Fakten und Zeitangaben zur
menschlichen Entwicklung
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18. Woche (5. Monat, Fetalperiode) = Tag 120 126, Scheitel-Steiß Länge des Feten: um 160 mm, Fußlänge: 33 mm, Gewicht ca. 300 g
5. Monat: ab Tag 120
Die aus der Basalzellschicht der Außenhaut (Epidermis) abgeleiteten Haaranlagen haben nun die ersten sichtbaren äußerst feinen Haare gebildet, welche als Lanugohaare bezeichnet werden. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Lana = feine Haare ab. Um die Haare hat sich aus den Basalzellen eine epitheliale Wurzelscheide gebildet, welche außen von Bindegewebe ergänzt wird. Hier erscheint der sich bildende Haaraufrichtemuskel (Musculus arrector pili), der im Bindegewebe naher Hautpapillen verankert ist. In den Haarpapillen treten feine Blutgefäße auf. Erste Vorläuferzellen der Hautpigment bildenden Zellen (Melanoblasten) wandern hierdurch ins Epithel der Matrix der Haarzwiebel ein. Die Talgdrüsenanlagen haben sich inzwischen deutlich vergrößert und werden im Folgenden noch größer, wobei sie auch tiefer ins Corium vorwachsen. Sie bilden letztlich weite (alveoläre) Endstücke aus. Kleine Talgdrüsen werden jetzt auch unabhängig von Haaren aus Epithelsprossen im Bereich der Eichel (Glans penis) oder den kleinen Schamlippen (Labia minora) ausgebildet.
Die inzwischen zahlreichen Langerhansschen Inseln des hormonbildenden Teils der Bauchspeicheldrüse (endokrines Pankreas) haben mit einer effektiven Insulinproduktion begonnen.
Bei weiblichen Feten ist die Gebärmutter (Uterus) vollständig angelegt und in der Scheide (Vagina feminina) ist ein zentraler Hohlraum (Lumen) erkennbar. Der Kitzler (Klitoris) ist noch verhältnismäßig groß ausgebildet und gut erkennbar.
Im Bereich des Kleinhirns (Cerebellum) sind alle Lappen (Lobi) und Abschnitte des Wurms (Vermis cerebelli) jetzt angelegt. Dabei spiegelte die Individualentwicklung (Ontogenese) die Stammesentwicklung (Phylogenese) wieder. So wurden als erstes die Abschnitte des ältesten Kleinhirnteils (Archicerebellum) differenziert, das auch als Vestibulocerebellum bezeichnet wird, da es Afferenzen aus dem Gleichgewichtssinn erhält. Es besteht aus dem Lobus flocculonodularis. Danach folgten die Strukturen des nächst älteren Kleinhirnteils (Palaeocerebellum) bestehend aus: Lobus rostralis, Pyramis vermis und Uvula vermis), die Informationen (Afferenzen) der Stellungs- und Lagerezeptoren des Körpers über das Rückenmark erhalten. Schließlich wurden die stammesgeschichtlich jüngsten Teile (Neocerebellum mit Abschnitten des Wurms: Declive, Folium und Tuber vermis sowie der Lobus caudalis) angelegt, die mit der Großhirnrinde in Verbindung stehen.


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