Filmwissenschaft
der Johannes Gutenberg-Universität
Wallstr. 11
55122 Mainz
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Das Fach Filmwissenschaft versteht sich als Kunstwissenschaft. Gegenstände der wissenschaftlichen Forschung sind der internationale Spielfilm und der Dokumentarfilm in Kino und Fernsehen sowie die spezifischen Fernsehformate. Im Studium sollen umfassende Kenntnisse der Film- und Fernsehgeschichte im soziokulturellen Kontext vermittelt werden, ebenso die jeweiligen ästhetischen Strukturen von Film und Fernsehen, die Film- und Fernsehtheorie und die Film- und Fernsehkritik sowie wissenschaftliche Interpretationsmethoden.
Zum Wintersemester 1993/94 von Professor Dr. Thomas Koebner gegründet und ursprünglich als "kleines Haus" konzipiert, musste die Filmwissenschaft schon kurz nach ihrer Eröffnung zulassungsbeschränkt werden, da der studentische Ansturm für die wenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Anfang an kaum zu bewältigen war. Seither ist das Fach gewachsen und zählt ca. 600 Studierende, davon mehr als die Hälfte im Hauptfach. Um zum Studium der Filmwissenschaft zugelassen zu werden, bedarf es derzeit einer Abiturnote von 1,4.
Allen Studierenden stehen an der Berufspraxis orientierte Kurse zum Drehbuchschreiben, zum Lektorieren von Drehbüchern, zur Produktionspraxis und zur Filmkritik offen. Etliche Veranstaltungen zu diesen Bereichen werden von PraktikerInnen angeboten, um zwischen Universität und Medienalltag eine Brücke zu schlagen. Für Studierende der Filmwissenschaft im Hauptfach kommt die Teilnahme am »Filmischen Modellversuch« hinzu, in dessen Rahmen, angeleitet von MedienpraktikerInnen, die Studierenden selbst einen Kurzfilm herstellen und universitätsöffentlich präsentieren. Einige dieser Filme wurden und werden auf regionalen Festivals präsentiert und wurden dort auch ausgezeichnet. Zudem hat die Filmwissenschaft das Projekt »Campus TV« initiiert, dessen Funktion es ist, die Universität Mainz und ihre Belange öffentlichkeitswirksam darzustellen. »Campus TV« sendet regelmäßig über den »Offenen Kanal« der Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz.
Im Fächerspektrum der Universität kooperiert die Filmwissenschaft vor allem mit der Theaterwissenschaft, der Kunstgeschichte und Kunsttheorie, der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, der Neueren Deutschen Literaturgeschichte, der Kulturanthropologie, der Geographie und den Studienfächern Publizistik, Buchwissenschaft, Journalismus und Film/Video. Im Rahmen des Sokrates/Erasmus-Programms und des allgemeinen Studierenden-Austauschs unterhält die Filmwissenschaft außerdem Kontakt mit entsprechenden Einrichtungen an den Universitäten Bologna, Edinburgh, Glasgow, Lodz und Valencia. Zudem ist die Filmwissenschaft Partner in dem Austauschprogramm M 3, an dem auch das Zdf und die amerikanischen Universitäten Memphis und Muncie beteiligt sind.
Die Studierenden der Filmwissenschaft qualifizieren sich für ein breites Tätigkeitsfeld im Bereich der audiovisuellen Medien (AutorInnen, RedakteurInnen, DramaturgInnen), in Sendeanstalten und in Produktionsfirmen oder in kulturellen Institutionen, für eine journalistische Tätigkeit oder für Berufe im Feld der Public Relations, der Erwachsenenbildung und Medienerziehung. Wissenschaftlich besonders qualifi-zierte Studierende werden auf eine akademische Laufbahn vorbereitet.
Die Filmwissenschaft in Mainz sieht sich also auch als Mittler zwischen Wissenschaft und Medienpraxis. Das wissenschaftliche Profil des Fachs als Kunstwissenschaft erlaubt, ästhetisch kompetente und intellektuell flexible Studerende auszubilden. Die enge Zusammenarbeit mit Sendeanstalten ermöglicht nicht nur zahlreichen Studierenden Praktika, sondern gewährleistet auch den Fluss von medienpraktischem Wissen in die Universität.
Das Fach wird derzeit vertreten von Univ.-Prof. Dr. Norbert Grob (zurzeit kommissarischer Leiter), den wissenschaftlichen Räten Dr. habil. Bernd Kiefer, Dr. habil. Susanne Marschall sowie den wissenschaftlichen Mitarbeitern Rada Bieberstein, Dr. Thomas Klein, Dr. Roman Mauer und Dr. Andreas Rauscher. Zusätzlich arbeiten zahlreiche Lehrbeauftragte aus Wissenschaft und Medienpraxis am Seminar für Filmwissenschaft.
Bernd Kiefer