Andreas Rödder: "Deutschland einig Vaterland"

Das Buch zur Geschichte der Wiedervereinigung

17.03.2009

Schon den Zeitgenossen war klar: 1989/90 erlebten sie Weltgeschichte. Der Zusammenbruch des Ostblocks, der Fall der Mauer, das Ende der DDR, die Wiedervereinigung Deutschlands beendeten eine Epoche, die im Zeichen der Weltkriege und des Ost-West-Konflikts gestanden hatte. Ein neues Zeitalter begann. Andreas Rödder, Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erzählt in seinem neuen Buch "Deutschland einig Vaterland", wie alles geschah. Auf der Grundlage intensiver Quellenforschungen und zahlreicher Gespräche mit Zeitzeugen legt er damit die erste historisch fundierte Geschichte der deutschen Wiedervereinigung vor.

Rödders sorgfältig differenzierende und zugleich spannend geschriebene Darstellung führt die Leser in die Machtzentrale des Kreml, wo Michail Gorbatschow mit seiner Reformpolitik einen Wandel einleitet, dessen Eigendynamik schon bald außer Kontrolle gerät, sie lässt ihn teilhaben an den Krisensitzungen des Honecker-Regimes und den geheimen Treffen der Bürgerrechtsbewegung und führt ihn durch die dramatischen Tage der großen Demonstrationen und des Mauerfalls. Kritisch wägt Rödder, einer der führenden Zeithistoriker der jüngeren Generation, die Stärken und Schwächen der Politik Helmut Kohls ab, der mit dem Zehn-Punkte-Plan die deutschlandpolitische Initiative an sich zog und den Einigungsprozess maßgeblich ausgestaltete. Mit großer Sensibilität für die unterschiedlichen Perspektiven von West- und Ostdeutschen im Einigungsprozess resümiert Rödder schließlich die nationalen und ebenso die internationalen Folgen der deutschen Wiedervereinigung.

Andreas Rödder, geboren 1967, studierte Geschichte und Germanistik an den Universitäten Bonn, Tübingen und Stuttgart. Nach seiner Dissertation über "Stresemanns Erbe. Julius Curtius und die deutsche Außenpolitik, 1929-1931" war Rödder als wissenschaftlicher Assistent am Historischen Institut der Universität Stuttgart tätig. Dort habilitierte er sich 2001 mit einer Schrift zur politischen Kultur der englischen Konservativen im 19. Jahrhundert. Danach war er Hochschuldozent an der Universität Stuttgart, Fellow am Historischen Kolleg in München und Gastprofessor an der Brandeis University Boston, Massachusetts. Seit April 2005 ist Rödder Univ.-Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der deutschen und internationalen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie auf Wertewandelsprozessen in Hoch- und Postmoderne. Er hat u.a. im Oldenbourg Grundriss der Geschichte den Band über Die Bundesrepublik Deutschland 1969-1990 vorgelegt.

Buchcover
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Univ.-Prof. Dr. Andreas Rödder
Arbeitsbereich Neueste Geschichte
Historisches Seminar
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz
Tel +49 6131 39-25680
Fax +49 6131 39-27115

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