Neubau der Hochschule für Musik auf dem Gutenberg-Campus eingeweiht

Neue Stätte für Studium und Lehre, Forschung und künstlerische Praxis wird auch ein neues kulturelles Zentrum für Mainz und Umgebung

24.11.2008

Der Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist um ein Juwel reicher: Der Neubau der Hochschule für Musik wird Studierenden und Lehrenden eine hervorragende Umgebung zum Lernen und Arbeiten bieten, der Bevölkerung in Mainz und dem Umland ein neues kulturelles Zentrum eröffnen und den Besuchern aus dem In- und Ausland eine attraktive musikalische Begegnungsstätte präsentieren. In Anwesenheit von Staatsministerin Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, und rund 200 Gästen aus dem universitären und öffentlichen Leben wurde der Neubau am Montag offiziell eingeweiht.

Als "architektonisches Schmuckstück" bezeichnete Wissenschaftsministerin Ahnen den Neubau, für den das Land einschließlich der Ersteinrichtung rund 15 Millionen Euro zur Verfügung gestellt habe. "Der Neubau bietet die Gelegenheit, ein maßgeschneidertes Haus für die Belange von Studium und Lehre im musikalisch-künstlerischen Kontext zu schaffen: Einzelunterricht, Unterricht mit kleinen und großen Ensembles, Vorlesungen, Seminar- und Theorieveranstaltungen, Forschen, Üben und Konzertieren - für all das bietet das neue Gebäude zweckmäßigen und schönen Raum", sagte die Ministerin. Der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch, sagte zur Einweihung, der in Rheinland-Pfalz eingeschlagene, bundesweit einmalige Weg, die musikalisch-künstlerische Ausbildung in die Universität zu integrieren, habe sich als Erfolgsmodell erwiesen. "Mit dem Bezug des neuen Gebäudes auf dem Campusgelände der Universität ist diese Zusammenführung nun auch räumlich vollzogen worden", so der Präsident.

Das neue Gebäude, verkehrsgünstig am Jakob-Welder-Weg auf Höhe der Haltestelle "Friedrich-von-Pfeiffer-Weg" gelegen, bietet insgesamt 2.600 Quadratmeter Nutzfläche. Unter seinem Dach befinden sich 36 Unterrichtsräume für Gesang- und Instrumentalunterricht, drei Ensembleräume, ein Konzertsaal für 220 Zuhörer, ein Orgelsaal und eine Studiobühne, die jeweils rund 100 Zuhörer fassen, Tonstudio, Hörlabor, Bibliothek, fünf Theorieräume, zwei Seminarräume, 24 Übräume sowie Büros und Wirtschaftsräume. Nahezu alle Unterrichtsräume können flexibel genutzt werden. Das Foyer ist so bemessen, dass das Publikum in den Konzertpausen dort bequem flanieren und sich unterhalten kann. "Für mich ist fast ein Wunder geschehen", sagte der Rektor der Hochschule für Musik, Prof. Dr. Jürgen Blume, bei der Einweihung der neuen Räumlichkeiten. "Jeden Tag, wenn ich das neue Haus betrete, bin ich glücklich, dass wir nun über ein so freundliches, zum Musizieren anregendes Haus verfügen. Wir alle gehen gerne in die hellen Unterrichts- und Übungsräume und vor allem in den roten Konzertsaal. Man fühlt sich wohl und wird zum phantasievollen Musizieren geradezu animiert."

Das dreigeschossige, U-förmige Gebäude besteht aus zwei Flügeln, die durch einen Erschließungsbau, in dem sich Konzertsaal und Studiobühne befinden, verbunden sind. Dadurch ist eine klare Trennung in einen Leise-Trakt für Tonstudio, Bibliothek und Verwaltung und einen Laut-Trakt für Übungs- und Ausbildungszwecke möglich. Besonderes Augenmerk hat der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) als Bauherr auf die Akustik gelegt, die besondere Ansprüche erfüllen muss. Hubert Heimann, LBB-Geschäftsführer erläuterte dazu: "Die Akustik muss besonders hohe Ansprüche erfüllen. Die Schallwellenübertragung zwischen den Räumen wurde aufgrund neuester bauphysikalischer Erkenntnisse bestmöglich gedämmt. Hierfür erhielten die Übungs- und Unterrichtsräume eine besondere Vorsatzschale aus Gipskarton. Weiterhin wurde dafür Sorge getragen, dass innerhalb jedes Raumes eine gute Akustik für optimalen Hörgenuss erzielt wird. Ich freue mich, dass wir mit dem neuen Gebäude dazu beitragen, ein Musik- und Kunstzentrum auf dem Campus der Mainzer Universität zu verwirklichen."

Schon Ende September hatte der Umzug vom alten, unzulänglichen Gebäude in der Binger Straße auf den Campus begonnen, sodass der Studienbetrieb zum Wintersemester bereits in der neuen Umgebung aufgenommen werden konnte. 380 Studentinnen und Studenten, 28 Professorinnen und Professoren, neun Lehrkräfte für besondere Aufgaben sowie rund 150 Lehrbeauftragte finden in dem Haus ihr neues universitäres Zuhause. Mit der Ansiedlung auf dem Campusgelände ist nun auch die räumliche Verbindung geschaffen, um Kunst und Wissenschaft an einem Ort zu bündeln. Die bundesweit einmalige Zusammenführung von künstlerischer Praxis, Forschung und Lehre verleiht der Mainzer Musikhochschule ein besonderes Profil: Einerseits werden heute die an allen Musikhochschulen etablierten künstlerischen und musikpädagogischen Studiengänge angeboten, andererseits ergibt sich durch die Einbindung in die Universität ein anregender interdisziplinärer Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft.

Davon, wie von dem Neubau überhaupt, werden nicht nur Studierende und Lehrende profitieren, sondern ein breiter Bevölkerungskreis, dem hier auf dem Campus ein neues kulturelles Zentrum erwächst. Während der Vorlesungszeit finden fast täglich Konzerte mit Studierenden und Lehrenden sowie mit renommierten Gastkünstlerinnen und Gastkünstlern statt. Mit dem Roten Saal und der "Black Box" sowie - ab 2010 - dem Orgelsaal stehen den Musikerinnen und Musikern nun auch drei eigene, attraktive Spielstätten zur Verfügung. Die Hochschule für Musik wird das kulturelle Leben auf dem Campus, in der Stadt Mainz und in der gesamten Rhein-Main-Region bereichern. Eine Vorstellung davon konnten sich die Gäste der Einweihungsfeier beim Eröffnungskonzert am Montagabend machen, als im Roten Saal unter der Leitung von Wolfram Koloseus eine Auftragskomposition der Hochschule für Musik, "Sechs Trakl Gesänge" von Thomas Wells nach Gedichten von Georg Trakl, uraufgeführt wurde und Mozarts "Jupiter-Sinfonie" erklang. Mit der Veranstaltungsreihe uniSono wird die Eröffnung des Neubaus noch bis zum Finale im Juli 2009 gefeiert.

Univ.-Prof. Dr. Jürgen Blume, Rektor der Hochschule für Musik, am 11. Oktober 2006 beim ersten Spatenstich für den Neubau der Hochschule für Musik auf dem Gutenberg-Campus (Foto: Rüdiger Mosler) Richtfest des neuen dreigeschossigen Gebäudes der Hochschule für Musik mit U-förmigem Grundriss und Laut- und Leise-Trakt am 31. August 2007 (Foto: Thao Vu Minh) Im Laut-Trakt der Hochschule für Musik befinden sich die Übungsräume, im gegenüberliegenden Leise-Trakt sind Tonstudio, Verwaltung und Bibliothek untergebracht. (Foto: Thao Vu Minh) Die Hochschule für Musik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Musikhochschule in Rheinland-Pfalz. (Foto: Peter Thomas) Im Zentrum der Anlage der neuen Hochschule für Musik befindet sich ein Konzertsaal für 220 Zuhörer mit Foyer und offener Haupttreppe. (Foto: Peter Thomas) Die kleinere Studiobühne für experimentelle Musikprojekte und weitere Ensembleräume liegen im Obergeschoss des Neubaus der Hochschule für Musik. (Foto: Peter Thomas) Zur Einweihung des Neubaus der Hochschule für Musik besuchten Ministerin Doris Ahnen und Universitätspräsident Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch einen Übungsraum. (Foto: Peter Thomas) Begrüßung zur Einweihung des Neubaus durch den Rektor der Hochschule für Musik, Univ.-Prof. Dr. Jürgen Blume (Foto: Peter Thomas) Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch lobte in seinem Grußwort die gelungene und nun auch räumlich vollzogene Integration der musikalisch-künstlerischen Ausbildung in die Universität. (Foto: Peter Thomas) Wissenschaftsministerin Doris Ahnen bezeichnete den Neubau, für den das Land einschließlich der Ersteinrichtung rund 15 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat, als Der Festakt im Roten Saal wurde mit einem anspruchsvollen Programm von Studierenden der Hochschule für Musik Mainz umrahmt. (Foto: Peter Thomas) Den Festakt beschlossen die Lehrenden der Hochschule für Musik mit einem Instrumentalstück. (Foto: Peter Thomas)