Grazer Althistoriker Ingomar Weiler erhält Ehrendoktorwürde

Ehrung für einen der weltweit renommiertesten Forscher auf dem Gebiet des antiken Sports

20.02.2007

Der Fachbereich Sozialwissenschaften, Medien und Sport der Johannes Gutenberg-Universität hat am Mittwoch die seltene Würde eines Doktors der Sportwissenschaften an den Grazer Althistoriker Prof. Dr. Ingomar Weiler verliehen. Der Mainzer Sporthistoriker Prof. Dr. Norbert Müller würdigte in seiner Laudatio Weiler als einen der weltweit renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der griechischen Athletik und der antiken Olympischen Spiele. Er habe, so Müller, die Brücke von der Alten Geschichte zur Sportwissenschaft geschlagen und die Olympiaforschung an der Universität Mainz wesentlich gefördert.

Ingomar Weiler, geboren 1938, war nach seinem Studium zunächst an der Universität Innsbruck tätig. Nach einem längeren Forschungsaufenthalt am "Center for Hellenic Studies" der Harvard Universität folgte die Habilitation 1972. Von 1976 bis 2002 war er Lehrstuhlinhaber für Alte Geschichte an der Universität Graz. Das wissenschaftliche Renommee von Weiler gründet sich auf seine Forschungstätigkeit zur griechischen Antike in interkultureller Betrachtung. Diese mündete in sechs Einzelwerke, 138 Aufsätze in internationalen Fachzeitschriften und eine nicht zu zählende Zahl von Vorträgen in vielen Ländern der Erde. Unter den Monographien sind besonders Weilers "Griechische Geschichte" und das Standardwerk "Der Sport bei den Völkern der Alten Welt" hervorzuheben. Weiler ist unter anderem Herausgeber der Fachzeitschrift "Sport und Kultur im Altertum" und der Quellenbücher zu den antiken Sportdisziplinen.

Der Grazer Wissenschaftler steht seit 1982 in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Sportwissenschaft, dem früheren Fachbereich Sport, und dem Institut für Alte Geschichte der Universität Mainz. Er ist aktives Mitglied der renommierten "Forschungsgruppe Olympia" an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Daneben hat er sich als Gastprofessor in Mainz bei der Betreuung von Studierenden bei Diplom- und Doktorarbeiten und zahlreichen sporthistorischen Griechenlandexkursionen seit 1982 uneigennützig eingebracht und äußerst verdient gemacht. In seinen wissenschaftlichen Abhandlungen hat er die Grundlage für eine ungeschminkte Beurteilung der antiken Athletik gelegt und dabei zahlreiche Parallelen zu Fehlentwicklungen in der Moderne nachgewiesen. Weiler ist seit 1987 auch Mitglied der Arbeitsgruppe "antike Sklavenforschung" der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur.