Deutscher Krebspreis für Jörg Michaelis
Verleihung auf dem 27. Deutschen Krebskongress in Berlin
22.03.2006
Den Preis für herausragende wissenschaftliche Originalität und Qualität aktueller und zukunftsweisender Arbeiten im Bereich Onkologie geht in diesem Jahr an Professor Dr. Jörg Michaelis (Mainz), Professor Dr. Gerold Schuler (Erlangen), Professor Dr. Thorsten Heinzel (Jena) sowie Professor Dr. Martin Göttlicher (Neuherberg).Den diesjährigen klinischen Teil des Deutschen Krebspreises erhält:
Herr Professor Dr. Jörg Michaelis derzeit Präsident der Johannes Gutenberg Universität zu Mainz, ehemals Direktor des Institutes für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik am Klinikum der Universität Mainz.
Für seine Pionierleistung und außerordentliche Verdienste bei der Beschreibung und Erforschung der Epidemiologie von Krebskrankheiten im Kindesalter mit Gründung des Deutschen Kinderkrebsregisters 1980, das nach wie vor einzigartig als bundesweit bevölkerungsbezogenes Krebsregister besteht und damit das größte seiner Art für Krebserkrankungen im Kindesalter weltweit existiert, erhält er diesen Preis. Publikationen erschienen hierzu in sehr namhaften internationalen Journalen, nämlich im New England Journal of Medicine, in Cancer und mehrfach im European Journal of Cancer.
Deutsche Krebspreis für translationale Forschung wird vergeben an:
Herrn Professor Dr. Gerold Schuler, Direktor der Universitäts-Hautklinik meiner Fakultät in Erlangen. Herr Professor Schuler befasst sich seit Jahren mit der Vakzinationstherapie mittels ex-vivo generierter und antigenbeladener dendritischer Zellen zur Behandlung des metastasierten malignen Melanoms. Er hat international herausragende Beiträge auf diesem Gebiet geleistet. Er ist der Erstbeschreiber der Züchtung myeloider, muriner und später humaner dendritischer Zellen. Er hat die ersten prospektiv-randomisierten Studien einer Vakzinierung mit melanompeptidbeladenen dendritischen Zellen im Vergleich zur konventionellen Chemotherapie beim metastasierten malignen Melanom durchgeführt. Darüber hinaus hat er die humanen regulatorischen T-Lymphozyten zum Einsatz in diesem Forschungsgebiet identifiziert. Seit September 2005 ist er einer der meist zitierten Forscher überhaupt.
Den Deutschen Krebspreis 2006 - experimenteller Teil erhalten zu gleichen Teilen:
Herr Professor Dr. Thorsten Heinzel, Institut für Biochemie und Biophysik der Friedrich Schiller Universität Jena sowie Herr Professor Dr. Martin Göttlicher, Institut für Toxikologie, GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg bei München
Beide haben die ursprünglich als Antiepileptikum eingesetzte Valproinsäure als entscheidenden Wirkfaktor des als Histon-Deacetylase-Inhibitor wirkenden Substanz entdeckt. Valproinsäure hemmt das Wachstum transformierter Zellen und induziert deren Differenzierung. Sie haben diesen Wirkungsnachweis insbesondere bei leukämischen Blasten, aber auch in der Untersuchung an Zelllinien und Tiermodellen bei soliden Tumoren erforscht.
Ihre Ergebnisse sind Grundlage für mehrere derzeit aktive klinische Studien. Aus ihren Forschungsergebnissen lässt sich das Potential der modernen Biochemie für eine rasche Umsetzung dieser Erkenntnisse über die molekularen Grundlagen der Krankheitsentstehung in neuartige Therapiekonzepte nutzen. Zum Teil haben sie gemeinsam publiziert in Nature, in EMBO Journal, wie auch in Cancer Cell.