Happily Ever End After All
von Harald Mühlbeyer
SHREK 2
USA 2004.
R: Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon. B: Joe Stillman, J. David Stern, David N. Weiss. D: Mike Myers / Sascha Hehn (Shrek), Cameron Diaz / Esther Schweins (Prinzessin Fiona), Eddie Murphy / Randolf Kronberg (Esel), John Cleese / Thomas Danneberg (König Harold), Julie Andrews / Marie-Luise Marjan (Königin Lillian), Antonio Banderas / Benno Fürmann (Gestiefelter Kater), Rupert Everett / Thomas Vogt (Prinz Charming), Jennifer Saunders / Angelika Milster (Gute Fee). Was geschieht eigentlich nach dem Happy End? Was passiert, wenn nach all der Mühsal und der Plagen sich das Liebespaar endlich glücklich in die Arme schließen darf? Das Ziel ist erreicht, die Hochzeit gefeiert – und dann? Alle leben happily ever after? Shrek und seine Fiona haben sich gefunden und ihr Glück durch der wahren Liebe erster Kuss besiegelt. Und dann: Abblende. Aber ist die Liebe dauerhaft? Oder hätte nicht alles ganz anders kommen können, ja müssen, wenn Prinz Charming nur ein wenig früher zur Stelle gewesen wäre?
Fionas Vater, der Herrscher des Königreichs weit, weit entfernt ist der festen Überzeugung, dass die Ehe mit Shrek nur einem bedauerlichen Versehen im Lauf des Schicksals war. Zumal er schon längst einen anderen, eben Prinz Charming, als Fionas Ehemann auserkoren hat. Und so muss er dem Lauf der Dinge auf die Sprünge helfen, und unter tatkräftiger Mithilfe der guten Fee, Prinz Charmings Mutter, spinnt er Intrigen gegen Shrek. Den Gestiefelten Kater als gedungenen Oger-Killer einzusetzen, ist nur eine davon. Shrek muss sich tumb und polternd zusammen mit seinem plappernden Esel-Sidekick gegen allerlei Zaubereien hin und her erwehren, die aus der Magie-Fabrik der Fee stammen. Und er muss seine inneren Zweifel besiegen und die seiner wahren Liebe Fiona, die ihn ins finsterste Verlies stürzen.Mit Sequels ist es ja so: Vor allem sind es sichere Geldmaschinen für die Produzenten. Eine bereits vollständige Geschichte wird mehr oder weniger künstlich fortgesetzt. Denn, damit kalkuliert man, die Zuschauer wollen ihre Helden nicht missen, sie wollen wissen, wie es weitergeht im Leben. Der erste SHREK (USA 2001) war ein Erfolg, und die reichen Charaktere des Films versprachen, auch in der Fortsetzung noch interessant zu sein für die Zuschauer. Die gegen gute Unterhaltung auch stets bereit sind, eine Menge Geld in die Kassen zu spülen.
Deshalb wird der Film mit Popsongs vollgestopft, um die Soundtrack-Verkaufserlöse zu steigern. Und deshalb gilt inhaltlich: Viel hilft viel. War der erste Shrek-Teil eine einheitliche Handlung: hin zur Drachenburg und wieder zurück, so mäandert die Dramaturgie im zweiten Teil bedenklich hin und her, bis sie eine klare Linie findet. Viel mehr Märchenwesen sind unterwegs, und die charmanten Ironien des ersten Teils – zersungene Vögel, aufgeblasene Frösche, feminine Drachen oder Märchenbücher, die auf dem Plumpsklo ihren Verwendungszweck finden – sind nun im Bemühen, eine breite Zuschauerschaft anzulocken, ziemlich eingekocht.
Natürlich ist es ein Riesenspaß mit bemerkenswerter Kamera- und Schnittarbeit. Rasant und sehr wirkungsvoll ist die Konfrontation zwischen Shrek und dem König, die ihren Streit am Abendessen austragen. Und natürlich gibt es turbulente Szenen von Flucht und Verfolgung, wie man sie sich in so manchem 'großen' Film nur wünschen kann. Das macht den Film zu einem der erfolgsreichsten aller Zeiten, der die Einspielergebnisse von Teil Eins schon nach zehn Tagen übertraf.
Die Leichtigkeit des ersten Teils geht aber in der etwas überspannt wirkenden Geschichte verloren, und all die Zaubereien und Attraktionen stutzen der Magie des Films ein wenig die Flügel. Eine richtige Steigerung erfährt die zweite Version vom Weg zum (endgültigen?) Happy End für Shrek und Fiona nicht.
Was aus dem Esel und seinem Drachenmädchen wurde, erfährt der Zuschauer übrigens nur, wenn er beim Abspann sitzen bleibt.Unserem Partnerprogramm Amazon.de shrekt vor nichts zurück. Sie bieten neben dem Soundtrack für die Puristen auch das Kinderbuch von William Steig an: