Fakten und Zeitangaben zur
menschlichen Entwicklung
Ein Internet Lehrangebot von Dr. med. H. Jastrow
Copyright H. Jastrow
Alle publizierten Inhalte wurden eingehend geprüft, dennoch wird keine
Haftung für Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben übernommen !

Nutzungs-
bedingungen
vorangehender Tag
Übersicht der Entwicklung
nächster Tag
Stadium 17* (Ohrwülste), 41. - 43. Tag, Scheitel-Steiß Länge des Embryos: 11 14 mm
Tag 41 (2. Monat, 6. Woche), Scheitel-Steiß Länge: ca. 11,8 mm
Der Vorhof des Herzens (Atrium) ist durch das Septum primum und das auswachsende Septum secundum inzwischen in einen rechten und linken gespalten, das Atrium dextrum bzw. sinistrum. In den oberen (cranialen) Teil des linken Vorhofs ist die ehemalige gemeinsame Lungenvene (Vena pulmonalis communis) inzwischen über ihre erste Gabelung hinaus integriert worden, so, daß nun die rechte und die linke Lungenvene (Vena pulmonalis) direkt hier einmünden. Die Vergrößerung des linken Vorhofs und der Integrationsvorgang schreitet jedoch noch weiter fort. Im Bereich des Bulbus cordis und des arteriellen Gefäßstammes (Truncus arteriosus) beginnen die Bulbus- bzw. die daran anschließenden Truncuswülste miteinander zu verschmelzen, wodurch die spiralig verlaufende Trennwand zwischen Körperschlagader und Lungenschlagader, das Septum aorticopulmonale entsteht. Diese Trennwand reicht nach oben (cranial) bis über die Arterien des 6. Kiemenbogens (rechts: rechte Lungenarterie; links Ductus arteriosus Botalli und linke Lungenarterie) hinaus, deren Abgänge auf der Seite des nun entstehenden Lungenarterienstamms (Truncus pulmonalis) zu liegen kommen und verschmilzt darüber mit der Vorderwand des ehemaligen Truncus arteriosus, dadurch werden alle Abgänge, die cranial der 6. Kiemenbogenarterie liegen, zu Ästen der Körperschlagader (Aorta). Nach dem vollständigen Verschluß trennen sich Aorta und der Truncus pulmonalis voneinander, als einzige Verbindung bleibt zwischen beiden der noch weit offene Ductus arteriosus Botalli bestehen, der aus der linken 6. Kiemenbogenarterie hervorging. Der unterhalb des Abganges der linken Schlüsselbeinarterie (Arteria subclavia) in die Aorta einmündende Ductus ist bis kurz nach der Geburt ein wichtiger Abfluß für das verbrauchte Blut aus dem rechten Ventrikel, weil die Lungen noch nicht entfaltet sind und daher einen hohen Gefäßwiderstand besitzen. Auch funktionell wäre es sinnlos, wenn die Lungen bereits jetzt das gesamte Blut des rechten Ventrikels aufnehmen würden, da hier das Blut nicht mit Sauerstoff angereichert (oxigeniert) werden könnte. Der Bulbus cordis wird zum größten Teil in die Wand der rechten Herzkammer (Ventriculus dexter) einbezogen, wo er den glattwandigen Teil vor dem Gefäßabgang, den Conus arteriosus und das Infundibulum bildet. Links geht aus ihm nur der glattwandige Teil der Ausstrombahn hervor. Die Taschenklappen (Valvulae semilunares) bilden sich nun aus je drei endokardialen Bulbuswülsten: vorne (ventral) entsteht die Pulmonalklappe (Valvula pulmonalis) aus dem ventralen und den miteinander verklebten rechten und linken Bulbuswülsten; hinten (dorsal) die Aortenklappe (Valvula aortae) aus dem dorsalen und den miteinander verklebten rechten und linken Bulbuswülsten. Durch den Blutstrom werden die aufeinander zuwachsenden Wülste allmählich nach unten ausgebuchtet, wodurch ihre Taschenform entsteht.
In der Beinknospe haben sich die Knorpelanlagen deutlich vergrößert. Neben den Anlagen von Darmbein (Os ilii), Schambein (Os pubis), Schienenbein (Tibia), Wadenbein (Fibula), und Oberschenkelknochen (Femur) sind nun auch die Anlagen von 3 Fußwurzelknorpeln, Mittelfußknorpeln und Metatarsalknorpeln erkennbar.


--> allgemeine Informationen zu den Kiemenbögen, Schlundtaschen, Derivaten der Urogenitalien
--> Homepage des Workshops
* Stadieneinteilung nach Carnegie