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von Cord Krüger

Alexandra Seitz:
Brad Pitt. Stars! 5
Berlin 2003
Bertz Verlag. 160 Seiten. 142 Abbildungen. 9,90 EUR

Nach George Clooney hat die Filmjournalistin Alexandra Seitz (u.a. NACHtBLENDE) nun Brad Pitt für die Stars!-Reihe porträtiert. Ein gelungenes Buch mit kleinen Mängeln.
Einer angenehm knappen biographischen Einführung folgen Analysen zu Pitts Œuvre, von den ersten schauspielerischen Gehversuchen im Serienformat (DALLAS (USA 1978-1991); 21 JUMP STREET (USA 1987-1992)) und dem obligatorischen Teenie-Slasher (CUTTING CLASS (USA 1989)), über Imagebildende Epen (A RIVER RUNS THROUGH IT (USA 1992); LEGENDS OF THE FALL (USA 1994)), bis hin zu darstellerischen Großtaten unter Terry Gilliam und David Fincher. Neben Brad Pitt selbst kommen auch zahlreiche Weggefährten wie Steven Soderbergh oder Edward Norton zu Wort. Seitz versucht, sich Brad Pitt von mehreren Seiten zu nähern.
Dabei verwendet sie viel Raum auf die Filmbesprechungen, spart nicht mit Kritik (SLEEPERS (USA 1996)) und beeindruckt bei SE7EN (USA 1995) und FIGHT CLUB (USA 1999) mit scharfsinnigen Analysen, die in ihrer Prägnanz ihresgleichen suchen. Gelegentlich verliert Seitz allerdings ihre eigenen Fragestellungen hinsichtlich Rollenwahl und -interpretation aus den Augen. So bleibt das Buch letztlich eine Erklärung schuldig, wieso Brad Pitt trotz vehementer Ablehnung seines Starimages und geradezu enthusiastischer Dekonstruktion des eigenen Mythos (TWELVE MONKEYS (USA 1995); SNATCH (GB/USA 2000), immer wieder auch das Klischee des Golden Boy bedient (SEVEN YEARS IN TIBET (USA 1997); MEET JOE BLACK (USA 1998)). Damit nicht genug wird ausgerechnet TWELVE MONKEYS, vielleicht der Schlüsselfilm in Brad Pitts schauspielerischer Entwicklung, unverständlicher Weise nur in einem Nebensatz erwähnt.
Abgesehen von diesen Schwächen bietet das Buch eloquent vorgetragene Informationen und Analysen zum Schauspieler Brad Pitt abseits jeder unkritischen Lobhudelei. Die Ausführlichkeit der bibliographischen und filmographischen Angaben ist vorbildlich, gleiches gilt für Auswahl und Qualität der zahlreichen Fotos. So empfiehlt sich das Buch auch als Ausgangsbasis für eine weitere Beschäftigung mit Brad Pitt.
Seitz gelingt die Verbindung essentieller Informationen mit einem munter-kurzweiligen Stil und wird so dem Selbstanspruch des Verlags, einer "Porträtreihe für gehobene Ansprüche", gerecht. "Keep it up", würde Tyler Durden sagen. "Right Up."

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