Sporthistoriker Norbert Müller erhält das Bundesverdienstkreuz

Auszeichnung für Engagement um Sport, Wissenschaft und Völkerverständigung

06.10.2008

Für sein außergewöhnliches Engagement und vorbildliche Leistungen für das Gemeinwohl der Bundesrepublik Deutschland hat Prof. Dr. Norbert Müller vom Institut für Sportwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens aus den Händen von Bundespräsident Horst Köhler erhalten. Müllers grundlegende Forschung zur Sportgeschichte und speziell zu Olympia sowie das von ihm als begeisterter Leichtathlet selbst verkörperte Ideal des Fair Play machten ihn zu einem verdienten Bürger unseres Landes, teilte das Bundespräsidialamt zur Übergabe der Auszeichnung mit. Der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch, gratulierte dem Mainzer Sporthistoriker: "Die Auszeichnung würdigt den herausragenden Einsatz von Professor Müller sowohl im aktiven Sport als auch in Forschung und Lehre im Bereich der Sportgeschichte und speziell der Olympiaforschung. Insbesondere ist sie aber eine Anerkennung für die Vielzahl von Initiativen, die Professor Müller ins Leben gerufen hat und unterstützt. So engagiert er sich für die Integration körperbehinderter Menschen, fördert den Schulsport in Rheinland-Pfalz und ist Fair-Play-Beauftragter des Landessportbundes Rheinland-Pfalz."

Bundespräsident Horst Köhler überreichte das Verdienstkreuz aus Anlass des Tages der Deutschen Einheit  bei einer Festveranstaltung im Schloss Bellevue. Prof. Norbert Müller ist seit 1998 Professor für Sportgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. In seiner Jugend mehrfach Pfalz- und Hochschulmeister in der Leichtathletik sowie zweifacher Deutscher Jugend-/Juniorenmeister im Rasenkraftsport, forscht Mülle heute zu den Schwerpunkten Sportgeschichte, Sportverwaltung, Behindertensport und  Leichtathletik. Sein Leben ist seit jehe von den fünf olympischen Ringen geprägt: Als talentierter Hochspringer stand er 1968 selbst im Aufbaukader für die Olympischen Spiele in Mexico City, wurde aber durch eine Verletzung an der Teilnahme gehindert. Seit 1970 ist er Mitglied der Deutschen Olympischen Gesellschaft. Die Forschungsgruppe Olympia, die er 1989 am Institut für Sportwissenschaft an der Universität Mainz mitbegründete, baute er als Leiter zu einem anerkannten und herausragenden nationalen und internationalen Kompetenzzentrum für Olympiaforschung ausgebaut. Auch dafür verlieh ihm im September 1997 das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit dem Olympischen Orden die höchste Auszeichnung des IOC. Als erster Preisträger erhielt er im Juli 2005 den "Athen-Preis des Griechischen Olympischen Komitees" für seine Verdienste um die wissenschaftliche Auswertung der Olympischen Spiele. Müller engagiert sich neben Olympia aber auch für den Regionalsport, besonders im Bereich des Schul- und Behindertensports. So hat Müller den Sportwissenschaftspreis für Abiturienten (Pierre de Coubertin-Preis) in Rheinland-Pfalz initiiert, eine Idee, die in den Folgejahren in Thüringen, Hessen, dem Saarland, Niedersachsen und 2004 sogar in Österreich und der Slowakei übernommen wurde. Mit Unterstützung des Landessportbunds und des Behindertensportverbands baute er den Studiengang Behindertensport auf und gründete die erste integrierte Sportgruppe behinderter und nicht behinderter Kinder in Rheinland-Pfalz.

Von Müllers internationalem Renommee zeugt u.a. die Ernennung zum Ritter der französischen Ehrenlegion im Jahr 2000 sowie seine im April 2008 erfolgte Berufung in den 25-köpfigen Päpstlichen Laienrat "Pontificium Consilium Pro Laicis".