Dr. phil. Alex Aßmann
Dr. phil. Alex Aßmann
wissenschaftlicher Mitarbeiter
Aktuelles
Examensprüfungen
Erstes Staatsexamen - mündliche Prüfung in den Erziehungswissenschaften im April 2013:
Für die KandidatInnen, die bei mir ihre mündliche Prüfung in Pädagogik ablegen biete ich folgende Prüfungskolloquien an:
19.03.2013 von 12.00 - 14.00 Uhr, Raum 03-153
02.04.2013 von 12.00 - 14.00 Uhr, Raum 03-153
Absprachen zum Thema in der Sprechstunde oder per E-Mail.
Meine Prüfungsschwerpunkte liegen im Bereich der Allgemeinen Pädagogik. In jedem Prüfungsturnus biete ich zwei prüfungsvorbereitende Kolloquien an (die Teilnahme ist natürlich freiwillig).
In einem ersten Termin kläre ich Sie gerne über formale Aspekte, Fragen des Prüfungsverlaufs, erfahrungsgemäß bessere und schlechtere Prüfungsstrategien, sowie auch über die Bewertungsgrundlagen für Examensprüfungen auf.
In einem zweiten Termin besteht die Möglichkeit des Austauschs und der Diskussion ihrer Prüfungsthemen bzw. des Standes ihrer Vorbereitung.
Indessen empfehle ich unabhängig von den Kolloquien eine zeitige Themenabsprache, günstigstenfalls in der Sprechstunde, oder aber notfalls auch per Mail.
Beruflicher Werdegang
1994-1997: Ausbildung zum Krankenpfleger
1997-1998: Freizeittherapeutische Tätigkeit in einer Einrichtung für psychisch Kranke
1998-1999: Zivildienst in einer vollstationären Jugendhilfeeinrichtung
2001-2004: Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Weiterbildung, Beratung und Forschung (IWBF) der Evangelischen Fachhochschule Ludwigshafen: Bereich Lehrevaluation und Evaluation der Praktika
2005-2008: Freier Mitarbeiter des Stadtjugendamtes Mannheim:
Fachbereich Erziehungsbeistandschaft
2006-2007: Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Schulpädagogik/ Arbeitseinheit Schule des Instituts für Bildungswissenschaft der Ruprecht Karls-Universität Heidelberg: Aufbau und Betreuung des Blended Learning, Durchführung von Begleitveranstaltungen zur Vorlesung „Einführung in die Schulpädagogik“
2006-2008: Lehraufträge an der Evangelischen Fachhochschule Ludwigshafen in Sozialphilosophie und Pädagogik
2006-2008: Freier Mitarbeiter am IWBF der Evangelischen Fachhochschule Ludwigshafen: Forschungsprojekt „Leben in der Ernst Reuter-Siedlung“
Seit 2008: Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Johannes Gutenberg-Universität zu Mainz,
FB 02, Institut für Erziehungswissenschaft, AG Schulpädagogik
2009-2011: Vertretung der Professur für Allgemeine Pädagogik mit dem
Schwerpunkt Sozialpädagogik am Institut für Bildungswissenschaft der
Ruprecht Karls-Universität Heidelberg (50%)
Seit 2011: Fortsetzung meiner Lehrtätigkeit an der Universität Mainz zu 100%
Curriculum Vitae
- Von 2000-2003: Studium der Sozialpädagogik in Ludwigshafen, danach und bis 2005 Erziehungswissenschaften, Soziologie und Philosophie in Heidelberg und Frankfurt a. M.
- 2008: In Frankfurt a. M. Promotion zum Dr. phil. mit einer Arbeit über „Pädagogik und Ironie“
- Seit 2008 arbeite ich als Erziehungswissenschaftler an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in der Lehrerbildung. Meine Stelle ist hauptsächlich der Lehre und den Examensprüfungen gewidmet. Indessen gehe ich dabei unterschiedlichen Forschungstätigkeiten nach.
- Nähere Angaben hierzu finden Sie in dem unten anstehenden Publikationsverzeichnis sowie in den Ausführungen zu meinem aktuellen Forschungsprojekt zur Biographie Klaus Mollenhauers (1928-1998). Meine bisherige Lehrtätigkeit können Sie ausführlich unter Lerveranstaltungen einsehen.
Sonstiges
- 2010 Mitgliedschaft in einer Berufungskommission, Universität Mainz
- 2010 Gutachtertätigkeit für die Zeitschrift für Qualitative Forschung (ZQF), Verlag Barbara Budrich
- 2010 Anschubförderung durch das Zentrum f. Bildungs- und Hochschulforschung (ZBH) der Universität Mainz für das Projekt „Zur Medialität des Selbst. Philosophische Grundkategorien zur Bildungsforschung“, gemeinsam mit Dr. Annette Hilt (Philosophisches Seminar, Mainz) in Höhe von 12.000,-€
Arbeitsschwerpunkte
- Allgemeine Pädagogik
- Schulpädagogik
- Hermeneutisch-rekonstruktive Unterrichtsforschung
Forschung
Forschungsschwerpunkte- Theorie der Erziehung
- Pädagogische Anthropologie
- Aktuelles Forschungsprojekt: Zur Biographie Klaus Mollenhauers (1928-1998)
Publikationen und Vorträge
PublikationenI. Monographien
- (2012) Erziehung als Interaktion. Theoriegrundlagen zur Komplexität pädagogischer Prozesse, Weinheim: Beltz-Juventa (i. Ersch.)
- (2011) (Hrsg., zus. m. Jens-Oliver Krüger) Ironie in der Pädagogik. Theoretische und empirische Studien zur pädagogischen Bedeutsamkeit der Ironie, Weinheim/ München: Juventa
- (2008a) Erziehung als Zumutung und Emanzipationsvorhaben. Eine kleine Einführung in die Pädagogik, Lage: Jacobs
- (2008b) Pädagogik und Ironie, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften
- (2005) Die Andersheit. Über Kritische Theorie in Frankreich und Deutschland, Köln: Papyrossa
- (2004) Soziale Praktiken der Herabsetzung und Entwürdigung. Zum Stand der kritisch-emanzipatorischen Theorien in den Erziehungswissenschaften und der Sozialen Arbeit, Köln: Papyrossa
II. Aufsätze
- (2012a) Klaus Mollenhauer (1928-1998): Kritisch-emanzipatorische Pädagogik, Studentenbewegung und die deutsche Nachkriegserziehungswissenschaft. In: Rundbrief Gilde Soziale Arbeit #1/2012 (stark gekürzter Vorabdruck von Aßmann 2012b)
- (2012b) Klaus Mollenhauer (1928-1998): Kritisch-emanzipatorische Pädagogik, Studentenbewegung und die deutsche Nachkriegserziehungswissenschaft. In: Kenklies, karsten (Hrsg.): Bildung und Kultur – Person und Persönlichkeiten, Jena: Garamond (i. Ersch.)
- (2011a) Über Anpassung. In: Vierteljahrsschrift f. wiss. Pädagogik #3/2011, S. 266-287
- (2011b) Die Ironisierung. Das Gegenmodell zur Instruktion und sein pädagogischer Sinn. In: Aßmann/ Krüger (Hrsg.), Ironie in der Pädagogik, a.a.O., S. 181-201
- (2011c) (zus. m. Oliver Krüger) Ironie in der Pädagogik. Annäherungen und Perspektiven. In: Aßmann/ Krüger (Hrsg.), Ironie in der Pädagogik, a.a.O., S. 7-25
- (2011d) Hilfe und Gewalt. Über eine Kritische Theorie der Sozialen Arbeit mit besonderer Rücksicht auf Walter Benjamins Traktat zur ‚Kritik der Gewalt’. In: Krieger, Wolfgang/ Kraus, Björn (Hg.): Macht in der Sozialen Arbeit. Interaktionsverhältnisse zwischen Kontrolle, Partizipation und Freisetzung, Lage 2010 (2. Auflage), S. 181-217 (überarb. Wiederveröffentlichung Aßmann 2007b)
- (2010a) Rezension von: Groß, Stefan: Zwischen Politik und Kultur, Pädagogische Studien zur Sache der Emanzipation bei Klaus Mollenhauer. Würzburg: Königshausen & Neumann 2010. In: EWR (2010), Nr. 5 (Veröffentlicht am 13.10.2010), URL: http://www.klinkhardt.de/ewr/978382604244.html
- (2010b) Das Selbst. Der Bestimmungspunkt des Sozialisationsprozesses als Ausgangspunkt pädagogischer Fragestellungen. In: Vierteljahrsschrift f. wiss. Pädagogik #4/2010, S. 371-393
- (2009a) Intimitätsverletzungen im Unterricht: Eine Alternativdeutung der sozialisierten schulpädagogischen Alltäglichkeit. In: kursiv – Journal für politische Bildung #3/2009, S. 68-78
- (2009b) Wollen wir wirklich, dass der Nachwuchs so gerät, wie wir ihn uns gewünscht haben? Bioethik – Posthumanismus – Pädagogik: Plädoyer für eine Debatte (online publiziert bei: http://www.systemagazin.com)
- (2007a) Dass die gesellschaftlichen Kräfte sich nicht in politischen Konflikten verlieren mögen. Eine Studie zur Bedeutung der sozialpädagogischen Bewegung im Deutschland der Zwanziger- und Dreißigerjahre auf der Grundlage des Gouvernementalitätsbegriffes. In: Krieger, Wolfgang/ Kraus, Björn (Hg.): Macht in der Sozialen Arbeit. Interaktionsverhältnisse zwischen Kontrolle, Partizipation und Freisetzung, Lage 2007, S. 273-303
- (2007b) Über die Intention zu helfen und die Gewalt, die es faktisch bedeutet. Versuch, von Walter Benjamins „Kritik der Gewalt“ ausgehend auf den Weg einer Kritischen Theorie der Sozialen Arbeit zu kommen. In: Krieger, Wolfgang/ Kraus, Björn (Hg.): Macht in der Sozialen Arbeit. Interaktionsverhältnisse zwischen Kontrolle, Partizipation und Freisetzung, Lage: Jacobs 2007, S. 181-219
- (2006) Angenommen, es gäbe keine Unfreiheiten. Über die Bedeutung des Spätwerks von Michel Foucault für die Auslegung moderner Aporien und die Kritik von Interventionsnormen. In: Zeitschrift f. syst. Therapie u. Beratung #24(2)/ 2006, S. 89-97
III. Forschungsberichte
- (2008a) Auswertung der Experteninterviews. In: Wohnen im Alter in der Ernst-Reuter-Siedlung: Abschlussbericht zur Feldstudie in Ludwigshafen Gartenstadt 2006 bis 2008, Ludwigshafen: Fachhochschule Ludwigshafen/ Fachbereich 4 f. Sozialwesen, S. 109-127
- (2008b) Kulturgeschichte und Kulturanthropologie des Wohnens. In: Krieger, Wolfgang/ Schupp, Patrick: Wohnen im Alter in der Ernst-Reuter-Siedlung: Abschlussbericht zur Feldstudie in Ludwigshafen Gartenstadt 2006 bis 2008, Ludwigshafen: Fachhochschule Ludwigshafen/ Fachbereich 4 f. Sozialwesen, S. 58-64
- (2002a) (zus. mit Wolfgang Krieger u. Monika Ludwig) Evaluation an der Evangelischen Fachhochschule Ludwigshafen mit Gesamtbericht über die Befragung der Studierenden zur Lehre im Sommersemester 2002, Ludwigshafen: Evangelische Fachhochschule (46 S.)
- (2002b) (zus. mit Wolfgang Krieger u. Jens Karau) Bericht zur Evaluation der Lehrveranstaltungen 2001 im zweiten Semester des Fachbereichs Soziale Arbeit, Ludwigshafen: Evangelische Fachhochschule
Vorträge
- (2011) Erziehung, Interaktion und Unterricht (Vortrag im Rahmen eines Hearings zur Besetzung der W2-Professur für Erziehungswissenschaft am 01.12.2011 an der Universität Paderborn)
- (2011) Das Selbst als theoriesemantisches Problem der Erziehungswissenschaft (Vortrag am 09.07.2011 in Naumburg: „Forum Philosophie der Erziehung“)
- (2010) Sozialisation und Erziehung als die pädagogische Grundunterscheidung? Eine Spekulation (Vortrag am 04.07.2010 in Heppenheim: „Forum Philosophie der Erziehung“)
- (2010) Das Selbst – der Bestimmungspunkt des Sozialisationsprozesses als Ausgangspunkt pädagogischer Fragestellungen (Vortrag am 22.01.2010 zur feierlichen Eröffnung der Eugen-Fink-Forschungsstelle, Johannes Gutenberg Universität Mainz)
- (2009) Wollen wir, dass unsere Kinder so werden, wie wir sie uns wünschen? Über Bioethik und Pädagogik (Vortrag am 18.06. 2009 im Rahmen der „Offenen Universität“, Johannes Gutenberg Universität Mainz)
Aktuelles Forschungsprojekt: Die Biographie Klaus Mollenhauers (1928-1998): Bundesdeutsche Erziehungswissenschaft im lebens-, sozial- und wissenschaftsgeschichtlichen Zusammenhang
Das bereits seit 2010 laufende und in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Theorie der Sozialpädagogik der Friedrich Schiller-Universität Jena (Prof. Dr. Winkler) entworfene, von Dr. Alex Aßmann an der Uni Mainz bearbeitete Projekt, widmet sich dieser exponierten Wissenschaftlerbiographie. Ziel ist es, eine ausführliche Biographie Klaus Mollenhauers in monografischer Form vorzulegen.
Inhalt
Der im Oktober 1928 in Berlin geborene und im März 1998 in Göttingen verstorbene Pädagoge Klaus Mollenhauer war einer der bedeutungsvollsten Erziehungswissenschaftler der deutschen Nachkriegszeit. Sein Buch „Erziehung und Emanzipation“, eine 1968 erstmals erschienene Aufsatzsammlung, übte auf den pädagogischen Diskurs der späten Sechzigerjahre des 20. Jahrhunderts eine enorme Kraft aus. Das Buch hatte eine nicht zuletzt politisierende Wirkung auf die Pädagogik. Dies insofern, als für die Pädagogik in Gestalt einer Monographie nunmehr ein Vokabular und – mit „Emanzipation“ – eine Leitkategorie zur Verfügung standen, um über sich selbst als gesellschaftlich wirkungsvolle Kraft zu reflektieren (vgl. Groß 2010). Die bereits vier Jahre darauf in der Erstauflage erschienen „Theorien zum Erziehungsprozeß“ (1972) werden heute indessen als der erste „seriöse Versuch“ in der Nachkriegszeit eingeordnet, „unser Fach auf die Höhe der Zeit zu bringen und den Ansprüchen des Einzelnen auf Selbstbestimmung gerecht zu werden“ (Prange 2009, Bd. 2, S. 215), dies nun zumal mit einer sozialwissenschaftlich orientierten Terminologie. Bei seinem Buch „Vergessene Zusammenhänge: Über Kultur und Erziehung“ (1983) handelt es sich schließlich um eine dritte theoriegeschichtlich gewichtige Monographie Mollenhauers, die „auf den pädagogischen Diskurs der 80er Jahre ähnlich eingewirkt“ habe „wie ‚Erziehung und Emanzipation’ auf den Diskurs der 60er Jahre“ (Parmentier 1998, S. 34). Denn in dieser „Skizze einer neuzeitlichen Bildungsgeschichte“ bzw. der „Prinzipien, die Mollenhauer in diesem Teil unserer kulturellen Überlieferung entdeckt bzw. wiederentdeckt“, seien Ansätze enthalten, so Parmentier, die „jedenfalls den Umgang der Erwachsenen mit der jüngeren Generation auch in Zukunft noch begründen zu können“ (ebd.) scheinen. Damit sind indessen nur drei von insgesamt etwa 250 Publikationen Mollenhauers benannt. An dieser groben Übersicht zeigt sich nicht nur, wie breit sein Denken angelegt und von welcher Bedeutung es für die Entwicklung der deutschen Erziehungswissenschaft war (und noch ist). Sondern die biographischen und publizistischen Eckdaten deuten außerdem darauf hin, wie intensiv seine eigene Biographie mit politischen, sozial- und wissenschaftsgeschichtlichen Kontexten nicht nur der pädagogischen Denk-, sondern der neueren deutschen Geschichte überhaupt verflochten war. Hierzu nur einige Stichwörter:
- Als 1928 Geborener gehört Klaus Mollenhauer eben jener Generation an, die ab Mitte der 1960er-Jahre zu akademischem Einfluss gelangt und zu deren akademischen Schülern sodann die sog. „68er“ gehören. Es handelt sich dabei zudem um die sog. „Flakhelfer-Generation“, der auch Mollenhauer angehörte. Wie auch andere im Umfeld der Studentenbewegung aktiven oder die Bildungsreform begleitenden Intellektuellen (z.B. Jürgen Habermas, Herwig Blankertz, Wolfgang Klafki u. a.), gehört dies auch zu seinem Erfahrungsbestand: dass er noch als Jugendlicher zum Kriegsdienst einberufen wurde und die Kriegsgefangenschaft miterlebt hat.
- Akademisch in den 1950er-Jahren sozialisiert, steht Mollenhauer wie Blankertz und Klafki ebenfalls noch in der Tradition der geisteswissenschaftlichen Pädagogik (E. Weniger, H. Nohl). Die sozialwissenschaftliche Umorientierung Ende der Sechzigerjahre, sowie die Orientierung an individueller und gesellschaftlicher Emanzipation, also am Ideal der Demokratisierung, entspricht nicht nur einem bis heute maßgeblichen Paradigmenwechsel in der Erziehungswissenschaft, sondern es ging ebenfalls mit einem akademischen Generationenwechsel einher.
- Insbesondere Mollenhauers Frankfurter Professur (1969-1972) fällt zeitlich und räumlich sowohl mit dem Bedeutungsverlust der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule für die Studentenbewegung zusammen, als auch mit dem Zerfall der Außerparlamentarischen Opposition (APO) überhaupt. Außerdem spielen sich in seinem direkten Umfeld die Heimkampagne ab; die Radikalisierung in der Protestbewegung bis hin zur Gründung der Roten Armee Fraktion (RAF) stellen wiederum darin eingebundene Prozesse dar. Zur gleichen Zeit engagiert er sich aktiv für die Frankfurter Kinderläden. Insofern ist der Pädagoge Mollenhauer zugleich auch teilnehmender Zeitzeuge von für die Bundesrepublik wichtigen sozialen und politischen Entwicklungen, außerdem auch solchen, die unsere heutigen Erziehungsmilieus noch betreffen.
- Sein Buch „Vergessene Zusammenhänge“ stellt zugleich eine selbstkritische Bezugnahme auf die Wirkungen der „Versozialwissenschaftlichung“ der Disziplin nach dem Ende der Bildungsreformphase dar. Also einen Vorgang, den er selbst als Theoretiker mit begleitet hat. In das Buch eingewoben sind bereits solche ästhetischen und strukturalistischen Ansätze, die für uns heute zum erziehungswissenschaftlichen Repertoire gehören, aber mithin von Mollenhauer erst etabliert wurden.
Methode
- Zeitzeugeninterviews mit unterschiedlichen Gesprächspartner/innen aus dem familiären, akademischen und politischen Umfeld
- Sicherung und Auswertung der vorhandenen Archivbestände
- Erschließung und Auswertung des Nachlasses
- Einordnung der Theorieentwicklung in sozial-, bildungs- und politikgeschichtliche Kontexte
Publikationen zum Thema
Aßmann, Alex (2011): Über Anpassung. In: Vierteljahrsschrift f. wiss. Pädagogik (87. Jg.), #2/ 2011, S. 266-287
Aßmann, Alex (2012a): Klaus Mollenhauer (1928-1998): Kritisch-emanzipatorische Pädagogik, Studentenbewegung und die deutsche Nachkriegserziehungswissenschaft. In: Rundbrief Gilde Soziale Arbeit #1/2012 (stark gekürzter Vorabdruck von Aßmann 2012b)
Aßmann (2012b): Klaus Mollenhauer (1928-1998): Kritisch-emanzipatorische Pädagogik, Studentenbewegung und die deutsche Nachkriegserziehungswissenschaft. In: Kenklies, Karsten (Hrsg.): Bildung und Kultur – Person und Persönlichkeiten, Jena: Garamond (i. Ersch.)
In der Beschreibung verwendete Quellen:
Stefan Groß (2010): Zwischen Politik und Kultur. Pädagogische Studien zur Sache der Emanzipation bei Klaus Mollenhauer. Würzburg
Klaus Mollenhauer (1970): Erziehung und Emanzipation. Polemische Skizzen, München (4. Aufl.; Erstausgabe 1968)
Klaus Mollenhauer (1974): Theorien zum Erziehungsprozeß. Zur Einführung in erziehungswissenschaftliche Fragestellungen. München (2. Aufl.; Erstausgabe 1972)
Klaus Mollenhauer (2003): Vergessene Zusammenhänge. Über Kultur und Erziehung. Weinheim/ München (6. Aufl.; Erstausgabe 1983)
Michael Parmentier (1998): Entdeckt, was ihr wollt. Zum Tode von Klaus Mollenhauer. Eine Würdigung. In: Erziehungswissenschaft. 9. Jahrgang/ 1998, Heft Nr. 17, S. 23-43 Klaus Prange (2009): Schlüsselwerke der Pädagogik. 2 Bd. Stuttgart
Lehrveranstaltungen
- 2006: Einführung in die Sozialphilosophie (Evang. Fachhochschule Ludwigshafen, Studiengang Soziale Arbeit [SoSe])
- 2006/2007: Einführung in die Pädagogik (Evang. Fachhochschule Ludwigshafen, Studiengang Soziale Arbeit [WiSe])
- 2008-2010: Lernumgebungen gestalten (Universität Mainz, Institut f. Erziehungswissenschaft, AG Schulpädagogik, Lehramt f. Gymnasien)
- 2008-2010: Lernprozesse rekonstruieren (Universität Mainz, Institut f. Erziehungswissenschaft, AG Schulpädagogik, Lehramt f. Gymnasien)
- seit 2008: Einführung in die Schulpädagogik (Universität Mainz, Institut f. Erziehungswissenschaft, AG Schulpädagogik, Lehramt f. Gymnasien)
- 2009-2011: Lernprozesse initiieren, beobachten und rekonstruieren (Universität Mainz, Institut f. Erziehungswissenschaft, AG Schulpädagogik, Lehramt f. Gymnasien)
- 2009/2010: Einführung in die Interpretationstechnik der Objektiven Hermeneutik (Universität Heidelberg, Institut f. Bildungswissenschaft, Magisterstudiengang Erziehungswissenschaft, Proseminar [WiSe])
- 2009/ 2010: Konflikt – ein pädagogischer Grundbegriff? (Universität Heidelberg, Institut f. Bildungswissenschaft, Magisterstudiengang Erziehungswissenschaft, Schwerpunkt Sozialpädagogik, Oberseminar [WiSe])
- 2010: Klaus Mollenhauer – der Klassiker der deutschen Sozialpädagogik (Universität Heidelberg, Institut f. Bildungswissenschaft, Magisterstudiengang Erziehungswissenschaft, Schwerpunkt Sozialpädagogik, Hauptseminar [SoSe])
- 2010: Das Selbst als pädagogischer Begriff (Universität Heidelberg, Institut f. Bildungswissenschaft, Magisterstudiengang Erziehungswissenschaft, Schwerpunkt Sozialpädagogik, Oberseminar [SoSe])
- 2010/2011: Das gegenstandstheoretische Problem der Erziehungswissenschaft (Universität Heidelberg, Institut f. Bildungswissenschaft, alle Schwerpunkte, Vorlesung [WiSe])
- 2011: Einführung in die Grundlagentheorien zum Erziehungs- und Bildungsprozess (Universität Heidelberg, Institut f. Bildungswissenschaft, alle Studiengänge, Vorlesung [SoSe])
- 2011: Ironie in der Pädagogik (Universität Heidelberg, Institut f. Bildungswissenschaft, Magisterstudiengang Erziehungswissenschaft, Oberseminar [SoSe])
- 2011/ 2012: Unterricht beobachten, rekonstruiieren, initiieren (Universität Mainz, Institut f. Erziehungswissenschaft, AG Schulpädagogik, Lehramt für Gymnasien)