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Editor:
Dr. med.
H. Jastrow


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Miniaturbildübersicht retikuläre Fasern (Fibrae reticulares):
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Retikuläre Fasern
im Lymphknoten (Affe)
Retikuläre Fasern
Dissé Raum (Leber, Ratte))
Retikuläre Fasern
der Leber (Ratte)
Dissescher Raum mit
retikulären Fasern (Affe)
idem
Sinusoid (Affe)
Lebersinusoid, Disse-Raum,
retikuläre Fasern (Ratte)
Kupffer- und ITO Zelle,
retikuläre Fasern, Leber (Ratte)
Retikuläre Fasern (Terminologia histologica: Fibrae reticulares; Fibrae collageni typi III; englisch: reticular fibres; collagen type III fibres) werden auch als Retikulinfasern oder argyrophile [silberliebende] Fasern bezeichnet.
Die zarten, mit Silbersalzen anfärbbaren Fasern bilden durch feine dreidimensionale Gitter das netzförmige (= retikuläre) Bindegewebe. Retikuläre Fasern haben Durchmesser von 0,2 1 µm und sind aus verschiedenen Fibrillen aufgebaut, deren Durchmesser 20 - 80 nm betragen. Dabei handelt es sich um Kollagenfibrillen vom Typ III, die insbesondere mit Heparansulfat vernetzt sind. Auch Fibronectin und Proteoglykane finden sich als Komponenten retikulärer Fasern. In Lymphknoten und anderen Organen, die retikuläre Fasern aufweisen, kommt oft in deren Nachbarschaft elastisches Fasermaterial vor: Mikrofibrillen (Fibrillin) mit Durchmessern von 7 - 12 nm und amorphe Substanz, die dem Elastin entspricht.
Lichtmikroskopisch erscheinen retikuläre Fasern je nach Färbung: schwach rosa (bei Hämatoxylin-Eosin oder "van Gieson"), blaßgrün ("Goldner"), gelblich bis graugrün (Eisenhämatoxylin) oder blau (Azan). An deutlichsten werden sie mit der Versilberungsmethode (nach Gomorri) als argyrophile (Silbersalz-bindende) Fasern tiefschwarz dargestellt. In der PAS Färbung erscheinen sie rötlich. Retikuläre Fasern findet man als netzartiges Grundgerüst in lymphatischen Organen wie Lymphknoten, Milz, Tonsillen; sowie im Bindegewebe in der Nähe von Fett- und Muskelzellen; um Drüsenendstücke und Nervenfasern herum. Relativ deutlich sind retikuläre Fasern im Disse-Raum der Leber zu erkennen.
Die retikulären Fasern sind geringfügig dehnbar, zugfest und biegungselastisch. Sie sind gegen Säuren und Laugen beständig und selbst in kochendem Wasser nicht löslich. Im normalen Lichtmikroskop weisen sie nur eine geringe Lichtbrechung, im polarisierten Licht aber eine starke Doppelbrechung (Anisotropie) auf. Im Elektronenmikroskop erkennt man die 64 nm Periodizität der Kollagenfibrillen vom Typ III.

--> elastische Fasern, Kollagenfasern, Bindegewebe
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Drei Abbildungen wurden von Prof. H. Wartenberg zur Verfügung gestellt; übrige Abbildungen, Seite & Copyright H. Jastrow.