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Editor:
Dr. med.
H. Jastrow


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Miniaturbildübersicht Stereocilien (Stereocilia):
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Stereocilien längs
Ductus epididymidis (Affe)
Stereocilien
Ductus deferens (Ratte)
Stereocilien quer
Ductus epididymidis (Affe)
Stereocilien quer 2
Ductus epididymidis (Affe)
Stereocilien auf äußeren
Haarzellen (Meerschweinchen)
Sinneshärchen einer äußeren
Haarzelle (Meerschweinchen)
Stereocilie = Sinneshäarchen einer inneren
Haarzelle des Ohrs (Meerschweinchen)
Stereocilien (Terminologia histologica: Stereocilia; Stereovilli; englisch: Stereocilia; Stereovilli) sind nur passiv wenig bewegliche, Ausstülpungen der Zellmembran.
Sie enthalten von Cytoplasma umgebene Aktinfilamentbündel, die basal im terminalen Netzwerk und apikal an der verdickten Zellmembran ihrer Spitze verankert sind.
Sie kommen in zwei verschiedenen Formen vor:
1.) Sinneshärchen der Sinnesepithelzellen
Hier sind die Stereocilien in einer filamentreichen Cuticula verankerte fingerförmige Zellfortsätze, die parallel oder in Reihen stehen. An den inneren und äußeren Haarzellen des Cortischen Organs im Innenohr sind sie ca. 5 µm lang. In den der Lageempfindung dienenden Makulaorganen des Gleichgewichtsorgans: Macula sacculi und utriculi des Innenohrlabyrinths beträgt die Länge der Stereocilien auf der Oberfläche der Sinneszellen 5 - 15 µm. Die der Wahrnehmung von Beschleunigungsbewegungen dienenden Cristae ampullares der Bogengänge des Innenohrs besitzen Typ I- (flaschenförmigen Haarzellen) und Typ II-Zellen (zylindrische Haarzellen) auf deren Oberfläche 5 - 25 µm lange Stereocilien zu finden sind. Der im Querschnitt runde Durchmesser der Stereocilien variiert zwischen 100 nm an der Basis und etwas höher 250 nm. In Bau und Erscheinung ähnelt diese Form der Stereocilien den Mikrovilli mit folgenden Abweichungen: größere Länge, etwas größerer Durchmesser, der an der Basis etwas dünner und darüber etwas weiter ist. Glykokalix und Antennulae sind nicht erkennbar. Durch die Abknickung bzw. Abscherung der Stereocilien bilden die sekundären Sinneszellen je nach der Richtung mehr oder weniger Aktionspotentiale aus, wobei im Ruhezustand schon vielen . Deshalb bezeichnet man die Stereocilien auch als Sinneshärchen.
2.) verschmolzene lange Mikrovilli des Nebenhodenganges und des etwa ersten Drittels des Samenleiters
Hier sind die Stereocilien 3 - 6 µm lange, im Querschnitt nicht mehr runde, sondern bizarre miteinander verschmolzene Zytoplasmaausstülpungen. Ihre dreidimensionale Erscheinungsform erinnert etwas an Korallen.
Im Gegensatz zu den Sinneshärchen dienen diese Stereocilien der Oberflächenvergrößerung. Sie fördern damit die Stoffaufnahme aus der Samenflüssigkeit. Zwischen den Stereocilien dieses Typs werden die Vesikel der in den zugehörigen Epithelzellen reichlich vorhandenen Golgi-Apparate in das Lumen abgegeben. Glykokalyx und Antennulae sind auch bei dieser Form der Stereocilien nicht erkennbar. Aktinfilamente sind gelegentlich weniger deutlich sichtbar als in Mikrovilli oder der ersten Stereocilienform.

--> weitere Zelloberflächendifferenzierungen: Mikrovilli, Kinocilien, Pseudopodien, Sinnesepithelzellen
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Drei Bilder wurden von Prof. H. Wartenberg zur Verfügung gestellt; übrige Aufnahmen, Seite & Copyright H. Jastrow.