Weiterbildender Masterstudiengang Medizinethik eingerichtet

Kooperation mit der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH

09.01.2009

Am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wird seit dem Wintersemester 2008/2009 in Kooperation mit der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH der weiterbildende Masterstudiengang Medizinethik angeboten. Es handelt sich um ein inhaltlich aktuelles sowie strukturell an internationalen Standards orientiertes Studienprogramm, das als konsekutives Programm an akademische Abschlüsse in Berufsbereichen der medizinischen Versorgung, des Gesundheitswesens, des Versicherungswesens sowie des Medizinrechts anschließt. Als Fernstudium eröffnet dieses Studienprogramm eine Weiterbildung parallel zur Berufstätigkeit. Der weiterbildende Studiengang ist akkreditiert und als Fortbildungsveranstaltung für Ärzte zertifiziert.

Die Medizinethik hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung für das Handeln der Ärzte, die medizinische Forschung und die Gesundheitspolitik gewonnen. Prof. Dr. Norbert W. Paul, Leiter des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der JGU und stellvertretender Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees der Klinik, stellt fest: "Durch den stetigen medizinischen Fortschritt entstehen moralisch problematische und ethisch zu reflektierende Handlungsoptionen. Diese betreffen zum Beispiel die Selbstbestimmung des Patienten im Rahmen des Arzt-Patient-Verhältnisses und die Notwendigkeit, Entscheidungen in Bezug auf Behandlung und Therapieziel treffen zu müssen. Darüber hinaus ist eine ethische Reflexion gesellschaftlich relevanter Themen der Medizin aber auch im Hinblick auf die Vertretung von Patienteninteressen im Gesundheitswesen unerlässlich." Die Fähigkeit zur ethischen Reflexion wird in der gegenwärtigen Situation gesundheitspolitischer und medizinisch-technischer Entwicklungen für Ärzte und andere im medizinischen Bereich Tätige zu einer notwendigen Sekundär-Kompetenz im beruflichen Alltag. Aus diesem Grund stellt der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen die Bedeutung der Medizinischen Ethik für die Ausbildung von Humanmedizinern heraus und fordert die Einbindung der Ethik in das medizinische Curriculum. Für praktizierende Ärzte und andere im medizinischen Bereich Tätige eröffnet ein Weiterbildungsangebot in Form eines Fernstudiengangs den Weg, parallel zur Berufstätigkeit die erforderlichen medizinethischen Kompetenzen zu entwickeln.

Die Vermittlung medizinethischer Kompetenz erfolgt im Rahmen des weiterbildenden Masterstudiengangs auf der Basis einer praxisorientierten Schwerpunktsetzung. Der Studiengang ist in zwei Studienabschnitte mit jeweils aufeinander aufbauenden Modulen gegliedert, in denen sowohl grundlegende Kenntnisse der Medizinethik als Bereich der praktischen Philosophie vermittelt als auch spezifische Problemfelder des Berufsbereichs unter ethischen Gesichtspunkten reflektiert werden.

Die Module enthalten schriftliches Studienmaterial, sogenannte Studienbriefe, mit einem Pflicht- und einem Wahlpflichtanteil, die jeweils zu Beginn des Semesters verschickt werden. Zum Pflichtanteil des Studiums gehört zudem eine anderthalbtägige Präsenzveranstaltung zum Thema des jeweiligen Moduls. Jedes Modul schließt mit einer mündlichen oder schriftlichen Prüfung ab. Der Studiengang kann mit einem bis zwei mit einer mündlichen oder schriftlichen Prüfung ab. Der Studiengang kann mit einem bis zwei Modulen pro Semester studiert werden und umfasst entsprechend vier bis acht Semester.

Zielgruppen des weiterbildenden Masterstudiengangs Medizinethik sind Absolventinnen und Absolventen eines medizinischen Hochschulstudiums mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung. Er steht zudem Studierenden aus anderen Fachbereichen, etwa den Rechts- und Naturwissenschaften, der Pflegewissenschaft und der Philosophie, offen, die in einem Bereich des Gesundheitswesens tätig sind.