Masifunde Bildungsförderung e.V. erhält den "Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung"

"Menschen, die wissen, worum es geht"

30.11.2008

In einem Festakt ist heute dem Verein Masifunde Bildungsförderung e.V. der "Marion Dönhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung" verliehen worden. Der Preis wird von der Wochenzeitung DIE ZEIT, der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der Marion Dönhoff Stiftung verliehen. Im Sinne der Gräfin Dönhoff, eine der wichtigsten deutschen Nachkriegsjournalistinnen, wird der Preis an "Menschen, die wissen, worum es geht" vergeben. Rund 1.000 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Medien werden zur Preisverleihung im Hamburger Schauspielhaus erwartet.

Hunderte Leser sind dem Aufruf der ZEIT gefolgt und haben Personen und Organisationen nominiert, die sich im Geiste Marion Dönhoffs engagieren. Die Jury, bestehend aus Theo Sommer (DIE ZEIT), Manfred Lahnstein (ZEIT-Stiftung), Hermann Graf Hatzfeldt (Marion Dönhoff Stiftung), Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker, Lord Ralf Dahrendorf, Fritz Stern, Janusz Reiter und Anne Will, hat aus den Vorschlägen der ZEIT-Leser die Preisträger ausgewählt. Der "Marion Dönhoff Förderpreis für internationale Verständigung und Versöhnung" in Höhe von 10.000 Euro wird in diesem Jahr an Masifunde Bildungsförderung e.V. für seine nachhaltige Bildungsarbeit in einem Township in Südafrika vergeben. "In einer noch immer benachteiligten Bevölkerungsschicht wird hier nachhaltige Entwicklungshilfe durch Bildung geleistet", sagt der Vorsitzende der Jury, Theo Sommer.

"Die Auszeichnung ehrt uns sehr und würdigt den Einsatz unserer vielen Freiwilligen, die sich alle ehrenamtlich engagieren", sagt Masifunde Vorsitzender Jonas Schumacher. "Wie mit allen Spenden werden wir auch mit dem Preisgeld verantwortungsvoll umgehen und es nachhaltig in unsere Programme zur Bildungsförderung investieren. Unser Dank gilt der Jury, den Lesern der ZEIT, aber auch all unseren Paten, Mitgliedern, Spendern, Freunden und Förderern. Vor allem möchten wir den vielen Ehrenamtlichen sowie unserer Schirmherrin Bundesjustizministerin Brigitte Zypries danken."

Die Masifunde-Schirmherrin gratulierte dem Verein herzlich: "Es freut mich sehr, dass dem Verein Masifunde diese Ehrung zuteil wird. Diese jungen Leute nehmen die Verantwortung für eine globalisierte Welt ernst und sorgen mit ihrem Konzept der Bildungsförderung nachhaltig für die Teilhabe von Benachteiligten. Als Schirmherrin bin ich stolz und gratuliere den Initiatoren von Masifunde Bildungsförderung ganz herzlich zu dieser großartigen Anerkennung. Das gibt Kraft für die weitere Arbeit", sagt Brigitte Zypries in ihrem Glückwunschschreiben.

Über Masifunde

Der aus der afrikanischen Sprache Xhosa stammende Ausdruck "Masifunde" bedeutet "Lasst uns lernen" und ist somit bezeichnend für die Aktivitäten des Vereins. Masifunde unterstützt mit umfassenden Bildungsprogrammen nachhaltig mehr als 100 Kinder in Walmer Township, einem Armenviertel in der südafrikanischen Stadt Port Elizabeth. Der rein ehrenamtlich geführte Verein betreut die Kinder und Jugendlichen in außerschulischen Förderprogrammen, vergibt Schulstipendien und bietet Hausaufgabenclubs sowie einen Kindergarten für Straßenkinder an.

Initiiert wurde der Verein von dem ehemaligen Mainzer Politikstudenten Jonas Schumacher, der auf die Situation in Walmer Township durch seinen Zivildienst und ein anschließendes Auslandsstudium in Port Elizabeth aufmerksam wurde. Aufgrund der intensiven Partnerschaft zwischen der Nelson Mandela Metropolitan University in Port Elizabeth und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie der Mitarbeit vieler Mainzer Studierender während ihres Auslandsstudienjahres bei Masifunde in Südafrika, haben sich dem Verein in den folgenden Jahren viele engagierte und motivierte Freiwillige angeschlossen. Diese setzen sich für das Erreichen der Bildungsziele und für die Kinder und Jugendlichen in Walmer Township ein. Um die Programme in Südafrika finanzieren zu können, ist der Verein auf Privatspenden, Einnahmen aus Veranstaltungen und Preisgelder angewiesen. Einzig die Bildungspatenschaften sind langfristig durch Patenbeiträge gesichert. Der Verein zeichnet sich auch durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Spenden aus: Lediglich 2,7% der Spenden müssen für Verwaltung und Betrieb des Vereins eingesetzt werden, der Rest kommt direkt den Kindern und Jugendlichen in Südafrika zugute.

Das Masifunde-Team trifft sich jeden 3. Donnerstag im Monat ab 19 Uhr in der Taberna Academica auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität. Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen! Bei Rückfragen steht Ihnen unsere Koordinatorin Lenka Tucek gerne unter zur Verfügung. Viele Informationen zu Masifundes Bildungsförderungsprogrammen finden Sie auch auf www.masifunde.de.

ZEIT-Autor und Afrika-Experte Bartholomäus Grill überreicht Jonas Schumacher, 1. Vorsitzender von Masifunde, die Auszeichnungsurkunde. (Foto/©: Sina Preikschat) Das Masifunde-Team freut sich über die Auszeichnung mit dem Der gemeinnützige Verein Der rein ehrenamtlich geführte Verein betreut Kinder und Jugendliche in außerschulischen Förderprogrammen, vergibt Schulstipendien und bietet Hausaufgabenclubs für die Kinder des Armenviertels von Port Elizabeth. (Foto/©: Masifunde) Masifunde bietet auch einen Kindergarten an. (Foto/©: Masifunde) (Foto/©: Masifunde) Unverzichtbar und bestens gepflegt: der Bus des Vereins. (Foto/©: Masifunde) Das jährlich stattfindende SummerCamp zielt auf die Stärkung der Teamfähigkeit und Selbstsicherheit der Kinder ab. (Foto/©: Masifunde) Der Verein Masifunde wird von vielen ehrenamtlichen Praktikanten vor Ort und von Deutschland aus unterstützt. (Foto/©: Masifunde) So organisierte das Masifunde-Team in Deutschland einen Informationsstand auf der Messe Walmer Township ist eines der Armenviertel in der südafrikanischen Stadt Port Elizabeth. (Foto/©: Masifunde) Masifunde unterstützt mit umfassenden Bildungsprogrammen nachhaltig mehr als 100 Kinder des Armenviertels, die sonst chancenlos blieben. (Foto/©: Masifunde)