum Teil schlauchförmig ist und nahtlos in einen azinösen Bereich übergeht, wobei beide gemeinsam einen abführenden Gang haben.
6.) tubuloalveoläres Endstück (Terminologia histologica: Tubuloalveolus; englisch: tubulo-alveolus) besteht aus einen größeren Endstück welches teils schlauchförmig ist und teils aus einem alveolären Bereich besteht, wobei es nur einen gemeinsamen abführenden Gang gibt.

F.) nach der Lage in Beziehung zum Epithel in das der Ausführungsgang mündet:
Man unterscheidet innerhalb eines Epithels gelegene Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae intraepitheliales; englisch: intra-epithelial glands) z.B. Becherzellen (Terminologia histologica: Epitheliocyti caliciformes; englisch: goblet cells) oder Drüsen der respiratorischen Nasenschleimhaut, der zum Kehlkopf gerichteten Schleimhaut des Kehldeckels, in den Ductuli efferentes oder der Harnröhre von außerhalb eines Epithelverbands gelegenen Drüsen (Terminologia histologica: Glandulae intraepitheliales; englisch: intra-epithelial glands) z.B. Ohrspeicheldrüse (Gl. parotidea)

G.) nach der Stimulation der Sekretion:
1.) Drüsen mit regulierter Sekretion: Die Abgabe von Sekret wird durch chemische oder elektrische Reize gesteuert, z.B. durch Hormone, Neurotransmitter oder elektrische Depolarisation; z.B.: Hypophyse, Nebenniere, Pankreas, Magen
2.) Drüsen mit konstitutiver Sekretion: Sekrete werden konstant ohne Einwirkung erkennbarer Reize abgegeben; z.B. Fibroblasten, Hepatozyten, Plasmazellen

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Drei Bilder wurden von Prof. H. Wartenberg zur Verfügung gestellt; übrige Aufnahmen, Seite & Copyright H. Jastrow.