Mainzer Technik auf dem Mars: 5. Jahrestag der Rover-Landung

Mössbauer-Spektrometer und Alpha-Röntgen-Spektrometer liefern weiterhin Daten vom Mars

27.01.2009

Am 4. Januar 2004 ist der NASA-Rover Spirit nach 7-monatigem Flug durch das All sicher auf dem Mars gelandet. Drei Wochen später kam der Zwillingsrover Opportunity ebenfalls wohlbehalten auf dem roten Planeten an – und mit den beiden Rovern auch je zwei Untersuchungsgeräte aus Mainzer Herstellung. Das miniaturisierte Mössbauer-Spektrometer MIMOS II, das am Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) entwickelt wurde, sowie ein Alpha-Röntgen-Spektrometer des Mainzer Max-Planck-Instituts (MPI) für Chemie haben in den Monaten und Jahren, die folgten, wesentlich zu der äußerst erfolgreichen NASA-Doppelmission beigetragen. Wurde zunächst davon ausgegangen, dass die beiden Erkundungsfahrzeuge nur einige Monate auf dem Mars überleben würden, so sind mittlerweile fast 5 Jahre seit ihrer Ankunft vergangen - und sie fahren immer noch. Am 27. Januar 2009 feierte die Johannes Gutenberg-Universität den 5. Jahrestag der erfolgreichen Landung.

"Wir sind alle immer noch überrascht, dass Spirit und Opportunity weiterhin Daten vom Mars auf die Erde senden, die uns noch mehr Informationen und Eindrücke von dem Planeten liefern", so Dr. Göstar Klingelhöfer von der JGU, der das miniaturisierte Mössbauer-Spektrometer entwickelt und mit seinem Team viel Zeit in der Kontrollstation im kalifornischen Pasadena verbracht hat. MIMOS II ermöglichte erstmals die direkte mineralogische Untersuchung von eisenhaltigen Gesteins- und Bodenproben auf dem Mars. Daraus konnten Rückschlüsse auf frühere Wasservorkommen auf dem roten Planeten und deren mögliche Eigenschaften gezogen werden.

"Die beiden Instrumente aus Mainz haben einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der beiden Rover-Missionen geliefert: Zum ersten Mal sind chemische und mineralogische Daten von Proben auf dem Mars gewonnen worden", so Dr. Johannes Brückner vom Max-Planck-Institut für Chemie. Dort war das Alpha-Röntgen-Spektrometer, auch APXS genannt, entwickelt und gebaut worden. Die Messungen des APXS, das die chemische Zusammensetzung der Mars-Proben bestimmt, haben viele überraschende Ergebnisse geliefert: Der scheinbar so öde und trockene Wüstenplanet hat eine bewegte geologische Geschichte hinter sich, die auch das ehemalige Vorhandensein von Wasser belegt.

 

BILDERGALERIE

Das Mini-Spektrometer der Mainzer Wissenschaftler ist kürzer als ein Kugelschreiber. (Foto/©: Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie) Die Flugeinheit des APXS (Alpha-Particle-X-ray-spectrometer) für die ESA-Kometenmission Rosetta auf dem Philae-Lander im Vergleich zu einem Geldstück. (Foto/©: Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie und Max -Planck-Institut für Chemie) Roboterfahrzeug der NASA auf dem Wissenschaftsmarkt (Foto/©: Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie) Roboterfahrzeug der NASA in einer Simulation auf dem Mars: Im Vordergrund ist der robotische Arm des Mars-Rovers mit den Instrumenten MIMOS II (JGU) und APXS (MPI Mainz/Uni Mainz) zu sehen. (Foto/©: NASA/JPL/Cornell University) Der robotische Arm des Nasa-Rovers mit den Instrumenten Mössbauer-Spektrometer MIMOS II und Alpha-Röntgen-Spektrometer (APXS). (Foto/©: NASA/JPL/Cornell University) Arm des Rovers 'Spirit' über der Oberfläche des Mars. (Foto/©: NASA/JPL/Cornell University) Aufnahme von Mössbauer und APXS in Farbe mit der Panoramakamera (Pancam) auf dem Mars (Foto/©: NASA/JPL/Cornell University) Erste Aufnahme der Landestelle auf dem Mars mit Teilen des Landefahrzeugs 'Spirit'. (Foto/©: NASA/JPL/Cornell University) Ausschnitt des Kraterrandes des Victoria-Kraters: Die Aufnahme ist ein Mosaik aus Pancambildern in echtfarben. Der Rover wurde digital nachträglich in das Bild eingefügt, um die Größenverhältnisse besser darzustellen. (Foto/©: NASA/JPL/Cornell University)