Fakten und Zeitangaben zur
menschlichen Entwicklung
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Stadium 19* (Darmhernie), 47. - 48. Tag, Scheitel-Steiß Länge des Embryos: 16,7 18 mm
Tag 47 (2. Monat, 7. Woche), Scheitel-Steiß Länge: ca. 16,7 mm
Am äußeren oberen Augenwinkel sind aus dem Bindehautsack (Konjunktivalsack) solide Epithelknospen der Basalzellschicht ins Mesenchym vorgewachsen, die im Folgenden allmählich Lumina und das Epithel der Tränendrüse (Glandula lacrimalis) bilden. Der Tränennasengang (Ductus nasolacrimalis) hat ein Lumen entwickelt und erweitert sich nahe dem Auge zum Tränensack (Saccus lacrimalis). In seinem unteren Abschnitt verschmilzt er mit dem Epithel der Nase seitlich unter der unteren Nasenmuschel (Concha nasalis inferior), wo er in die Nasenhöhle mündet.
Im Herzen schließt sich nun das zwischen den beiden Herzkammern gelegene Foramen interventriculare durch das Verschmelzen der Bulbuswülste miteinander und mit den verwachsenen Endokardkissen des Vorhof-Kammerkanals (Atrioventricularkanals). Dabei ist der dünne, ganz oben gelegene membranartige Abschnitt (Pars membranacea) aus muskelfreien Gewebsanteilen der Endokardkissen und der Trennwand zwischen Körper- und Lungenschlagader (Septum aorticopulmonale) hervorgegangen, die mit dem darunter gelegenen muskulären Teil der Kammerscheidewand (Septum interventriculare) verwachsen. Somit kann Blut aus der rechten Herzkammer (Ventriculus dexter) nur noch in den Lungenarterienstamm (Truncus pulmonalis), Blut aus der linken Herzkammer (Ventriculus sinister) nur noch in die Körperschlagader (Aorta) weitergeleitet werden. Inzwischen finden sich die Anlagen aller Herzklappen: Die Taschenklappen (Valvulae semilunares) entwickeln sich aus drei Endokardkissen, die im Bereich des Bulbuswulstes gebildet wurden. Die Segelklappen sind angelegt, nach seitlich (lateral) sind schon die als große Muskelzugwülste (Trabekel) imponierenden Papillarmuskeln zu erkennen. Die septalen Papillarmuskeln werden erst danach gebildet, wenn sich vom membranösen Teil des Septums bis zum Klappenrand hin feine Bindegewebsfasern, die Vorläufer der zwischen den Papillarmusken und den Rändern der Segelklappen ausgebildeten Sehnenfäden (Chordae tendineae) abspalten, die Verbindung zu kleinen Vorwölbungen des septalen Myokards haben, welche die Anlage der septalen Papillarmuskeln darstellen.
Der normale Nabelbruch (physiologische Nabelhernie) des Mitteldarms hat seine größte Ausprägung erreicht. Die Fingerglieder sind jetzt alle erkennbar. Die Arme wachsen allmählich über die Herzanlage hinaus. Der Hohlraum (Lumen) in der Unteren Aussackung der Bauchfelltasche (Recessus inferior bursae omentalis) wird immer kleiner, wodurch die Vorder- und Hinterwand in direkten Kontakt kommen und schließlich an der inneren Seite miteinander verschmelzen. Dadurch bildet sich das große Netz (Omentum majus). Die Bauchfelltasche (Bursa omentalis) bleibt über ein Loch, das Foramen epiploicum (Winslowi), mit dem Lumen der Bauchhöhle im Verbindung.
Bei weiblichen Feten nähern sich die vor der Urnierenanlage erkennbaren Müller-Gänge langsam der Mittellinie mit dem Ziel zu verschmelzen. Sie reichen an ihrem caudalen Ende bis an die mediale Hinterwand des Sinus urogenitalis heran, erreichen aber nicht dessen Lumen.


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* Stadieneinteilung nach Carnegie