Boehringer Ingelheim Stiftung fördert in großem Ausmaß Spitzenforschung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Stiftung stellt 100 Millionen Euro zur Errichtung eines internationalen Exzellenzzentrums zur Verfügung / Landesregierung finanziert Gebäude

06.02.2009

Die Boehringer Ingelheim Stiftung stärkt mit einer außergewöhnlichen Initiative die Spitzenforschung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Über einen Zeitraum von 10 Jahren fördert die Stiftung mit insgesamt 100 Millionen Euro die Errichtung und den Betrieb des Instituts für Molekulare Biologie. Damit erhält Rheinland-Pfalz eine der größten Privatspenden, die bislang in eine Wissenschaftseinrichtung an einer Universität geflossen sind. Das Land Rheinland-Pfalz beteiligt sich an der Gründung dieses Exzellenzzentrums und lässt ein neues Gebäude errichten, das renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hervorragende Arbeitsbedingungen bieten soll. Das neu zu gründende Institut werde von Größe und Ausstattung her internationale Standards der Spitzenforschung erfüllen, erklärten Otto Boehringer, Vorsitzender des Vorstands der Boehringer Ingelheim Stiftung, und Wissenschaftsministerin Doris Ahnen.

"Wir freuen uns, dass das Land Rheinland-Pfalz und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz unsere Idee von zusätzlicher Spitzenforschung an der Universität Mainz sofort so positiv aufgegriffen haben und mittragen", erklärt Otto Boehringer. "Angesichts des intensivierten Wettbewerbs und der internationalen Konkurrenz um die 'besten Köpfe' in der Wissenschaft möchten wir gerne das Land und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz unterstützen, ihre Spitzenforschung zu stärken und ihre internationale Sichtbarkeit zu erhöhen", so Boehringer. "Wir, die Familien Boehringer und von Baumbach, verstehen unser Engagement, das wir Ihnen heute vorstellen, als aktiv gelebte Bürgerschaft, als Dienst an der Gesellschaft. Wir wollen einen langfristig ausgerichteten Beitrag leisten. Wir wollen international sichtbare Spitzenforschung in Mainz und der Region stärken und weiterentwickeln, die hilft, wichtige naturwissenschaftliche und medizinische Fragen zu beantworten und damit auch die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Dies ist auch ein Beispiel, wie man gesellschaftliche Verantwortung als Public Private Partnerschaft gestalten kann", betont Boehringer.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck zeigte sich sehr erfreut über die Entscheidung der Stiftung: "Ich bin außerordentlich stolz und dankbar, dass die Boehringer Ingelheim Stiftung einer wissenschaftlichen Einrichtung in Rheinland-Pfalz eine so außergewöhnliche Förderung zukommen lässt. Das ist ein großer Schritt für unser Land, seinen Ruf als zukunftsfähigem Wissenschafts- und Forschungsstandort mit internationaler Anerkennung auszubauen." Ein solches privates Engagement zeuge von Weitsicht und einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl. Naturwissenschaftlich-medizinische Grundlagenforschung trage in besonderem Maße zur Zukunftssicherung eines Landes bei und helfe langfristig, die Lebensqualität der Menschen zu steigern. "Die gute Zusammenarbeit und die kooperativen Verhandlungen zwischen der Boehringer Ingelheim Stiftung, Wissenschaftsministerin Doris Ahnen und Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch haben zu einem wichtigen Projekt geführt, mit dem die Stiftung uns großes Vertrauen entgegenbringt, das wir dankend annehmen und dem wir gerecht werden wollen", so Ministerpräsident Kurt Beck weiter.

"Das Institut für Molekulare Biologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wird ein Meilenstein in unserer Wissenschaftslandschaft. Die Mainzer Universität zählt bereits heute zu den forschungsstarken Hochschulen in Deutschland mit immerhin elf Sonderforschungsbereichen, davon allein fünf im Bereich der Lebenswissenschaften. Diese Rolle wird durch die großzügige Unterstützung der Boehringer Ingelheim Stiftung, für die auch ich sehr dankbar bin, nachhaltig gestärkt", so Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz. "Die Lebenswissenschaften sind die Leitwissenschaften in diesem Jahrhundert. Umso wichtiger ist es, dass wir diesen interdisziplinären Forschungsbereich in Mainz auf höchstem Niveau weiter ausbauen, um die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für den Standort zu gewinnen und die Spitzenforschung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im bundesweiten und internationalen Vergleich noch besser zu platzieren", so die Ministerin weiter.

Für Prof. Dr. Dr. Andreas Barner, Sprecher der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, ist die Initiative eine Chance für den Wissenschaftsstandort Mainz: Mit dem geplanten Institut für Molekulare Biologie kann der Wissenschaftsstandort Mainz sein Profil weiter schärfen und ein hochattraktives wissenschaftliches Umfeld für neu zu rekrutierende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bieten. Die Nachkommen vom Unternehmensgründer Albert Boehringer leisten mit dieser Initiative einen weiteren Beitrag zur Forschung und ermöglichen exzellente, international ausgerichtete Grundlagenforschung in Mainz.

"Mit der Einrichtung des Instituts für Molekulare Biologie wird sich der Wissenschaftsstandort Mainz als ein international bedeutendes Zentrum für molekulare Medizin etablieren. Das Institut wird eine Brückenfunktion zwischen den Wirkstoff-orientierten Materialwissenschaften einerseits und der Medizin andererseits einnehmen und durch wissenschaftliche Synergien zwischen den Disziplinen das vor Ort vorhandene ‚Know-how‘ ergänzen und verstärken", erklärte der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch. Das Mainzer Exzellenzzentrum solle den Wissenschaftlern außergewöhnlich attraktive Arbeitsmöglichkeiten und eine Perspektive über die 10 Jahre hinaus bieten.

Während die Boehringer Ingelheim Stiftung über einen Zeitraum von 10 Jahren mit insgesamt 100 Millionen Euro den gesamten Betrieb des Instituts für Molekulare Biologie sichert, trägt das Land Rheinland-Pfalz die Kosten von etwa 50 Millionen Euro für den notwendigen Neubau eines hochmodernen Forschungsgebäudes mit rund 6.000 Quadratmeter Hauptnutzfläche. Der Bau wird in zwei Abschnitten errichtet; die Planungen für den ersten Bauabschnitt sehen vor, dass dieser zum 1. Januar 2011 bezugsfertig ist. Das Institut wird voraussichtlich als rechtlich selbstständige gemeinnützige GmbH (gGmbH) durch die Johannes Gutenberg-Universität Mainz gegründet und von ihr verwaltet. Universität und Stiftung wollen zunächst zwei oder drei international ausgewiesene Wissenschaftler gewinnen, die den Aufbau des Zentrums prägen und "international hervorragende Nachwuchswissenschaftler nach Mainz ziehen können", so Otto Boehringer. Geplant sind bis zu drei wissenschaftliche Abteilungen mit jeweils einer Direktorin bzw. einem Direktor und bis zu sechs eigenständige wissenschaftliche Nachwuchsgruppen. Die Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher sollen als Professorinnen und Professoren bzw. Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren der Johannes Gutenberg-Universität Mainz berufen und für ihre Institutsarbeit beurlaubt werden können. Die Rekrutierung international ausgewiesener Gründungsdirektoren soll nach dem sogenannten "Harnack-Prinzip" erfolgen. Demnach werden internationale Spitzenwissenschaftlerinnen und Spitzenwissenschaftler identifiziert, die anschließend die konkreten wissenschaftlichen Schwerpunkte und Themen ihrer Arbeit bestimmen, beste Arbeitsbedingungen erhalten und freie Hand bei der Auswahl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Die Errichtung des Instituts für Molekulare Biologie geht mit der Schaffung von rund 100 neuen Arbeitsplätzen im wissenschaftlichen und im nichtwissenschaftlichen Bereich einher.

Vorstandsvorsitzender Otto Boehringer, Ministerpräsident Kurt Beck, Sprecher der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, Prof. Dr. Dr. Andreas Barner, Wissenschaftsministerin Doris Ahnen und Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch sind überzeugt: "Der Standort in Mainz könnte aufgrund der zahlreichen wissenschaftlichen Anknüpfungspunkte zu den Forschungsschwerpunkten an der Universität, aber auch zur Universitätsmedizin nicht besser sein. Hier werden Weichen für eine Erfolgsgeschichte gestellt – für die Wissenschaft, aber auch für die Menschen im Land. Denn nicht zuletzt geht es in den Lebenswissenschaften um die fundamentale Frage, wie wir in Zukunft besser leben können."