Lehrveranstaltungen
Die Gliederungen und Texte der Vorlesungen sind jeweils auf ILIAS mit dem in den Vorlesungen bekannt gegebenen Passwort zugänglich!
Vorankündigung Lehrveranstaltungen SS 2013
Vorlesung
Mission und Ausbreitung des frühen Christentums (Prof. Dr. Heike Grieser)
(2-stündig)
Beginn: Mi, 17. April 2013, 12.15-13.45, HS 15
Inhalt:
Die frühe Geschichte des Christentums und seine erfolgreiche Ausbreitung von Palästina bis zu den westlichen Grenzen des Römischen Reichs ist von einer Vielzahl spannender Auseinandersetzungen geprägt. Erfolgreiche Missionsbemühungen und die zunehmende Akzeptanz des neuen Glaubens erforderten nicht nur die theoretische und praktische Klärung des Verhältnisses zum Judentum, zur paganen Gesellschaft und zum römischen Staat, sondern auch zu den zeitgenössischen Religionen und philosophischen Lehren. Innerchristlich galt es zu entscheiden, wie die Gemeinden organisiert sein sollten; man diskutierte verschiedene Kirchen- und Gemeindekonzeptionen, propagierte oder verurteilte unterschiedliche Lebensformen und entschied schließlich in einem langen Prozess über die Verbindlichkeit der überlieferten Schriften. Die Vorlesung versucht, diesen Prozess der christlichen Identitätsbildung unter verschiedenen Aspekten nachzuzeichnen.
Empfohlene Literatur:
Graf, Friedrich Wilhelm/ Wiegandt, Klaus (Hgg.), Die Anfänge des Christentums. Frankfurt am Main 2009.
Zeller, Dieter (Hg.), Christentum 1. Von den Anfängen bis zur Konstantinischen Wende. (Die Religionen der Menschheit 28) Stuttgart u.a. 2002.
Lektürekurs
Quellenlektüre zur Vorlesung "Mission und Ausbreitung des frühen Christentums"
(Prof. Dr. Heike Grieser)
Voraussetzungen / Organisatorisches:
Erster Termin zur Absprache von Zeit und Ort: Mi, 17. April 2013, 12.15 Uhr, HS 15
Inhalt:
Den Verlauf der Vorlesung „Mission und Ausbreitung des frühen Christentums“ begleitend und vertiefend werden zentrale Texte gelesen und interpretiert.
Seminar
Konstantin und die Konstantinische Wende (Prof. Dr. Filippo Carla/ Prof. Dr. Heike Grieser)
(2-stündig)
Beginn: Di, 16. April 2013, 16.15-17.45, R 01-624
Inhalt:
Die Zeit des Kaisers Konstantin (306-337), der als erster christlicher Kaiser gilt, wird in der Literatur seit jeher als ein Wendepunkt der Weltgeschichte charakterisiert: Nach Konstantin gab es nur noch einen bekennenden heidnischen Kaiser, während die Christianisierung des Reiches schnell voranschritt und die Gesellschaft in den folgenden Jahrhunderte prägte. Jenseits seines persönlichen Glaubens und der Religionspolitik gilt Konstantin als Erneuerer in der Verwaltung des Reiches und der Bürokratie, in der Organisation des Heeres sowie in der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Auch die Gründung Konstanti-nopels als neue Hauptstadt des Reiches war eine Entscheidung, die die Geschichte Europas im Mittelalter stark beeinflusste. Das interdisziplinäre Seminar will nicht nur die ambivalente Persönlichkeit dieses Kaisers behandeln und die Ereignisse seiner Epoche sowie seine Reformen im weiteren Kontext der spätrömischen Geschichte analysieren, sondern insbesondere auch nach der Rolle und dem Beitrag des Christentums fragen, das auch wegen der Unterstützung Konstantins am Ende des vierten Jahrhunderts zur Reichsreligion werden konnte.
Empfohlene Literatur:
Herrmann-Otto, Elisabeth, Konstantin der Große. (Gestalten der Antike) Darmstadt 2007.
Wallraff, Martin, Christus verus Sol. Sonnenverehrung und Christentum in der Spätantike. (JAC.E 32) Münster 2001.
Wienand, Johannes, Der Kaiser als Sieger. Metamorphosen triumphaler Herrschaft unter Constantin I. (Klio. Beihefte NF) Berlin 2012 (angekündigt).
Proseminar
Die Anfänge des Mönchtums (Gabriele Spira)
(2-stündig)
Beginn: Mo, 15. April 2013, 10.15-11.45, R 01-546
Inhalt:
Ziel des Proseminars ist es, die Methoden kirchengeschichtlicher Arbeitsweise kennen zu lernen und den Umgang mit den Quellen einzuüben. Daher wird unter der leitenden Fragestellung "Die Anfänge des Mönchtums" ein Themenspektrum erarbeitet, welches, ausgehend von vor- bzw. außerchristlicher Praxis asketischen Lebens, Frühformen monastischen Lebens zeigt und Entwicklungslinien des Mönchtums in den ersten Jahrhunderten aufweist.
Empfohlene Literatur:
Literatur wird in der Anfangssitzung bekanntgegeben.
Proseminar
Epochen der Kirchengeschichte: Einführung in die historische Theologie
(Dr. theol. Christoph Nebgen/Gabriele Spira)
(2-stündig)
Beginn: Mi, 17. April 2013, 8.15-9.45, HS 7
Inhalt:
Zielsetzung des Proseminars ist es, den Studierenden der Theologie für die Fächer Alte Kirchengeschichte/ Patrologie und Mittlere und Neuere Kirchengeschichte/ Religiöse Volkskunde ein Überblickswissen über zentrale Ereignisse, Entwicklungen und Strukturen der Christentumsgeschichte zu vermitteln. Zugleich sollen grundlegende Fertigkeiten wie Quellenfindung und -interpretation sowie die Literaturrecherche eingeübt werden. Ebenso werden Einblicke in die historischen Hilfswissenschaften und in allgemeine methodische Vorgehensweisen gegeben.
Kolloquium
Aktuelle Fragen der Kirchengeschichte (Prof. Dr. Heike Grieser)
(2-stündig)
Voraussetzungen/ Organisatorisches:
Erster Termin zur Absprache von Zeit und Ort: Mo, 15. April 2013, 11.30 Uhr, R 01-547
Inhalt:
Das Kolloquium bietet allen Interessierten ein Forum, um sich mit aktuellen Fragen der Kirchen- und Theologiegeschichte des Altertums zu beschäftigen und sich über neue Forschungsansätze, Ausstellungen, Textfunde, Ausgrabungen etc. auszutauschen.
Wer die Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit plant, kann durch die Vorstellung seines Projekts Anregungen und Hilfestellungen durch die Diskussion in einer größeren Gruppe erhalten.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, im Form eines Repetitoriums die Themen der Vorlesungen für die Prüfungen zu vertiefen.
Übung
Frauen im frühen Christentum (Prof. Dr. Heike Grieser)
(2-stündig)
Voraussetzungen / Organisatorisches:
Erster Termin zur Absprache von Zeit und Ort: Mo, 15. April 2013, 11.00 Uhr, R 01-547
Inhalt:
Der differenzierte Blick auf den Status und die Rolle von Frauen in der antiken Kultur und Gesellschaft ist die grundlegende Voraussetzung für ein adäquates Verständnis der Situation früher Christinnen. Die Quellen sollen vor allem danach befragt werden, ob die Annahme des christlichen Glaubens die konkrete Situation von Frauen veränderte, wie sich ihr Alltags- und Familienleben gestalten konnte, welche alternativen Lebensformen sich auftaten und welche Aufgaben Frauen bei der Mission bzw. in den Gemeinden übernahmen. Die Analyse theologischer Reflexionen über das Verhältnis der Geschlechter runden das Bild ab.
Empfohlene Literatur:
Literatur wird jeweils sukzessive zu den einzelnen Themenbereichen bekannt gegeben.
Lehrveranstaltungen WS 2012/13
Vorlesung
Theologiegeschichte des vierten Jahrhunderts (Dr. Christoph Klock)
(3-stündig)
(Prof. Grieser ist wegen ihres DFG-Projekts teilweise von der Lehre befreit.)
Beginn: Di, 23. Oktober 2012, 16.15-17.00, 01 105 HS 7
Das vierte Jahrhundert ist trotz aller Kontinuität eine Phase tief greifender Veränderungen im politischen, sozialen und religiösen Bereich. Die christliche Theologie begleitet und spiegelt diese Prozesse. Mit grundlegenden Herausforderungen konfrontiert, findet sie Antworten, die selbst unter gewandelten Rezeptionsbedingungen gültig bleiben. Die Vorlesung versucht, die theologische Entwicklung anhand der maßgeblichen Referenzsysteme (Philosophie, Literatur, Bildung, Sprache, religiöse Umwelt, Staat und Politik, innerkirchliche Strukturen und Kommunikationsmodelle) nachzuzeichnen. Dabei sollen auch stets die wichtigsten Theologen dieser Zeit selbst zu Wort kommen.
Einführende Literatur:
Karl Suso Frank: Lehrbuch der Geschichte der Alten Kirche. Paderborn u. a.: Schöningh, 3. Aufl. 2002; Michael Fiedrowicz: Theologie der Kirchenväter. Grundlagen frühchristlicher Glaubensreflexion. Freiburg-Basel-Wien: Herder, 2007.
Vorlesung
Das Christentum in der Antike (Dr. Stephan Kessler)
(2-stündig)
(Prof. Grieser ist wegen ihres DFG-Projekts teilweise von der Lehre befreit.)
Beginn: Do, 25. Oktober 2012, 12.15-13.45, 01 705 HS 15
Die klassische Antike bildet den sozialen, politischen, religiös-kulturellen und nicht zuletzt auch intellektuellen Hintergrund, vor dem sich die christliche Botschaft ausbreitet. Dieser spezifische Kontext bestimmt in loyaler Anpassung an und in kritischer Absetzung von der paganen Antike die Entstehung einer christlichen Theologie und die institutionelle Ausgestaltung der Kirche. In den ersten sechs Jahrhunderten wurden viele der bis heute relevanten und geltenden Inhalte und Formen des Christentums grundgelegt: Der ntl. Kanon, die Glaubensbekenntnisse, die Ämterstruktur und die Grundgestalt des christlichen Gottesdienstes. Anhand ausgewählter Schwerpunkte behandelt die Vorlesung diese Transformationsprozesse in der antiken Welt und analysiert Eckpunkte der altkirchlichen Entwicklung – angefangen von der apostolischen Missionspredigt über die theologische Lehrentwicklung bei den altkirchlichen Konzilien bis zur Ausgestaltung einer spätantiken Reichskirche. Die Vorlesung vermittelt kirchen- und theologiegeschichtliche Grundlagenkenntnisse und zeigt Chancen und Grenzen einer Inkulturation des Christlichen auf. Sie leistet einen Beitrag, das geschichtlich Bedingte der maßgeblichen Anfänge angemessener zu verstehen und einen verantwortlichen Transfer für die aktuellen Herausforderungen von Theologie und Kirche zu initiieren.
Einführende Literatur:
Ernst Dassmann, Kirchengeschichte (Studienbücher der Theologie 10-11/2), Stuttgart 1991-99, ²2000;
Karl Suso Frank, Lehrbuch der Geschichte der Alten Kirche, Paderborn ³2002; Lexikon der antiken christlichen Literatur, S. Döpp – W. Geerlings (Hg.), Freiburg ³2002; Christoph Markschies, Das antike Christentum. Frömmigkeit, Lebensformen und Institutionen, München 2006; Karen Piepenbrink, Antike und Christentum (Geschichte kompakt), Darmstadt 2007; Paul Veyne, Als unsere Welt christlich wurde, München 2008.
Seminar
Frühchristliche Gemeindeordnungen (Prof. Dr. Ansgar Franz/ Prof. Dr. Heike Grieser)
(2-stündig)
Beginn: Do, 25. Oktober 2012, 14.15-15.45, R 01 624
Kaum eine Quellengattung vermittelt uns so plastische Eindrücke vom Alltag der entstehenden christlichen Gemeinden wie die relativ zahlreich erhaltenen Gemeindeordnungen der ersten fünf Jahrhunderte. Diese regelten nicht nur die Feier der Gottesdienste und andere Formen der Frömmigkeit, sondern beschäftigten sich auch mit den entstehenden Ämtern, thematisierten finanzielle Fragen, grenzten sich von einem als „häretisch“ identifizierten Umfeld ab oder suchten die Gemeindemitglieder entsprechend zu disziplinieren. Allmählich entwickelten sich zwischen den verschiedenen Gemeindeordnungen komplizierte literarische Abhängigkeitsbeziehungen, die u.a. dem Streben nach Vereinheitlichung geschuldet waren. Das interdisziplinäre Seminar will diesen Themenbereichen nachgehen und dabei auch nach den Motiven und dem Argumentationsgang der Verfasser sowie der konkreten Situation der Adressaten fragen.
Einführende Literatur:
Steimer, Bruno, Vertex Traditionis. Die Gattung der altkirchlichen Kirchenordnungen. (BZNW 63) Berlin 1992.
Proseminar
Epochen der Kirchengeschichte: Einführung in die Historische Theologie
(Gabriele Spira/Dr. theol. Christoph Nebgen)
(2-stündig)
Beginn: Di, 23. Oktober 2012, 16.15-17.00, 01 705 HS 15
Zielsetzung des Proseminars ist es, den Studierenden der Theologie für die Fächer Alte Kirchengeschichte/ Patrologie und Mittlere und Neuere Kirchengeschichte/ Religiöse Volkskunde ein Überblickswissen über zentrale Ereignisse, Entwicklungen und Strukturen der Christentumsgeschichte zu vermitteln. Zugleich sollen grundlegende Fertigkeiten wie Quellenfindung und -interpretation sowie die Literaturrecherche eingeübt werden. Ebenso werden Einblicke in die historischen Hilfswissenschaften und in allgemeine methodische Vorgehensweisen gegeben.
Kolloquium
Aktuelle Fragen der Kirchengeschichte (Prof. Dr. Heike Grieser)
(2-stündig)
Voraussetzungen/ Organisatorisches:
1. Treffen zur Terminfindung und Absprache am Mo, 22.10.2012, 11 Uhr s.t., R 01-549
Die Veranstaltung bietet allen Interessierten die Möglichkeit, sich mit aktuellen Fragen der Kirchen- und Theologiegeschichte des Altertums zu beschäftigen und sich über neue Forschungsansätze, Ausstellungen, Textfunde, Ausgrabungen etc. auszutauschen.Wer die Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit plant, kann durch die Vorstellung seines Projekts Anregungen und Hilfestellungen durch die Diskussion in einer größeren Gruppe erhalten.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, nach Art eines Repetitoriums wichtige Prüfungsinhalte zu erarbeiten und zu vertiefen.
Zur besseren Planung melden Sie sich bitte auch dann an, wenn Sie nur an einem Teilangebot interessiert sind.
Übung
Ehe und Ehescheidung in der Alten Kirche (Prof. Dr. Heike Grieser)
(2-stündig)
Voraussetzungen/ Organisatorisches:
1. Treffen zur Terminfindung und Absprache am Mo, 22.10.2012, 11.30 Uhr, R 01-549
Die frühchristlichen Vorstellungen über Ehe und Ehescheidung sind in unterschiedlichem Umfang vom Judentum, der hellenistischen Kultur, den philosophischen Schulen und dem Römischen Recht beeinflusst worden. In diesem Spannungsfeld entwickelten sich die Anfänge einer christlichen „Ehelehre“, die zunächst Aspekte des konkreten Zusammenlebens der Partner und die Sanktionierung von Fehlverhalten, später auch die Form der Eheschließung thematisierten. In der Übung soll den verschiedenen Etappen dieses Prozesses anhand der Lektüre einschlägiger Quellentexte nachgegangen werden, wobei auch auf die entsprechenden theologischen Reflexionen zu achten ist.
Empfohlene Literatur: Vgl. neben den einschlägigen Lexikonartikeln z.B. Holzem, Andreas/ Weber, Ines (Hgg.), Ehe – Familie- Verwandtschaft. Vergesellschaftung in Religion und sozialer Lebenswelt. Paderborn u.a. 2008;
Munier, Charles, Ehe und Ehelosigkeit in der Alten Kirche (1.-3. Jahrhundert). (TC 6) Bern u.a. 1987.