CAPTAIN FUTURE
A Discovery
von Jörg C. Kachel001-13. Face To Face. "Can there be anything new in scientifiction? We say yes – and offer CAPTAIN FUTURE", schrieb 1939 Leo Margulies im Auftrag seines Autors Edmond Hamilton an Bob Tucker, der damals unter anderem das Pulp-Magazin Le Zombie herausgab.
Captain Future (CF) erschien dann tatsächlich ab Ende 1940 ("Captain Future and the Space Emperor") bei Better Publications eigenständiges Pulp-Magazin in den USA. Mitte 1944 ("Magic Moon") wurde die Produktion wegen Papiermangel vorerst eingestellt. CF wandelte sich in den 17 Ausgaben vom "Wizard of Science" zum "Man of Tomorrow". Nach dem Zweiten Weltkrieg war von der Roman-Serie nur noch gelegentlich bei Startling Stories ein Abenteuer zu lesen. 1951 brachten diese dann den letzten Roman "Birthplace of Creation" heraus. Mit einigen Nachdrucken Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre brach dann aber endgültig die Karriere des CF als Pulp-Held ab. Seine Auftritte in den Startling Comics (Nr. 1-40) sind kaum der Erwähnung wert, denn der dort agierende CF hat mit der eigentlichen Figur seines Schöpfers Hamilton nur noch den verheißungsvollen Namen gemein.
Eine der deutschen Pulp-Varianten war die segensreiche Reihe Utopia Zukunft (UZ) des Erich Pabel Verlages, der u.a. den Perry Rhodan-Fans noch heute ein wahres Futurama bietet. In UZ erschienen (zum Teil gekürzte) Übersetzungen der CF-Reihe ab 1961 ("Captain Future greift ein") bis 1963 ("Captain Futures letztes Abenteuer"). Anfang der 1980er Jahre aber legte der Pabel-Verlag die Romane wieder neu und ungekürzt auf ("Die lebende sLegende", 1981) und hielt immerhin bis 1984 ("Stern des Grauens") durch. Man schwamm damit im Fahrwasser der japanischen Fernsehserie, die von 1980 bis 1982 im ZDF erfolgreich ausgestrahlt wurde.002-07. Superheroes. Edmond Hamilton (1904-77) verkaufte als Zeitgenosse H. P. Lovecrafts (HPL) mehr Pulp-Stories als irgend ein Autor nach ihm. Seine erste Geschichte "The Monster God of Mamurth" erschien 1926 natürlich in Weird Tales. Ganz im Gegensatz zum Einsiedler HPL war er ein Weltreisender, der Ägypten, Syrien, Iran, Irak, Indien, Indonesien und viele andere Länder und Leute gesehen und geliebt hat.
Mit CF schuf Hamilton 1939 einen Superhelden, dessen Geschichte sich durchaus mit der Supermans alias Clark Kent vergleichen lässt. Die beiden Erfinder Supermans Jerry Siegel und Joe Shuster waren damals gerade halb so alt wie Hamilton und fielen noch in die Zielgruppe, die CF ansprechen sollte. Angesichts der historischen Ereignisse in Europa und deren Einfluss auf die USA ist das beinahe gleichzeitige Auftreten solcher Heldenfiguren nicht verwunderlich. Superman trat zum ersten Mal 1938 in der Nummer 1 der Action Comics auf. Hamiltons Prägung z.B. durch Jules Verne und die von Siegel und Shuster durch die Pulp-Magazine machen deutlich, dass beide Generationen wegen ihres Alters voneinander weit entfernt gewesen sein mögen, doch in der gemeinsamen Sehnsucht nach einem Helden mit Superkräften ähnliche Ideen entwickelten.
1990 arbeiten die Amerikaner Roger Carter Newton und seine Frau Elaine Newton mit einem neuen Element, das sie in einem niedergegangenen Meteoriten entdeckten. Es gibt ein hohes Maß an Röntgenstrahlung und kosmische Wellen ab, welche die Newtons zum Wohle der Menschheit erforschen und einsetzen wollen. Bei einem Einbruch in das Labor durch einen europäischen Spion löst sich ein Schuss, der die Forschungsanlage zerstört und versehentlich Roger und den Spion tötet. Elaine überlebt die Explosion und bringt kurz darauf ihren Sohn Curtis zur Welt. Der Junge ist äußerlich völlig normal, doch verfügt er über einen Röntgenblick, enormes Hörvermögen und übermenschliche Reflexe. Trotz seiner überragenden Fähigkeiten bleibt er ein sehr menschlicher Charakter mit Schwächen und Fehlern. Er wird zum größten Wissenschaftler der Erde, der sich alsbald ein geheimes Forschungslabor am Nordpol einrichtet, in dem er das erste und einzige intergalaktische Raumschiff (die Comet) erbaut. Seiner Rolle als Retter in der Not wird er gerne gerecht, wenn die Menschen in der Wüste Gobi ein Signal ins All senden, das er von seinem Mondlabor im Krater Tycho aus sehen kann. Im Laufe der Jahre perfektioniert er seine telepathischen Fähigkeiten und entwickelt ein Gerät, das ihn für 15 Minuten unsichtbar (aber blind) macht, da das Licht um ihn herum gebeugt wird. Sein gesamtes Equipment hat in einem Gürtel Platz, an dem er auch seine Protonenpistole trägt.
Zu CFs treuen Begleitern zählen Grag, ein selbstständig denkender Roboter, Simon Wright, eine wandelnde bzw. schwebende Enzyklopädie, die nur aus einem Gehirn besteht und Otho, ein Krieger vom Ganymed, der eine kristalline und formbare Struktur hat. Außerdem taucht immer wieder Joan Randall auf, die Rennfahrerin und Abenteurerin ist, aber im Grunde doch gerne Mrs. Future werden würde.003-04. Harder, Better, Faster, Stronger. Die japanische Fernsehserie THE ADVENTURES OF CAPTAIN FUTURE wurde erstmals vom 07.11.1978 bis zum 30.10.1979 im japanischen Fernsehen ausgestrahlt. Sie enthält 52 Folgen, die eine Originallänge von je knapp 30 Minuten haben. Ihre deutsche Erstausstrahlung war unterteilt in die Episoden 1-8 vom 27.09.1980 bis 28.03.1981 und 9-13 vom 03.12.1981 bis 25.03.1982. Das ZDF zeigte die Serie in 12 Episoden á 3 Folgen und einer Episode mit 4 Folgen. Man hatte seinerzeit die Serie in 100 Minuten Filme zusammengefasst und sie dann in 23-25 Minuten lange Folgen geschnitten. Danach wurden sie komplett neu synchronisiert.
Die japanischen Animatoren hatten sich sehr stark an den Hamilton-Pulps orientiert. Auch hier ist er Curtis Newton. (Das wird aber nur im japanischen Vorspann erwähnt.) Seine Eltern Elaine und Roger Newton wurden von Victor Kaslan umgebracht, als er noch klein war. Seine Ersatzfamilie waren Grag, Simon Wright und Otto. Als Captain Future begann sein mutiger Kampf gegen die bösen Elemente, um Frieden und Gerechtigkeit im Weltraum zu bewahren.
In dem Bestreben, den Menschen eine Rasse künstlicher loyaler Diener zu schenken, schuf CFs Vater Grag, den Roboter aus Spezialstahl. Er besitzt herkulische Kräfte. Professor Simon Wright war vor CFs Zeit ein bekannter Wissenschaftler, und kurz vor seinem Tod legte Roger Newton dessen Gehirn in einen Spezialbehälter. Er ist jetzt ein schwebendes Gehirn. Ein weiteres Mitglied der Future-Mannschaft ist Otto. Er ist ein Android, ein Kunstmensch aus Plastic, den CFs Vater ebenfalls gebaut hat. Er kann aus eigener Kraft seine Gestalt beliebig verändern.![]()
Leider lässt sich kein stichhaltiger Beweis finden, ob Otto/Otho Pate stand für die Figur des Odo aus der amerikanischen Fernsehserie STAR TREK: DEEP SPACE NINE. Auch die weibliche Figur Joan Randall wurde übernommen; sie heißt Joan Landor und ist eine junge und hübsche Geheimagentin der Planetenpolizei. Auf wundervolle Animeweise ist sie in CF verknallt. Wie die literarische Vorlage Hamiltons kann auch er diese Frau nicht ehelichen, bevor das Böse im All besiegt ist. CF ist eben ein frontiersman, der – Natty Bumppo gleich – nicht nur seinen Taufnamen ändert, sondern Heim und Frau meidet und die Tiefen des Alls der Zivilisation vorzieht.
004-10. Voyager. Die Fernsehadaption durch die Japaner ist weitgehend von der amerikanischen Psyche befreit. Der Anime-CF ist nicht mehr der Prototyp des Westerners, der stets schussbereit und immun gegen Schuldgefühle eine archetypische Beziehung zu seinen männlichen Begleitern pflegt. Hamiltons CF hingegen ist dem außenseiterischen Helden natürlich viel näher. Die Protagonisten der Pulp-Serie bilden eine Männertroika, deren Geistesverwandte Kirk, Spock und McCoy in der amerikanischen Science Fiction-Serie der 1960er Jahre STAR TREK ihr in nichts nachstehen.
Die Reisen der Future-Mannschaft im Anime gehen meist im Auftrag der Planetenpolizei bis an den Rand des Universums. Eszella Garnie (Ezra Gurney bei Hamilton), der Oberkommandant der Planetenpolizei, ist eine der wenigen Autoritätspersonen, die CF anerkennt. Der langjährige Freund CFs ist für diesen ebenso eine Vaterfigur, wie CF es für den jungen Waisenknaben Ken Scott (Johnny Kirk im Pulp) ist. Der kleine Rabauke schleicht sich das eine oder andre Mal an Bord des Raumschiffes Comet, um seine Fähigkeiten als vollwertiges Mitglied der Future-Mannschaft unter Beweis zu stellen.005-02. Aerodynamic. Die Comet ist ein besonderes Raumschiff, weil es von seiner Crew selbst entworfen und gebaut wurde. Beinahe in jeder Episode wird das Schiff mit neuer Technik ausgerüstet. Eine Zeitmaschine sorgt zum Beispiel in "Die Zeitmaschine" dafür, dass sie 100 Millionen Jahre in die Vergangenheit fliegen können, um die Bewohner des Planeten Kataine, der zwischen Mars und Jupiter lag, zu evakuieren. Oder sie bauen eine UV-Kanone in das Schiff ein ("Planet in Gefahr"), um die Eismenschen vom Planeten Tarust zu bekämpfen.
Die Comet besitzt auch noch ein Beiboot, die Cosmoliner (Cosmolem im Pulp), mit dem die Mannschaft Planetenoberflächen erkunden oder in Regionen vordringen kann, für die die Comet zu groß geraten ist.006-05. Crescendolls. Der japanische Anime kommt selten ohne diese merkwürdigen, kleinen Wesen aus, die manchmal wie gestauchte Karikaturen bekannter Lebewesen oder völlig frei erfundene, zum Teil fast schon amorphe Kreaturen aussehen. Diese Sidekicks sind in ihrer Physiognomie so stark verformt – mit viel zu großem Kopf oder Körper –, dass man sie als super deformed (SD) bezeichnet. In der CF-Serie gibt es zwei dieser SD: Yiek und Oak. Es sind die Haustiere von Grag und Otto. Man mag annehmen, dass die japanischen Animatoren sie der Serie hinzugefügt haben, doch auch sie entstammen Hamiltons Feder (Eek und Ook). Der Mondhund Yiek benötigt keinen Sauerstoff und ernährt sich von Erzen aller Art. Das possierliche Tierchen Oak ist ein perfekter Gestaltwandler, der nicht nur seine Form, sondern auch seine Masse beliebig verändern kann. Der Knuddelfaktor der SDs ist enorm, jedoch sorgen sie ebenso dafür, dass Charaktere aus gefährlichen Situationen gerettet werden wie sie die Future-Mannschaft in neue Abenteuer verstricken.
007-12. Short Circuits. Grag und Otto haben wie Data und Lore aus der Serie STAR TREK: THE NEXT GENERATION den gleichen Schöpfer. Obwohl die Animefiguren sich jedoch nicht allzu sehr voneinander unterscheiden, so liefern sie sich doch in fast jeder Episode den alten Streit, wer von ihnen denn der menschlichere sei. Ihre speziellen Fähigkeiten sind so unterschiedlich, dass sie sich hervorragend ergänzen und somit immer wieder bewiesen wird, dass die Kombination der beiden Streithähne die Schwächen des anderen ausgleicht und die eigenen Stärken hervorhebt. Die Machart der beiden Androiden ist aber auch ein äußeres Zeichen für ihre innere Befindlichkeit bzw. ihre Charaktereigenschaften. Grag, der Erstgeschaffene aus Metall ist der stoische, starre Typ, aus dessen Innerem immer wieder erstaunliche Werkzeuge hervorgeholt werden; Otto, aus einem speziellen Plastic gemacht, ist der quirlige, flexible Typ, der sich ausgezeichnet äußeren Begebenheiten anpassen kann.
008-06. Nightvision. Obwohl uns Retrochronist Florian Illies zu der Generation zählen würde, der Distinktion und kulturelle Differenz offensichtlich von enormer Wichtigkeit sind, scherten und scheren wir Fans der CF-Serie uns einen Scheiß darum und spielten auf dem Schulhof die Abenteuer CFs und der STAR TREK-Troika nach. Wie gerne ist man nachts lange wachgelegen und hat sich in die Rolle des phantastischen Helden hineingewünscht, hat gehofft – wie jetzt auch vermutlich Millionen HARRY POTTER-Fans – elternlos und mit verlässlichen Freunden durch das weite Weltall zu reisen. Man wünschte sich ein ebenso umfangreiches Merchandising wie bei STAR WARS, doch die Spielzeugindustrie folgte anderen Trends wie z.B. Big Jim (Mattel) mit seinen Armen aus Gummi, deren Bizeps eine Metallmanschette sprengen konnten oder dessen nach unten schnellender Arm – indem man auf Big Jims Rücken drückte – eine mitgelieferte (leider schon präparierte) Holzscheibe mit einem Karateschlag zerteilen konnte. Dem schwarzeneggerhaften Bodybilder hing schon damals ein Ruch von Homoerotik und Softporno an, der seinen militaristischen Konkurrenten G. I. Joe (Hasbro) vor allem in den USA stärker und stärker werden ließ.
009-09. Something About Us. Wir CF-Fans aber ließen uns nicht entmutigen und sammelten alles, was uns in die Finger kam. Panini-Sammelalben, die wir mühsam mit den kleinen Klebebildchen vervollständigten, die parallel zur Fernsehserie erscheinende Comicreihe im Bastei-Verlag, die nicht nur inhaltliche Lücken füllte, sondern auch die hautengen Anzüge – allen voran die der von CF zu rettenden Frauen. Es wurde weniger geredet und mehr gehandelt, sprich: geschossen und gekämpft. Irgendwann begannen wir dann zu pubertieren... CF geriet fast in Vergessenheit.
010-01. One More Time. Als die Ära der klobigen metalliclackierten Telespiele mit Echtholzimitat zu Ende ging und das Zeitalter des plasticpoppigen Gadgetfetischismus Einzug hielt, dachte niemand daran, dass Anfang des neuen Jahrtausends ein Revival der 1980er Jahre des vergangenen Jahrhunderts abgefeiert werden sollte. Die französischen Musiker Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo, die hinter der Band Daft Punk stecken, landeten 1997 mit ihrer 8-Spur-Mischpult-Akrobatik "Homework" einen ungezielten Volltreffer. Ihr Spagat zwischen Clubszene und Mainstream gelang ausgezeichnet. Nach einer Welttournee und dann fast dreijähriger Pause veröffentlichten sie mit "Discovery" im März 2001 einen galaktischen Overkill. Mit fettem Autotuning, dominierenden Filterattacken und heftigem Vocodergefrickel kreieren sie einen neuen Trend.
Als besonderer Gag liegt jeder CD eine Kennkarte mit persönlicher Codezahl bei. Trägt man diese im InterNet auf der Daft Punk-Homepage ein, bekommt man Zugang zum "Daft Club" und kann einen besonderen Player im 1980er Jahre Design downloaden, mit dem man Zugriff auf nur für Members bestimmte Zusatzangebote hat.
Wirklich herausragend aber sind die Musikvideos, die bisher zu den vier ersten Auskopplungen ("One more time", "Aerodynamic", "Digital Love" und "Harder, better, faster, stronger") produziert wurden. Es sind zusammenhängende Zeichentrickepisoden über eine fiktive Band aus ferner Zukunft und einer fernen Welt, die mit jeder neuen Auskopplung aneinandergereiht einen kompletten Kurzfilm ergeben sollen. Die Filme wurden vom gleichen Studio (Toei Animation) und dem gleichen Regisseur (Leiji Matsumo) produziert wie seinerzeit CF.
Es sind nicht nur im Zeichenstil der Figuren, Architektur oder Effekte starke Ähnlichkeiten erkennbar, sogar Schnitt und Bildkomposition sind in derselben Art nachempfunden.
011-11. Veridis Quo. Bisher erzählen die vier Videos die Geschichte einer blauhäutigen Band, die auf einem fernen Planeten in einer unbestimmten Zukunft ein Popkonzert gibt. Jung und alt sind dort versammelt, um die vierköpfige Band spielen zu hören. Diese besteht aus einem kraushaarigen Mann am Keyboard, einem blonden Burschen an der Leadgitarre, einer langhaarigen Blonden am Bass und einem kartoffelnasigen Braunhaar am Schlagzeug. Der Gig wird via Holokugeln in die Haushalte des Planeten übertragen, so dass auch wirklich jeder das Konzert verfolgen und freudig mittanzen kann. Dadurch unbemerkt von der planetaren Abwehr kann sich ein Raumschiff nähern, das in die Atmosphäre eindringt, die Bodenkontrolle ausschaltet und die Band entführt, nachdem alle Besucher des Konzertes narkotisiert wurden. Als alle wieder erwacht und die Bandmitglieder fort sind, sendet man einen Notruf ins All aus, der von einem pfeilförmigen Raumschiff aufgefangen wird. Der (vermeintliche) Held heftet sich an die Fersen des Entführer. Das Schiff des Verfolgers wird beim Durchfliegen eines Hyperraumportals beschädigt, und es muss auf dem Planeten, auf den die Band gebracht wurde, in einem Dschungel notlanden. In einer computergesteuerten Anlage werden nun die einzelnen Mitglieder der Band ihrer äußerlichen wie inneren Identität beraubt, indem die Maschinen die Blauhäutigen in normale Menschen verwandeln, ihnen entsprechende Outfits verpassen und die Erinnerungen der vier manipulieren. Ihr ursprüngliches Gedächtnis wird auf Datenträgern gespeichert. Man ersetzt alle blauhäutigen Personen darin durch Menschen, inklusive sie selbst.
012-08. High Life. Das einzig komplett mit einem Anime unterlegte 'westliche' Lied war bisher "King of my Castle" von Wamdue Project aus dem Jahre 1999. Dafür hatte man Szenen aus GHOST IN THE SHELL zusammengeschnitten. In Japan kommen eigens produzierte Anime-Musikvideos dagegen häufiger vor: Hayao Miyazakis (MONONOKE HIME) Geschichte zu "On Your Mark" von Chage & Aska zum Beispiel oder das Video zu "Extra" von Ken Ishii (Soundmixer von PI und REQUIEM FOR A DREAM). Die Zeichentricktechnik für die Daft Punk-Videos folgt der klassischen Animation. Im krassen aber gewollten Gegensatz zu rein digitalen Produkten wie FINAL FANTASY präsentieren die Animes sich in einem Retrolook, der die aus einer Zeitmaschine gekrabbelten Verlierer der Dot.com-Krise in eine verschollen geglaubte Ära beamt. Ob sie bei Daft Punk auf das verlorene Alter-Ego CF treffen oder nur gemeinsam mit Retroteenies einem neuen Trend nachgeben, das bleibt noch zu entdecken.
013-03. Digital Love. In Frankreich und der Schweiz sind mittlerweile acht CAPITAINE FLAM-DVDs mit dem Regionalcode 2 auf dem Markt, von denen leider nur eine den japanischen Originalton enthält. Die anderen haben nur die französische Sprachfassung, die noch nicht einmal untertitelt ist. Mit insgesamt 23 Stunden Spieldauer und allen in Europa ausgestrahlten Folgen kommt die Reihe doch nicht an die Originallänge der japanischen Version heran, es bleibt also eine Schnittfassung. Die hohe Qualität von Ton und Bild lassen dies aber leicht verschmerzen.
Vermissen wird man allerdings den Soundtrack von Christian Bruhn, der – mittlerweile wieder auf CD erhältlich – als Klassiker der deutschen TV-Musik gilt. Da damals noch Ton und Musik auf einer Spur abgemischt waren, musste neben der deutschen Synchronisation auch die Musik komplett neu komponiert und die Soundeffekte neu hergestellt werden.
Bruhn hat im Laufe seiner Karriere für nahezu jeden namhaften Schlagerstar geschrieben, so sind insgesamt mehr als 2000 Melodien entstanden, von unzähligen Werbespotmusiken mal ganz abgesehen. Unter den bekanntesten Evergreens sind "Marmor, Stein und Eisen bricht" oder die Titelmusik zur Fernsehserie HEIDI, TIMM THALER, ALICE IM WUNDERLAND und viele mehr. Für CF war sogar seine Frau mit in die Produktion der Serienmusik eingebunden, denn sie lieh ihre Stimme dem Titelsong. Auch für HEIDI oder PATRICK PACKARD stand sie wieder am Mikrophon. So elektronisch die Musik zu CF klingt, so 'herkömmlich' im technischen Sinne wurde sie produziert: Man verwendete außer einem Keyboard und E-Gitarren keinerlei spezielle Soundeffekte erzeugendes Equipment. Einen Synthesizer konnte sich Bruhn damals nämlich noch nicht leisten.014-14. Too Long. Das lange Warten auf eine Wiederholung CFs im deutschen Fernsehen hat sich endlich gelohnt: Einen Monat vor dem 25. Todestag Edmond Hamiltons startete ab dem 01.01.2002 auf Premiere Sci-Fi von Montag-Freitag um 16.45 Uhr Captain Future mit seiner Mannschaft ins digitale Fernsehen!
015-00 Teenage Dream. Captain Future fliegt jetzt auch in Deutschland wieder! Nämlich auf DVD.
Zwei Collectionen mit sämtlichen in Deutschland ausgestrahlten Folgen sind vor kurzem auf dem Markt erschienen.
Hier können Sie die beiden Boxen direkt bei Amazon.de bestellen.