Abkürzungsliste
Vokabular
mikros-
kopische
Anatomie
Fachtermini
Deutsch
+ Englisch
erklärt

Alle publizierten Inhalte wurden eingehend geprüft, dennoch wird keine Haftung für Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben übernommen !

of this page

Editor:
Dr. med.
H. Jastrow


Nutzungs-
bedingungen
Miniaturbildübersicht Gürteldesmosom (Zonula adhaerens) + Terminalgeflecht (Trama terminalis):
Bereits bezeichnete Abbildungen lassen sich durch Anklicken des Textes aufrufen!
Zonula adhaerens
Detail (Affe)
Schlußleiste mit
Zonula adhaerens (Affe)
Schlußleiste mit
Zonula adhaerens 2 (Affe)
komplette Schlußleiste
mit Zonula adhaerens (Ratte)
Zonula adhaerens
+ terminales Netz (Affe)
Verankerung des
Terminalgeflechts (Affe)
Zonula adhaerens
Detail (Darm, Ratte)
Schlußleiste mit
Zonula adhaerens (Ratte)
Terminales Netzwerk
Colon (Ratte)
Za in einer Schlußleiste
Eileiter Übersicht (Ratte)
idem Detail Schlußleiste mit Zonula
adhaerens, Verzahnung (Ratte)
Zonula occuldens et adhaerens
Rachenmandel (Mensch) 1
idem + terminales Netz
Rachenmandel (Mensch) 2
idem Rachen-
mandel (Mensch) 3
Zonula occuldens et adhaerens
Rachenmandel (Mensch) 4
Zonula occuldens et adhaerens
Rachenmandel (Mensch) 5
Gallenkapillare mit Tight junction links
+ Gürteldesmosom rechts (Ratte)
Als Gürteldesmosom (Terminologia histologica: Zonula adhaerens [Za], englisch: adhesive belt; belt desmosome) bezeichnet man eine streifenförmige Hafte der Schlußleiste zwischen Epithelzellen. Diese Zell-Zell Kontakte finden sich unterhalb der Tight-junctions und oberhalb der Fleckdesmosomen in allen Schlußleisten. Die Za verläuft im apikalen Bereich von Epithelzellen ringförmig um diese herum und dient dem terminalen Netzwerk (= Terminalgeflecht = Terminalgespinst; Terminologia histologica: Trama terminalis; englisch: terminal web) als Verankerungsstruktur an der Zellmembran. Dabei erfolgt die Anknüpfung der im Terminalgeflecht gelegenen Filamente über alpha-Actinin und Vinculin an die in diesem Zellmembranbereich in das Plasmalemma eingelagerten integralen E-Cadherinmoleküle. Ferner findet sich an der intrazellulären Membranoberfläche ein schmaler Plaque (Terminologia histologica: Condensatio intracellularis Intracellular plaque; englisch: cytoplasmic plaque) mit Plakoglobin. Der Zwischenzellraum (Interzellularspalt) zwischen den beteiligten Epithelzellen ist im Bereich einer Za 10 bis 20, meist 15 nm weit. Das Transmembranprotein E-Cadherin einer Zellmembran verbindet sich hier über Kalziumionen mit dem E-Cadherin der gegenüberliegenden Membran. Neben dem E-Cadherin soll auch über N-Cadherin eine Verbindung zur Nachbarmembran erfolgen. Gürteldesmosomen sind als kontraktile Zellhaften aufzufassen, die Lücken im Epithel nach Abstoßung abgestorbener Zellen durch tabaksbeutelartiges Zusammenziehen (Kontraktion) verschließen können. In Gallenkanälchen wird über die lokale Formveränderungen im Bereich der Zonulae adhaerentes eine Art wellenartige (peristaltische) Bewegung der Gallenflüssigkeit erzeugt.

Das Terminalgeflecht (Terminologia histologica: Trama terminalis; englisch: terminal web) besteht aus den Mikrofilamenten Aktin und Myosin II sowie aus Tropomyosin und Caldesmon. Aufgrund dieser Zusammensetzung kann sich das Netzwerk zusammenziehen (kontrahieren). Es ist entlang der Zellmembran bis in etwa 50 nm in die Zelle hinein gut erkennbar, da hier die dichte Anheftung der Komponenten an das E-Cadherin über alpha-Actinin und Vinculin erfolgt und zusätzlich parallel zur Zellmembran Aktinfilamentbündel laufen. Das Terminalgeflecht zieht in gleichbleibender Höhe sowohl innen um die gesamte Zelle herum als auch (weniger dicht und daher oft nicht so gut erkennbar) durch die gesamte Zelle in einer Ebene gleicher Höhe hinduch. Die Dicke des Terminalgespinstes beträgt 150 bis 300 nm. Am besten ist es in Darmepithelzellen erkennbar. Dort liegt es in einem Abstand von 100 bis 300 nm unter der oberen (apikalen) Zelloberfläche parallel zu dieser. Dieser Abstand wird durch die Höhe der in der Schlußleiste über den Za gelegenen Tight-junctions verursacht. Das Terminalgeflecht zählt zum Zellskelett (Cytoskelett) und dient den häufig vorhandenen Mikrovilli zur Verankerung, indem die die Mikrovilli stabilisierenden Aktinfilamente direkt in das Terminalgeflecht einstrahlen. In Kinocilien tragenden Zellen ist das Terminalgespinst oft nicht so gut erkennbar. Hier ziehen jedoch auch einzelne Aktinfilamente des Netzwerks an die Basalkörperchen der Cilien, wodurch diese zusätzlich verankert werden.

--> Zell-Zell Kontakte, Schlußleisten, Zellmembran, Tight-junctions, Fleckdesmosomen, Aktinfilamente, Mikrovilli
--> Elektronenmikroskopischer Atlas Gesamtübersicht
--> Homepage des Workshops 


Einige Bilder wurden von Prof. H. Wartenberg zur Verfügung gestellt, übrige Abbildungen, Seite & Copyright H. Jastrow.