Jörg Bettmer zweifach geehrt
Wissenschaftspreise in der Analytischen Chemie vergeben
06.02.2007
Gleich zwei bedeutende Preise im Fach Analytische Chemie wird Privatdozent Dr. Jörg Bettmer vom Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie im kommenden März entgegennehmen. So hat ihm die Deutsche Gesellschaft für Massenspektrometrie (DGMS) den mit €12.500 ausgestatteten Mattauch-Herzog-Preis zuerkannt, der jährlich an Nachwuchswissenschaftler für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der modernen Massenspektrometrie vergeben wird. Die Preisvergabe erfolgt aufgrund der innovativen massenspektrometrischen Methodenentwicklungen, die Bettmer und seine Arbeitsgruppe an der Schnittstelle zwischen Element- und Bioanalytik durchgeführt haben. So dürfte unter anderem die Entwicklung einer Online-Kopplung der Gel-Elektrophorese mit einem induktiv gekoppelten Plasma-Massenspektrometer (ICP-MS) in Zukunft ein wichtiges Instrumentarium zur besseren Charakterisierung und Quantifizierung in der DNA- und Metalloproteinanalytik werden. Der Mattauch-Herzog-Preis ist nach zwei Pionieren auf dem Gebiet der Massenspektrometrie benannt, die 1934 ein neues doppelfokussierendes Gerät gebaut hatten. Josef Mattauch war zudem in den Jahren 1946 bis 1965 Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz.Den ebenfalls jährlich vergebenen Bunsen-Kirchhoff-Preis erhält Jörg Bettmer vom Deutschen Arbeitskreis für Angewandte Spektroskopie (DASp) in der Gesellschaft Deutscher Chemiker für seine hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Elementspeziation, wo er und seine Gruppe durch Kopplung atomspektrometrischer Methoden mit selektiven Trennmethoden, wie der Hochleistungsflüssigkeits-Chromatographie, entscheidende Beiträge auf diesem modernen Gebiet der Analytik geliefert haben. In diesem Bereich hat Bettmer wesentlich zum Erfolg des vor kurzem um weitere viereinhalb Jahre verlängerten DFG-Graduiertenkollegs „Spurenanalyse von Elementspezies: Methodenentwicklung und Anwendungen“ an der Universität Mainz beigetragen. Der Preis ist nach den beiden bedeutendsten deutschen Spektroskopikern des 19. Jahrhunderts, Robert Bunsen und Gustav Robert Kirchhoff, benannt, die mit der Spektralanalyse einen hochspezifischen Nachweis für chemische Elemente entdeckt hatten.
Jörg Bettmer studierte an der Universität Münster Chemie und promovierte dort auch. Für seine Promotionsarbeit erhielt er den Preis des Arbeitskreises für Mikro- und Spurenanalyse der Elemente der Fachgruppe Analytische Chemie. Nach Auslandsaufenthalten an den Universitäten Madrid und Bordeaux schloss er sich im Sommer 2000 der Arbeitsgruppe von Prof. Klaus Heumann an der Universität Mainz an. Im Sommer 2004 habilitierte er an der Universität Mainz mit einer international stark beachteten analytischen Arbeit über Metalloproteine. Im Wintersemester 2004/05 übernahm er die Vertretung des Lehrstuhls für Analytische und Umweltchemie an der Humboldt-Universität Berlin. Momentan vertritt er die seit Herbst 2005 vakante Professur in Analytischer Chemie in Mainz, die bis zu diesem Zeitpunkt Klaus Heumann innehatte.