Hintergrund

 

Entstehung von EUROMIR

Die Europäische Union hat seit dem SOKRATES/ERASMUS-Programmjahr 1997/98 für drei Jahre die gemeinsame Entwicklung des interdisziplinären Europäischen Moduls (EM) "Soziale Dimension und interkulturelle Ressourcen europäischer Migration (EUROMIR)" an sieben europäischen Partnerhochschulen gefördert. An der Johannes Gutenberg-Universität sind die Fächer Anthropologie, Geographie, Kulturanthropologie/Volkskunde, Pädagogik (koordinierendes Fach) und Soziologie beteiligt. Unter der Federführung von Dr. Günther Sander, Pädagogisches Institut, wurde die Kooperation im Rahmen von EUROMIR auf den Weg gebracht. Der Schwerpunkt wurde vom Jean Monnet-Programm der EU im Jahr 2000 als Europäisches Modul „Migration and Political Integration in Europe“ anerkannt.

EUROMIR – Europäisierung ist unvermeidlich!

Gesellschaftliche Entwicklungen und die zunehmende Verflechtung durch Globalisierungsprozesse und den europäischen Integrationsprozess zeigen, dass soziale Probleme zunehmend „europäische“ Probleme sind bzw. sich Problemlagen und Krisen durch diese Prozesse internationalisieren und europäisieren. Ursachen und Entwicklungstendenzen transnationaler Probleme (wie Armut, Migration, Flucht usf.) können im nationalstaatlichen Rahmen weder zutreffend erfasst noch hinreichend bearbeitet werden. Insofern stellen sich für die Mitgliedstaaten der EU wie auch für die europäische Sozial- und Bildungspolitik vielfältige Herausforderungen, um vor dem Hintergrund des ökonomischen Integrationsprozesses eine soziale und kulturelle Dimension sowie Konzepte sozial- und bildungspolitischen Handelns zu entwickeln.
Aus der Widersprüchlichkeit und Entwicklungsdynamik der Integration Europas resultieren nicht nur Vereinheitlichungsprozesse und Ressourcen, sondern auch neue ökonomische, politische, soziale und kulturelle Konfliktlagen und Disparitäten. Der Binnenmarkt schafft Freiheit für das Kapital, den Warenverkehr, den Austausch von Dienstleistungen und die Arbeitskräftemobilität, aber diese Freizügigkeit führt auch zu neuen sozialen Disparitäten und Armuts-Wanderungen. Hieraus resultieren ein Bedeutungszuwachs interdisziplinärer Migrations- und Minderheitenforschung und zugleich die Notwendigkeit der Neuorientierung interkultureller Konzepte und interkultureller Arbeit im Kultur-, Bildungs- und Sozialbereich. Schließlich durchdringt die 'Europäisierung' die Politik der Nationalstaaten bis auf die kommunale Ebene, so dass angemessene Qualifikationsprofile für die Bearbeitung dieser Prozesse erforderlich werden.
Die am Studienschwerpunkt "Europäische Migration" beteiligten Disziplinen und Institutionen möchten angesichts dieser 'Internationalisierung' von Problemlagen durch die Diskussion theoretischer Konzepte und methodischer Reflexion einen Beitrag zur der Weiterentwicklung dieser Fragen unter der besonderen Berücksichtigung von Migrationsprozessen leisten.

 

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