Johannes Gutenberg-Universität Mainz schließt erste Phase der Strukturreform im Zeichen von Bologna ab

Mehr als 40.000 Nutzer haben Zugriff auf das Online-Portal "JOGU-StINe"

30.01.2009

Die Studien- und Prüfungsverwaltungsoftware CampusNet geht 16 Monate nach Projektstart online: Ab 2. Februar 2009 haben rund 35.000 Studierende sowie rund 2.000 Lehrende der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) Zugriff auf das Online-Portal JOGU-StINe. "Mit dem Gesamtprojekt haben wir die organisatorischen und technischen Voraussetzungen für ein effizientes und erfolgreiches Studium in den neuen modularisierten Studiengängen geschaffen", so JGU-Präsident Prof. Dr. Georg Krausch. "Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz präsentiert sich als gut strukturierte, moderne und serviceorientierte Großuniversität, die in der Lage ist, den komplexen Anforderungen dieser neuen Studiengänge im vollen Umfang gerecht zu werden."

Nach dem Start des Online-Portals für die Lehrenden sowie für die Studierenden des Fachbereichs Medizin Mitte Januar können sich ab Anfang Februar alle Studierenden online für ihre Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2009 anmelden, einen personalisierten Stundenplan erstellen sowie weitere Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten nutzen. Für die Studierenden der Bachelor- und Masterstudiengänge sowie eine Reihe weiterer Diplom- und Staatsexamensstudiengänge kommen schrittweise in den nächsten Wochen die online-Prüfungsanmeldung sowie eine persönliche Leistungsdatenübersichten hinzu. Auch für die Lehrenden und Prüfenden sowie für das Verwaltungspersonal der Universität bietet das neue Studien- und Prüfungsverwaltungssystem eine enorme Erleichterung bei ihren alltäglichen Aufgaben. Alle relevanten Angaben zu den Lehrveranstaltungs- und der Prüfungsteilnehmern stehen ihnen in der Regel direkt zur Verfügung. Die Eingabe der Noten erfolgt für die einbezogenen Studiengänge direkt am PC, diese stehen danach automatisch den Prüfungsämtern zur Verfügung und die Studierenden erhalten unmittelbar eine Mitteilung, ob sie bestanden haben oder nicht. Auch die Lehrveranstaltungsplanung wird über das System weitgehend unterstützt: Zeitliche oder räumliche Überschneidungen werden sofort kenntlich gemacht, und es können Alternativmöglichkeiten gesucht werden. Die Universität strebt damit an, die Auslastung der vorhandenen Räumlichkeiten so zu optimieren, dass auch bei steigenden Studierendenzahlen nach Möglichkeit alle Studierenden einen Platz in der Lehrveranstaltung erhalten können.

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat damit die erste Stufe der großen Reform im Zeichen von Bologna weitgehend abgeschlossen. Ab dem Wintersemester 2008/2009 können sich die Studierenden in 79 Bachelor- und 32 konsekutive Masterstudiengänge einschreiben. Um auch weiterhin das breite Fächerspektrum breit nutzbar zu machen, werden 21 Kernfächer und 30 Beifächer angeboten, die miteinander kombiniert werden können. Dadurch ergeben sich an der Universität allein im Bachelorbereich derzeit etwa 600 Kombinationsmöglichkeiten. Hinzu kommen etwa 200 Fächerkombinationen, die mit dem Ziel eines Lehramtes studiert werden können. Um in diesen Fällen ein möglichst überschneidungsarmes Studium zu ermöglichen, hat sich der Senat der Universität für die Einführung eines Zeitfenstermodells ausgesprochen. "Dadurch wird erstmals eine universitätsweite Koordination der Lehrveranstaltungen in den Lehramtsstudiengängen möglich", so der Präsident, "wodurch sich die Studierbarkeit verschiedenster Fächerkombinationen im Vergleich zu früheren Jahren deutlich verbessern wird."

Strukturierte Informations-, Kommunikations- und Organisationsplattform

Die mit Bachelor und Master verbundene durchgängige Modularisierung der Studiengänge bringt für die Universität allerdings eine massive Ausweitung der Zahl der Prüfungsfälle auf mehr als 100.000 pro Semester mit sich. Der daraus resultierende enorme Mehraufwand in der Prüfungs- und Studienverwaltung muss mit den vorhandenen Ressourcen bewältigt werden. Aus diesem Grund hatte sich die Universität Anfang des Jahres 2007 dazu entschlossen, den Gesamtbereich der Studien- und Prüfungsverwaltung einer gezielten, auf die geplanten modularisierten Studiengänge abgestimmten Reorganisation zu unterziehen. Im Mittelpunkt stand dabei die Einführung eines leistungsfähigen Studien- und Prüfungsverwaltungssystems, das den Fächern und Fachbereichen eine umfassende und verfahrenssichere Unterstützung bei der Verwaltung der Module und der ihnen zugeordneten Studien- und Prüfungsleistungen ermöglicht. Als Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung entschied sich die Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Herbst 2007 zur Einführung der Software CampusNet der Firma Datenlotsen Informationssysteme GmbH, Hamburg.

Ab September 2008 wurde CampusNet schrittweise in Betrieb genommen, zunächst mit dem Studierendenservice, anschließend mit dem Prüfungs- und Lehrveranstaltungsmanagement in den neu eingerichteten Studienbüros und Prüfungsämtern sowie Anfang 2009 mit dem Online-Portal für die Lehrenden. Mit dem Start des Online-Portals für alle Studierende ist die strukturierte Informations-, Kommunikations- und Organisationsplattform unter dem Namen JOGU-StINe einem Kreis von mehr als 40.000 Nutzern zugänglich.

Darüber hinaus hat die Universität in den zurückliegenden Monaten insgesamt 32 Studienbüros als zentrale Anlaufstellen für die Studierenden neu eingerichtet, in denen künftig mehr als 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Lehrveranstaltungs-, Prüfungs- und Raumverwaltung verantwortlich erledigen. In allen Fachbereichen verwalten Prüfungsämter nach gemeinsamen, universitätsweit verbindlichen Standards die neuen Studiengänge und ihre zahlreichen Modulprüfungen. Mehr als 500 Prüfungsordnungen wurden im Softwaresystem modelliert und Studierenden- und Prüfungsdaten mit mehreren Millionen an Datensätzen importiert, so dass die neuen gestuften Studiengänge vollständig und die auslaufenden Studiengänge zumindest mit den wichtigsten Funktionalitäten in CampusNet abgebildet werden.

"Mit all diesen organisatorischen Maßnahmen hat unsere Universität eine optimale Ausgangsbasis für eine deutlich bessere Studien- und Prüfungsorganisation geschaffen", so der Leiter der Abteilung Studium und Lehre, Dr. Bernhard Einig. "Die in den Fachbereichen und Instituten neu geschaffenen Strukturen sowie die vereinbarten Standardisierungen bilden die entscheidende Grundlage für einen effizienten Einsatz der integrierten Software. Bislang in Einzelsysteme verstreute oder vielfach noch nicht dv-unterstützte Aufgabenfelder des akademischen Studienverlaufs haben wir nun in ein einheitliches Gesamtsystem zusammengeführt, wodurch sich der insbesondere durch die modularisierten Studiengänge massiv erhöhte Verwaltungsaufwand minimieren lässt."

Mit dem Start des Online-Portals am 2. Februar 2009 sind die umfangreichen Vorarbeiten weitgehend abgeschlossen. Studierenden und Lehrenden stehen die wesentlichen Funktionen ihrer Lehrveranstaltungs- und Prüfungsorganisation webbasiert zur Verfügung. Die Studienbüros werden zukünftig eine zentrale Rolle in der Gesamtorganisation von Lehre, Studium und den Prüfungen einnehmen. "Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz stellt mit diesem ambitionierten und aufwendigen Projekt nicht nur die erfolgreiche Umsetzung der Bologna-Reform sicher", so der Kanzler der JGU, Götz Scholz. "Mit der Einführung dieses integrierten Campus Management Systems ging gleichzeitig eine umfassende Strukturreform und Standardisierung der Studierenden- und Prüfungsverwaltung einher, die langfristig den Service im Bereich von Studium und Lehre professionalisiert und qualitativ erhöht. Insgesamt markiert dies zusammen mit der Einführung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge den wohl umfassendsten Einschnitt im Bereich von Studium und Lehre an der Universität Mainz seit ihrer Wiedereröffnung im Jahre 1946."

"Die Einführung eines Campus Management Systems ist ein langfristiger und herausfordernder Prozess, der sich auszahlt: Die Einführung der Software schafft die organisatorische und technische Basis für die Erfüllung der komplexen Anforderungen aus dem Bologna-Prozess. Studierende und Lehrende können Verwaltungsprozesse über das Internet abwickeln und werden damit unabhängig von unflexiblen Öffnungszeiten. Nicht zuletzt steigert dieser verbesserte Service auch die Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen im internationalen Wettbewerb", erklärt Stephan Sachse, geschäftsführender Gesellschafter der Datenlotsen Informationssysteme GmbH.