Fakten und Zeitangaben zur
menschlichen Entwicklung
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10. Woche= Tag 64 70, Scheitel-Steiß Länge des Feten: 51 - 61 mm, Fußlänge: 9 mm, Gewicht ca. 14 g
Tag 64 (3. Monat, 10. Woche), Scheitel-Steiß Länge: ca. 51 mm
Die Nase ist vorgewölbt, das Zwischenkiefersegment, welches aus der Verschmelzung von den mittleren (medialen) Nasenfortsätzen und den Oberkieferfortsätzen entstand, hat sich vergrößert und bildet mit den Oberkieferfortsätzen einen glatten oberen Abschluß der Mundhöhle. Die Öffnung der Mundhöhle hat sich verkleinert, da seitlich (lateral) der Ober- und Unterkieferfortsatz miteinander verwachsen sind. In die Lippen und Wangenanlage dringt Mesenchym des 2. Kiemenbogens ein, woraus sich die dortige mimische Muskulatur entwickelt, welche vom zugehörigen 2. Kiemenbogennerven, dem Gesichtsnerven (Nervus facialis, VII. Hirnnerv) versorgt wird. Aus dem 1. Kiemenbogen hat sich bereits die an Masse zunehmende Kaumuskulatur entwickelt. Aus dem Stirnnasenfortsatz (Processus nasofrontalis) sind die Stirn, der Nasenrücken und die Nasenspitze entstanden. Die nun deutlich ausgeprägten Nasenflügel stammen aus den seitlichen (lateralen) Nasenwülsten, während der knorpelige Teil der Nasenscheidewand (Septum nasi) und das Philtrum der Oberlippe aus dem medialen Nasenwulst hervorgegangen sind. Das Gesicht bekommt ein menschliches Profil und die Bildung des Kinns (Mentum) beginnt.
An der in Richtung Zunge gelegenen (lingualen) Seite der Anlagen der Milchzähne (Dentes decidui) entstehen die ersten Knospen der bleibenden Zähne (Dentes permanentes) aus der Zahnleiste oberhalb der Milchzahnanlage. Die Anlagen der bleibenden Backenzähne (Molaren), die keine Milchzahnvorläufer haben, bilden sich aus der inzwischen nach hinten weitergewachsenen Zahnleiste. Die Zahnknospen bilden sich nicht alle auf einmal, sondern zu verschiedenen Zeiten in der weiteren Fetalperiode oder noch später aus. Die Anlage des 2. bleibenden Molaren erfolgt ca. im 4. Monat nach der Geburt, die des 3. Molaren erst im 5. Lebensjahr. Im Bereich der Milchzahnanlagen sind nun ein inneres und ein äußeres Schmelzepithel sowie das Schmelzretikulum zu unterscheiden. Im oberen Bereich der aus dem Mesenchym hervorgegangenen Zahnpapillen werden die Odontoblasten gebildet, die das Zahnbein (Dentin) produzieren, jedoch zu diesem Zeitpunkt noch kein Dentin synthetisiert haben. Sie grenzen noch direkt an die schmelzbildenden Zellen (Adamantoblasten) des inneren Schmelzepithels, die ihre Bildung induziert haben. Die äußeren Zellen der ektodermalen Zahnleiste im übrigen Bereich bezeichnet man als äußeres Schmelzepithel. Zwischen innerem und äußerem Schmelzepithel hat sich die Zahnleiste im Bereich der Schmelzglocke wabig in das Schmelzretikulum umgewandelt.


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* Stadieneinteilung nach Carnegie