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Editor:
Dr. med.
H. Jastrow


Nutzungs-
bedingungen
Miniaturbildübersicht Mitose = Zellteilung (Mitosis):
Prophase Tonsilla
pharyngea (Mensch)
Detail 1: Kondensation
der Chromosomen
Detail 2 Detail 3 Prophase Tonsilla
pharyngea (Mensch)
Detail: Kondensation
der Chromosomen
Prometaphase T-Lymphocyt
Thymus (Ratte)
T-Lymphocyt Thymus in der
Prometaphase (Ratte)
Detail: Zentrosom Thymus (Ratte)
Prometaphase 2
T-Lymphocyt Thymus in der
Prometaphase 3 (Ratte)
Prometaphase
 Haut (Ratte)
Haut (Mensch)
Metaphase
Metaphase Basalzelle
der Haut (Ratte)
Metaphasenplatte quer
Leberzelle (Ratte)
Detail 1 Detail 2 Detail 3 mit Spindelfasern,
die Miktotubuli sind
Detail 4 Detail 5 Mikrotubuli
am Kinetochor
Detail 6 Detail 7 Talgdrüse (Ratte)
Metaphasenplatte
Chromosomen in der
Metaphase 1 (Ratte)
Chromosomen in der
Metaphase 2 (Ratte)
Thymus (Ratte)
Metaphase
Metaphase Hypo-
physe (Ratte)
Detail davon 
Metaphase
Herzmuskel (Ratte)
Detail davon Anaphase
Haut (Mensch)
Detail 1 Detail 2 Detail 3 Anaphase T-Lympho-
cyt, Thymus  (Ratte)
Anaphase Thymus
(Ratte)
Detail: Centrosom
Thymus (Ratte)
frühe Telophase T-Lymphocyt
Thymus (Ratte)
Telophase T-Lymphocyt
Thymus (Ratte)
Detail 1 Detail 2
 Telophase T- Lymphocyt
Thymus (Ratte)
Telophase
Ileum (Schwein)
Telophase Haut
Basalzelle (Mensch)
Detail davon späte Telophase
Ileum (Schwein)
Detail davon Tonsilla pharyngea
Telophase (Mensch)
späte Telophase
Magen Belegzelle (Affe)
Die Mitose (Terminologia histologica: Mitosis; englisch: mitosis) ist der Vorgang der Zellteilung. Sie folgt im Zellzyklus auf die Interphase, die bei sich schnell teilenden Zellen 11-23 Stunden dauert. Die Mitose gliedert sich in folgende Phasen: Prophase --> Prometaphase --> Metaphase --> Anaphase --> Telophase --> Zytokinese und dauert nur ca. 1 Stunde. Bei der Mitose wird der verdoppelte Chromosomensatz auf die entstehenden Tochterzellen so verteilt, daß nach deren Trennung voneinander jede wieder einen einfachen hat.
1. Prophase: Das Protein Cyklin-abhängige Kinase1 (CDK1) und das Protein Cyclin B beginnen mit einer Phosphorylierung von Histonproteinen (große Eiweißmoleküle welche die in der Desoxiribonucleinsäure, DNS; engl. DNA, gespeicherte Erbinformation binden). Dadurch entsteht eine großschollige Chromatinstruktur in den Zellkernen, deren Membran noch intakt bleibt. Die Polkörperchen (Centriole) haben sich in der vorangehenden G2-Phase bereits verdoppelt und werden als Zentrosomen bezeichnet. Die Mikrotubuli des Zellskeletts werden abgebaut und neue wachsen von den beiden Zentrosomen aus, dadurch werden diese immer weiter an entgegengesetzte Pole der Zelle auseinandergedrückt. Hierbei verankert das Dynein-bindende Protein NuMA die Minusenden der Mikrotubuli an den Zentrosomen.
2. Prometaphase: Die Chromosomen haben sich aus weiter kondensierten Chromatinversdichtungen gebildet und werden nun durch fortschreitende Kondensation komplett sichtbar. Die Kernlamina depolarisiert sicht durch die Phosphorylierung der Lamine A und B durch CDK1, was zu Folge hat, daß sie die Kernmembranen nicht mehr stabilisieren kann, wodurch diese in viele kleinere Vesikel zerfällt. Einige (aber bei weitem nicht alle) größere Zellorganellen, wie RER und Golgi-Apparate zerfallen in kleinere Fragmente und Vesikel. Die Zentrosomen haben nun ihre Endpositionen an gegenüberliegenden Polen der Zelle erreicht und die zwischen ihnen gewachsenen Mikrotubuli ordnen sich in etwa parallel zueinander an, wodurch die Mitosespindel entsteht. Die Kinetochore der Chromosomen binden an einen Teil der Mikrotubuli der Spindel und wandern mit Hilfe des Plusendmotorprotienkomplexes (CENP-E) zu den freine Plusenden mehrerer Mikrotubuli, die dann als Kinetochormikrotubuli bezeichnet werden. Die übrigen Mikrotubuli zwischen den Polen werden als Polmikrotubuli bezeichnet und überlappen mit Ihren Plusenden etwa in der Mitte zwischen beiden Polen, wodurch später die Metaphasenplatte entsteht. Die noch übrigen Mikrotubuli der Zentrosomen strahlen stermförmig nach außen Richtung Zellmembran, sie werden als astrale Mikrotubuli bezeichnet.
3. Metaphase: Durch das Wandern der Kinetochore bewegen sich alle Chromosomen in einen scheibenförmigen Bereich im der Mitte der Zelle, die Metaphasenplatte. Sie sind nun vollständig kondensiert und haben an ihren zentralen Verankerungspunkt miteinander, dem Zentromer angelagert zwei gegenüber gelegene Kinetochore. Da sich hier von beiden Zentrosomen ausgehende Mikrotubuli anlagern kann eine exakt mittige Ausrichtung der Chromosomen erfolgen. Blickt man von oben auf die Metaphasenplatte, erscheinen die Chromosomen nun sternförmig angeordnet, was als Monaster bezeichnet wird.
4. Anaphase: Dieses Stadium dauert nur wenige Minuten. Die Anaphase wird ausgelöst durch die Aktivität des Anaphase auslösenden Komplexes (engl. anaphase promoting complex, APC/C), einen Proteinkomplex, der auch Cyclosom genannt wird und einer Ubiquitin-Ligase entspricht. APC/C löst die durch Separin erfolgende Trennung der Cohesinkomplexes im Centromer aus. Dies führt zur Trennung der Chromatiden voneinander. Die Kinetochore bauen die an ihnen befindlichen Mikrotubulusendabschnitte so ab, daß sie mit den an sie gebundenen Chromatiden immer weiter in Richtung Zentrosomen wandern. In der Aufsicht findet man einen Diaster (2 Chromatidsterne). Die Polmikrotubuli wachsen weiter und gleiten mit Ihren Enden aneinander vorbei, wodurch die Zentrosomen voch weiter auseinander geschoben werden.
5. Telophase: Sobald die sich trennenden Chromatiden die Zentrosomregionen erreichen, entspiralisieren sie sich wieder. Es bilden sich Chromosomenpakete (Despirem). Aus Vesikeln der alten bildet sich eine neue Kernmembran aus, aus Fragmenten der alten Kernhülle, die noch an Kernmembranreste gebunden sind, wird neue aufgebaut. Viele Zellorganellen werden aus Fragmenten wieder aufgebaut oder neu synthetisiert. Die Pol-Mikrotubuli bleiben noch als zentrales Bündel zwischen den sich nun trennenden Tochterzellen als Zentralspindel bestehen. Eine Teilungsfurche zwischen den beiden Tochterzellen entsteht in der sich senkrecht zur Zentralspindel ausgerichtet ein an der Plasmamembran verankerter zirkulärer Ring aus Aktin- und Myosin II Filamenten bildet. Dieser Ring kontrahiert sich und führt zu einer Teilungfurche zwischen den Tochterzellen. Am Ende der Telophase persistiert nur noch eine ca. 1 µm durchmessende rundliche Verbindung der Tochterzellen in der die Überlappungzone der Zentralspindel mit über 100 parallelen Mikrotubuli als Mittelkörper verbleibt.
6. Zytokinese: Durch die Auflösung (Depolarisation) der Zentralspindel im Mittelkörper kann die Einschnürung sich vollenden und die Mitose abgeschlossen werden.
Von einer Endomitose (Terminologia histologica: Endomitosis; englisch: endomitosis) spricht man, wenn sich zwar die Chromosomenzahl verdoppelt, die Zellteilung jedoch ausbleibt. Durch diesen Vorgang entsteht ein Plasmodium (Terminologia histologica: Plasmodium; englisch: plasmodium). Dies ist eine mehrkernige Zellen, die nicht aus Fusion mehrerer Einzelzellen hervorgegangen ist. Tumorzellen zeigen häufig Endomitosen.

--> Chromosomen, Zellkern, Kernmembran, Mikrotubuli, Polkörperchen
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Ein Bild wurde von Prof. H. Wartenberg zur Verfügung gestellt, übrige Aufnahmen, Seite & Copyright H. Jastrow.