Wolfgang Frühwald ist Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur 2003
Thema: "Die zweite Evolution: Biowissenschaftlicher Fortschritt und der Wandel des Menschenbildes"
09.04.2003
Diskurs über eine aktuelle Fragestellung von gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Brisanz: Der Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur der "Freunde der Universität Mainz", Professor Wolfgang Frühwald, bietet im Sommersemester mit seinem Vorlesungszyklus "Die zweite Evolution: Biowissenschaftlicher Fortschritt und der Wandel des Menschenbildes" der Diskussion über eines der wichtigsten Problemfelder unserer Zeit ein Forum.Mit dem Begriff der zweiten Evolution kennzeichnet Wolfgang Frühwald die mit der Möglichkeit des menschlichen Eingriffs in das Erbgut des Lebens grundgelegte Evolutions-Beschleunigung und ihre kaum zu überschätzenden Folgen für die Entwicklung der Menschheit. In zehn Abendveranstaltungen setzen die Darlegungen und Analysen Professor Frühwalds und seiner renommierten Gastredner die faszinierende Geschichte und den Fortschritt der modernen Lebens- und Neurowissenschaften in Bezug zum sozialen Wandel der Gegenwart und den Folgen für jeden einzelnen Menschen.
Renommiert in Wissenschaft und Wissenschaftsorganisation
In Wissenschaft und Wissenschaftsorganisation nimmt Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang Frühwald eine herausragende Stellung ein. Der ehemalige Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und heutige Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung lehrt seit 1974 als Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1985 war er Gastprofessor an der University of Indiana in Bloomington (USA), 1999 an der Fakultät für Chemie der Universität Frankfurt.
Wolfgang Frühwald gehörte von 1982 bis 1987 dem Wissenschaftsrat, von 1994 bis 1997 dem Rat für Forschung, Technologie und Innovation beim Bundeskanzler an. Von 1995 bis 1996 war er auch Chairman der Vereinigung der europäischen Wissenschaftsorganisationen (European Heads of Research Organisations). Im Laufe seiner Karriere erhielt Wolfgang Frühwald zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen und Ehrungen, u.a. das Große Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen Maximiliansorden. Er ist Ehrendoktor in- und ausländischer Universitäten und Mitglied mehrerer in- und ausländischer Akademien.
Als Nachfolger von Fritz Stern, Bert Hölldobler und Hans-Dietrich Genscher wird somit erneut ein Gastprofessor von internationaler Bedeutung nach Mainz kommen: "Der vierte Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur, Professor Wolfgang Frühwald, macht Wissenschaft zum Ereignis, indem er fächerübergreifend aktuelle Problemstellungen analysiert, neue Einsichten vermittelt und nach den Konsequenzen für Wissenschaft und Gesellschaft fragt", sagt der Vorsitzende der "Vereinigung der Freunde", Dr. Hans Friderichs, der sich auf die Vorlesungsreihe freut: "Mit solchen Veranstaltungen bietet die Universität Orientierungshilfen auf dem Weg durch das 21. Jahrhundert und wird so ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht."
Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur
Aus Anlass des sechshundertsten Geburtstages von Johannes Gutenberg im Jahr 2000 haben die "Freunde der Universität Mainz e.V." die Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur an der Universität Mainz eingerichtet. Sie wollen damit das Ansehen und die Attraktivität ihrer Universität fördern. Die Stiftungsprofessur soll in Lehre und Forschung neue Akzente setzen, der Öffentlichkeit das Bild einer lebendigen Wissenschaft vermitteln und zugleich die Auseinandersetzung mit aktuellen Problemstellungen ermöglichen. Die Stiftungsprofessur ist Persönlichkeiten vorbehalten, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen Leistungen oder ihrer Bedeutung im kulturellen und öffentlichen Leben in der Lage sind, Fachperspektiven zu verbinden und übergreifende Einsichten zu entwickeln. Bei der Einrichtung der Stiftung haben sich die "Freunde der Universität Mainz e.V." von der Einsicht leiten lassen, dass die Universität eine hochrangige Gastprofessur nicht aus öffentlichen Mitteln finanzieren, sondern nur mit Hilfe privater Initiativen realisieren kann.