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1. Sokrates fragt Lysis, warum die Eltern seine Freiheit beschränken
S: Gewiß, o Lysis, lieben dich dein Vater und deine Mutter sehr?
L: Allerdings.
S: Also wollten sie auch wohl, daß du so glücklich wärest als möglich?
L: Wie sollten sie nicht?
S: Scheint dir aber der glücklich zu sein, welcher dient und nichts tun darf, wozu er Lust hat?
L: Beim Zeus, mir nicht.
S: Also wenn die Eltern dich lieben und wünschen, daß du glücklich seiest: so sorgen sie doch gewiß auf alle Weise dafür, daß du ganz zufrieden bist?
L: Wie sollten sie nicht?
S: Sie lassen dich also tun, was du willst, und schel-ten dich um nichts, noch verwehren dir, etwas zu tun, wozu du Lust hast?
L: Ja, wohl, beim Zeus, wehren sie mir, o Sokrates, und das gar vieles.
S: Wie sagst du, sie wollen, daß es dir wohl gehe, und verwehren dir doch zu tun, was du willst? Sage mir doch dieses. Wenn du Lust hättest, auf einem von des Vaters Wagen zu fahren und die Zügel selbst zu führen, wenn Wettlauf gehalten wird, würden sie dich nicht lassen, sondern es dir verwehren?
L: Beim Zeus, sie würden mich doch nicht lassen.
S: Aber wen denn?
L: Da ist ein Wagenführer, der bekommt seinen Lohn vom Vater.
S: Wie sagst du? Einem Mietling erlauben sie eher als dir zu tun, was er will mit den Pferden, und geben dem dafür auch noch Geld?
L: Aber wie anders?
S: Doch das Maultiergespann, glaube ich, werden sie dir erlauben zu regieren, und auch wenn du die Peitsche nehmen und sie schlagen wolltest, würden sie es zugeben.
L: Woher, würden sie es zuge-ben?
S: Wie denn, darf niemand sie schlagen?
L: Ja freilich, der Maultiertreiber.
S: Und ist der ein Knecht oder ein Freier?
L: Ein Knecht.
S: Einen Knecht also, wie es scheint, achten sie höher als dich, ihren Sohn, und übergeben ihm das Ihrige lieber als dir und lassen ihn tun, was er will, dir aber verwehren sie es? So sage mir doch noch dieses, lassen sie dich wohl dich selbst regieren, oder erlauben sie dir auch dieses nicht?
L: Wie sollten sie das doch erlauben!
S: Sondern es regiert dich einer?
L: Hier der Knabenführer.
S: Ist der auch ein Knecht?
L: Was sonst? Unserer wenigstens.
S: Gewiß, das ist arg, daß du, ein Freier, von einem Knechte regiert wirst! Was tut aber eigentlich dieser Knabenführer, daß er dich regiert?
L: Er führt mich eben zum Lehrer.
S: Und gebieten dir die etwa auch, die Lehrer?
L: Allerdings ja.
S: Gar viele Herren und Gebieter setzt dir also dein Vater recht mit Bedacht. Aber doch, wenn du nach Hause kommst zur Mutter, läßt diese dich, damit du ihr recht vergnügt seist, alles tun, was du willst, es sei nun an der Wolle oder am Webstuhl, wenn sie webt? Denn gewiß, sie verbietet dir weder die Weberlade anzurühren noch das Schiff, noch was sonst irgend zu ihrer Weberei gehört?
L: (lacht)Beim Zeus, o Sokrates, nicht nur verbietet sie mirs, sondern ich bekäme gewiß Schläge, wenn ich etwas anrührte.
S: Herakles! Hast du auch etwa dem Vater etwas zuleide getan oder der Mutter?
L: Beim Zeus, ich nicht.
2. Kriterium der Erlaubtheit ist, worauf Lysis sich versteht
S: Aber weshalb verwehren sie dir so mit Gewalt, glücklich zu sein und zu tun, was du willst, und halten dich den ganzen Tag über immer unter jemandes Befehl, mit einem Wort, daß du fast gar nichts tun kannst, was du möchtest? So daß, wie es scheint, dir weder all dieser Reichtum etwas nützt, denn jeder andere hat ja mehr darüber zu gebieten als du, noch auch diese so vorzügliche Gestalt, denn auch deinen Körper hütet und pflegt ja ein anderer; du aber, o Lysis, hast über nichts zu gebieten und kannst nichts tun, was du möchtest.
L: Ich habe eben noch nicht die Jahre dazu, o Sokrates.
S: Das mag es wohl nicht sein, o Sohn des Demokrates, was dich hindert! Denn dergleichen, glaube ich, überlassen dir doch der Vater sowohl als die Mutter und warten nicht erst, bis du die Jahre habest, zum Beispiel wenn sie etwas vorgelesen haben wollen oder geschrieben, werden sie es, denke ich, dir eher auftragen als irgendeinem im Hause. Nicht so?
L: Zuverlässig,
S: Und nicht wahr, hier steht dir frei, welchen Buchstaben du willst zuerst zu schreiben und zum zweiten; und ebenso beim Lesen; und wenn du deine Lyra nimmst, glaube ich, wehrt dir weder Vater noch Mutter, welche Saite du willst höher zu stimmen oder tiefer, um mit dem Finger zu kneipen oder mit dem Plektron zu schlagen. Oder verwehren sie dir's?
L: Ganz und gar nicht.
S: Was mag also nur, o Lysis, die Ursache sein, daß sie dir hier nicht wehren, wohl aber in dem, was wir vorher sagten?
L: Ich glaube, weil ich dieses verstehe, jenes aber nicht.
S: Wohl, Bester! Nicht also deine Jahre erwartet dein Vater, um dir alles zu überlassen, sondern welchen Tag er glauben wird, du seist klüger als er, an dem wird er dir sich selbst und alles das Seinige überlassen.
L: Das glaube ich selbst.
S: Wohl, wie aber der Nachbar? Hat der nicht dieselbe Regel deinetwegen, wie dein Vater? Meinst du, er wird dir sein Hauswesen zu verwalten überlassen, sobald er glaubt, du verstehst dich besser auf die Haushaltungskunst als er, oder wird er ihm dann noch selbst vorstehen wollen?
L: Er wird es mir überlassen, meine ich.
S: Und wie die Athener? Glaubst du, sie werden dir nicht ihre Angelegenheiten übergeben, wenn sie merken, daß du Klugheit genug besitzt?
L: Ich glaube es
S: Und beim Zeus, wie wohl der Großkönig? Ob er wohl seinem ältesten Sohn, auf den die Regierung von Asien kommt, wenn Fleisch gekocht wird, eher erlauben wird, alles in die Brühe zu werfen, was er nur hineinwerfen will, als uns, wenn wir nämlich zu ihm kämen und ihm zeigten, daß wir uns besser als sein Sohn auf die Zubereitung der Speisen verständen?
L: Uns offenbar.
S: Und jenen zwar würde er auch nicht das mindeste hineinwerfen lassen, uns aber, wollten wir auch ganze Hände voll Salz nehmen, ließe er doch hineinwerfen.
L: Wie sollte er nicht?
S: Wie aber, wenn sein Sohn an den Augen litte, ließe er ihn wohl an seinen eigenen Augen etwas tun, wenn er ihn für keinen Arzt hält, oder verhüte er es ihm?
L: Er verböte es gewiß.
S: Uns aber, wenn er uns für Arzneikundige hielte, wollten wir ihm auch die Augen aufreißen und mit Asche einstreuen, würde er doch, meine ich, nicht wehren, wenn er glaubte, daß wir es gründlich verständen.
L: Du hast recht.
S: Würde er nicht auch alles andere eher uns überlassen als sich und seinem Sohne, worin nämlich wir ihm weiser zu sein schienen als sie beide?
L: Notwendig, o Sokrates.
3. Wer geliebt werden will, muß verständig und brauchbar werden
S: So verhält es sich also, lieber Lysis. Darüber, wovon wir uns richtige Einsichten erworben, wird jedermann uns schalten lassen, Hellenen und Ausländer, Männer wie Frauen; wir werden darin tun, was wir nur wollen, und niemand wird uns gern hin-dern, sondern wir werden hierin ganz frei sein und auch gebietend über andere, und dieses wird das Unsrige sein, denn wir werden Genuß davon haben. Wovon wir aber keinen Verstand erlangt haben, damit wird uns niemand verstatten zu tun, was uns gut dünkt; sondern alle werden uns hinderlich sein, soviel sie können, nicht die Fremden allein, sondern auch Vater und Mutter, und wenn uns jemand noch näher verwandt sein könnte als sie. Viel-mehr werden wir selbst, was diese Dinge betrifft, andern folgsam sein, und sie werden uns also fremd sein, denn wir werden keinen Genuß von ihnen haben. Räumst du ein, daß es sich so verhalte?
L: Ich räume es ein.
S: Werden wir also jemandem lieb sein und wird uns jemand lieben in Hinsicht auf dasjenige, wozu wir unnütz sind?
L: Nicht füglich.
S: Jetzt also liebt weder dich dein Vater noch sonst jemand jemanden, insofern er unbrauchbar ist.
L: Es ist nicht zu glauben.
S: Wenn du aber verständig wirst, o Sohn, dann werden alle dir freund und alle dir zugetan sein: denn du wirst brauchbar sein und gut. Wenn aber nicht: so wird weder irgendein anderer dir freund sein noch selbst dein Va-ter oder deine Mutter oder deine Verwandten. Ist es also wohl möglich, o Lysis, sich damit viel zu wissen, worin man noch nichts weiß?
L: Und wie könnte man?
S: Wenn also du noch des Lehrers bedarfst, weißt du noch nicht?
L: Richtig.
S: Also weißt du dich auch nicht viel, wenn du doch noch unwissend bist.
L: Wahrlich, o Sokrates, ich glaube auch nicht.
1. Sokrates fragt Lysis, warum die Eltern seine Freiheit be-schränken
S: Gewiß, o Lysis, lieben dich dein Vater und deine Mutter sehr?
L: Allerdings.
S: Also wollten sie auch wohl, daß du so glücklich wärest als möglich?
L: Wie sollten sie nicht?
S: Scheint dir aber der glücklich zu sein, welcher dient und nichts tun darf, wozu er Lust hat?
L: Beim Zeus, mir nicht.
S: Also wenn die Eltern dich lieben und wünschen, daß du glücklich seiest: so sorgen sie doch gewiß auf alle Weise dafür, daß du ganz zufrieden bist?
L: Wie sollten sie nicht?
S: Sie lassen dich also tun, was du willst, und schel-ten dich um nichts, noch verwehren dir, etwas zu tun, wozu du Lust hast?
L: Ja, wohl, beim Zeus, wehren sie mir, o Sokrates, und das gar vieles.
S: Wie sagst du, sie wollen, daß es dir wohl gehe, und verwehren dir doch zu tun, was du willst? Sage mir doch dieses. Wenn du Lust hättest, auf einem von des Vaters Wagen zu fahren und die Zügel selbst zu führen, wenn Wettlauf gehalten wird, würden sie dich nicht lassen, sondern es dir verwehren?
L: Beim Zeus, sie würden mich doch nicht lassen.
S: Aber wen denn?
L: Da ist ein Wagenführer, der bekommt seinen Lohn vom Vater.
S: Wie sagst du? Einem Mietling erlauben sie eher als dir zu tun, was er will mit den Pferden, und geben dem dafür auch noch Geld?
L: Aber wie anders?
S: Doch das Maultiergespann, glaube ich, werden sie dir erlauben zu regieren, und auch wenn du die Peitsche nehmen und sie schlagen wolltest, würden sie es zugeben.
L: Woher, würden sie es zuge-ben?
S: Wie denn, darf niemand sie schlagen?
L: Ja freilich, der Maultiertreiber.
S: Und ist der ein Knecht oder ein Freier?
L: Ein Knecht.
S: Einen Knecht also, wie es scheint, achten sie höher als dich, ihren Sohn, und übergeben ihm das Ihrige lieber als dir und lassen ihn tun, was er will, dir aber verwehren sie es? So sage mir doch noch dieses, lassen sie dich wohl dich selbst regieren, oder erlauben sie dir auch dieses nicht?
L: Wie sollten sie das doch erlauben!
S: Sondern es regiert dich einer?
L: Hier der Knabenführer.
S: Ist der auch ein Knecht?
L: Was sonst? Unserer wenigstens.
S: Gewiß, das ist arg, daß du, ein Freier, von einem Knechte regiert wirst! Was tut aber eigentlich dieser Knabenführer, daß er dich regiert?
L: Er führt mich eben zum Lehrer.
S: Und gebieten dir die etwa auch, die Lehrer?
L: Allerdings ja.
S: Gar viele Herren und Gebieter setzt dir also dein Vater recht mit Bedacht. Aber doch, wenn du nach Hause kommst zur Mutter, läßt diese dich, damit du ihr recht vergnügt seist, alles tun, was du willst, es sei nun an der Wolle oder am Webstuhl, wenn sie webt? Denn gewiß, sie verbietet dir weder die Weberlade anzurühren noch das Schiff, noch was sonst irgend zu ihrer Weberei gehört?
L: (lacht)Beim Zeus, o Sokrates, nicht nur verbietet sie mirs, sondern ich bekäme gewiß Schläge, wenn ich etwas anrührte.
S: Herakles! Hast du auch etwa dem Vater etwas zuleide getan oder der Mutter?
L: Beim Zeus, ich nicht.
2. Kriterium der Erlaubtheit ist, worauf Lysis sich versteht
S: Aber weshalb verwehren sie dir so mit Gewalt, glücklich zu sein und zu tun, was du willst, und halten dich den ganzen Tag über immer unter jemandes Befehl, mit einem Wort, daß du fast gar nichts tun kannst, was du möchtest? So daß, wie es scheint, dir weder all dieser Reichtum etwas nützt, denn jeder andere hat ja mehr darüber zu gebieten als du, noch auch diese so vorzügliche Gestalt, denn auch deinen Körper hütet und pflegt ja ein anderer; du aber, o Lysis, hast über nichts zu gebieten und kannst nichts tun, was du möchtest.
L: Ich habe eben noch nicht die Jahre dazu, o Sokrates.
S: Das mag es wohl nicht sein, o Sohn des Demokrates, was dich hindert! Denn dergleichen, glaube ich, überlassen dir doch der Vater sowohl als die Mutter und warten nicht erst, bis du die Jahre habest, zum Beispiel wenn sie etwas vorgelesen haben wollen oder geschrieben, werden sie es, denke ich, dir eher auftragen als irgendeinem im Hause. Nicht so?
L: Zuverlässig,
S: Und nicht wahr, hier steht dir frei, welchen Buchstaben du willst zuerst zu schreiben und zum zweiten; und ebenso beim Lesen; und wenn du deine Lyra nimmst, glaube ich, wehrt dir weder Vater noch Mutter, welche Saite du willst höher zu stimmen oder tiefer, um mit dem Finger zu kneipen oder mit dem Plektron zu schlagen. Oder verwehren sie dir's?
L: Ganz und gar nicht.
S: Was mag also nur, o Lysis, die Ursache sein, daß sie dir hier nicht wehren, wohl aber in dem, was wir vorher sagten?
L: Ich glaube, weil ich dieses verstehe, jenes aber nicht.
S: Wohl, Bester! Nicht also deine Jahre erwartet dein Vater, um dir alles zu überlassen, sondern welchen Tag er glauben wird, du seist klüger als er, an dem wird er dir sich selbst und alles das Seinige überlassen.
L: Das glaube ich selbst.
S: Wohl, wie aber der Nachbar? Hat der nicht dieselbe Regel deinetwegen, wie dein Vater? Meinst du, er wird dir sein Hauswesen zu verwalten überlassen, sobald er glaubt, du verstehst dich besser auf die Haushaltungskunst als er, oder wird er ihm dann noch selbst vorstehen wollen?
L: Er wird es mir überlassen, meine ich.
S: Und wie die Athener? Glaubst du, sie werden dir nicht ihre Angelegenheiten übergeben, wenn sie merken, daß du Klugheit genug besitzt?
L: Ich glaube es
S: Und beim Zeus, wie wohl der Großkönig? Ob er wohl seinem ältesten Sohn, auf den die Regierung von Asien kommt, wenn Fleisch gekocht wird, eher erlauben wird, alles in die Brühe zu werfen, was er nur hineinwerfen will, als uns, wenn wir nämlich zu ihm kämen und ihm zeigten, daß wir uns besser als sein Sohn auf die Zubereitung der Speisen verständen?
L: Uns offenbar.
S: Und jenen zwar würde er auch nicht das mindeste hineinwerfen lassen, uns aber, wollten wir auch ganze Hände voll Salz nehmen, ließe er doch hineinwerfen.
L: Wie sollte er nicht?
S: Wie aber, wenn sein Sohn an den Augen litte, ließe er ihn wohl an seinen eigenen Augen etwas tun, wenn er ihn für keinen Arzt hält, oder verhüte er es ihm?
L: Er verböte es gewiß.
S: Uns aber, wenn er uns für Arzneikundige hielte, wollten wir ihm auch die Augen aufreißen und mit Asche einstreuen, würde er doch, meine ich, nicht wehren, wenn er glaubte, daß wir es gründlich verständen.
L: Du hast recht.
S: Würde er nicht auch alles andere eher uns überlassen als sich und seinem Sohne, worin nämlich wir ihm weiser zu sein schienen als sie beide?
L: Notwendig, o Sokrates.
3. Wer geliebt werden will, muß verständig und brauchbar werden
S: So verhält es sich also, lieber Lysis. Darüber, wovon wir uns richtige Einsichten erworben, wird jedermann uns schalten lassen, Hellenen und Ausländer, Männer wie Frauen; wir werden darin tun, was wir nur wollen, und niemand wird uns gern hin-dern, sondern wir werden hierin ganz frei sein und auch gebietend über andere, und dieses wird das Unsrige sein, denn wir werden Genuß davon haben. Wovon wir aber keinen Verstand erlangt haben, damit wird uns niemand verstatten zu tun, was uns gut dünkt; sondern alle werden uns hinderlich sein, soviel sie können, nicht die Fremden allein, sondern auch Vater und Mutter, und wenn uns jemand noch näher verwandt sein könnte als sie. Viel-mehr werden wir selbst, was diese Dinge betrifft, andern folgsam sein, und sie werden uns also fremd sein, denn wir werden keinen Genuß von ihnen haben. Räumst du ein, daß es sich so verhalte?
L: Ich räume es ein.
S: Werden wir also jemandem lieb sein und wird uns jemand lieben in Hinsicht auf dasjenige, wozu wir unnütz sind?
L: Nicht füglich.
S: Jetzt also liebt weder dich dein Vater noch sonst jemand jemanden, insofern er unbrauchbar ist.
L: Es ist nicht zu glauben.
S: Wenn du aber verständig wirst, o Sohn, dann werden alle dir freund und alle dir zugetan sein: denn du wirst brauchbar sein und gut. Wenn aber nicht: so wird weder irgendein anderer dir freund sein noch selbst dein Va-ter oder deine Mutter oder deine Verwandten. Ist es also wohl möglich, o Lysis, sich damit viel zu wissen, worin man noch nichts weiß?
L: Und wie könnte man?
S: Wenn also du noch des Lehrers bedarfst, weißt du noch nicht?
L: Richtig.
S: Also weißt du dich auch nicht viel, wenn du doch noch unwissend bist.
L: Wahrlich, o Sokrates, ich glaube auch nicht.
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