Abkürzungsliste
Vokabular
mikros-
kopische
Anatomie
Fachtermini
Deutsch
+ Englisch
erklärt

Alle publizierten Inhalte wurden eingehend geprüft, dennoch wird keine Haftung für Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben übernommen !

of this page

Editor:
Dr. med.
H. Jastrow


Nutzungs-
bedingungen
Miniaturbildübersicht Peroxisomen = Microbodies (Peroxysoma):
Bereits bezeichnete Abbildungen lassen sich durch Anklicken des Textes aufrufen
Detailbild eines
Peroxisoms (Typ3)
Peroxisom Typ 3
(Leber, Affe)
Übersicht dazu Peroxysom Typ 3
der Rattenleber 1
Peroxisomen
Typ 3 + 4 (Leber, Ratte)
Nierentubuluszelle +
Peroxisom (Affe)
Peroxysom Typ 3
der Rattenleber 2
Peroxisom Typ 3
(Leber, Ratte) 3
Peroxysom Typ 3
der Rattenleber 4
mehrere Typ 3 Peroxi-
somen der Rattenleber 5 
Peroxisom Typ 3
(Leber, Ratte) 6
Peroxisomen = Microbodies (Terminologia histologica: Peroxysomum, Peroxysoma; englisch: Peroxysoma) sind kugelige von einer Elementarmembran umgebene Zellorganellen mit einer relativ elektronendichten, feinkörnigen Matrix, in der gelegentlich kristalline Strukturen, sogenannte Nukleoide (Terminologia histologica: Inclusio crystalloidea) enthalten sind. Letztere bestehen aus kristalliner Katalase oder Uratoxidase bzw. uricase (Harnsäureoxidase; englisch: uric acid oxidase). Peroxisomen haben einen Durchmesser von ca. 200 - 500 nm. Sie kommen prinzipiell in allen kernhaltigen Zellen vor, sind häufig aber nur in Leber- und Nierenzellen zu finden. Menschliche Leberzellen enthalten ca. 1.000 Peroxisomen mit einem durchschnittlichen Einzelvolumen von 0,125 µm³. Relativ häufig findet man Peroxisomen nur noch in Zellen, die Lipide und/oder Steroidhormone synthetisieren, metabolisieren oder speichern: Zellen der Nebennierenrinde, Leydig-Zellen, Corpus-Luteum-Zellen, Fettzellen, Darmepithelzellen. Es werden vier Typen von Peroxisomen unterschieden:
Typ 1 ohne Kernstück (Mensch),
Typ 2 non-kristalloides-Kernstück (Hamster),
Typ 3 kristalloides Kernstück (Ratte),
Typ 4 Peroxisomen mit marginaler Verdichtung oder- platte.
Die Halblebenszeit von Peroxisomen beträgt 5 Tage. Ihr Abbau durch Selbstauflösung oder Verschmelzung mit Lysosomen dauert nur ca. 4 Minuten.
Peroxisomen dienen der Bildung und Spaltung von Wasserstoffperoxid (H2O2). Sie sind also wichtig zur Vernichtung dieses Zellgiftes (Wasserstoffperoxid wird durch die Katalase in Wasser und Sauerstoff umgewandelt). Peroxisomen enthalten vor allem oxidative Enzyme. Hierbei sind die Leitenzyme Katalase und Peroxidase, außerdem finden sich D-Aminosäureoxidase, Uratoxidase, Superoxid-Dismutase und Urikase (nur bei Tieren, die im Gegensatz zum Menschen zum Harnsäureabbau befähigt sind). Folgende Stoffwechselvorgänge finden in Peroxisomen statt: Synthese von Gallensäure, Abbau von Purinen und Aminosäuren sowie der erste Teilschritt des Fettsäureabbaus.
Als Mikroperoxisomen werden kleinere Formen bezeichnet mit Durchmessern von 150-250 nm, die einen besonders hohen Anteil an Katalase aufweisen (40 %). Mit Diaminobenzidin zeigen die Organellen aufgrund ihrer eigenen Peroxidase eine positive Reaktion. Peroxisomen werden vom rauhen endoplasmatischen Retikulum (RER) gebildet, reifen und vergrößern sich aber erst später im Cytoplasma durch ständige Neuaufnahme von zytosolischen Proteinen und Enzymen.

--> Cytoplasma, rauhes endoplasmatisches Retikulum, Leber, Niere
--> Elektronenmikroskopischer Atlas Gesamtübersicht
--> Homepage des Workshops


Drei Bilder wurden von Prof. H. Wartenberg zur Verfügung gestellt, übrige Aufnahmen, Seite & Copyright H. Jastrow.