Auf Darwins Weg durch den Botanischen Garten der JGU

Neue Wegeschilder stellen bedeutende Botaniker vor

26.03.2009

Im Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) sind die Wege nach Botanikern, Gärtnern und Naturforschern benannt. Jetzt hat der Freundeskreis des Botanischen Gartens neue Wegeschilder gestiftet, auf denen nicht mehr nur die Namen, sondern auch die Lebensdaten und eine kurze Erläuterung zu den Persönlichkeiten zu lesen sind. Die Auswahl der geehrten Personen geht zum großen Teil noch auf die Gründungszeit des Botanischen Gartens in den 1950er-Jahren zurück. Es sind vor allem Morphologen, die in der Tradition Johann Wolfgang von Goethes die Gestalt der Pflanzen und die Gesetzmäßigkeiten ihrer Variation untersucht haben. Aber auch dem Gründer des Botanischen Gartens, Wilhelm Troll, und seinem ersten Gartenleiter, dem Gärtner Max Top, sind Wege gewidmet.

Durch die Umgestaltung des Botanischen Gartens sind in den vergangen Jahren auch zwei neue Wege entstanden, die nun ebenfalls einen Namen erhalten haben: Ein weicher, mit Mulch bedeckter Pfad, der sich zwischen den nordamerikanischen Nadelbäumen des Arboretums schlängelt, wurde nach dem Gärtner und Botaniker Alfred Rehder (1863-1949) benannt. Der in Sachsen geborene Alfred Rehder war zunächst an mehreren Botanischen Gärten in Deutschland als Gärtner tätig, bevor er 1898 in die USA übersiedelte. Dort wurde er zu einem der bedeutendsten Dendrologen seiner Zeit. Zuletzt war er als Kurator am Arnold Arboretum der renommierten Harvard University in Boston in den USA tätig.

Der zweite Weg ist nach Charles Darwin benannt, der in diesem Jahr 200 alt geworden wäre. Er wird im Botanischen Garten aber nicht nur als Begründer der Evolutionstheorie geehrt, sondern vor allem für seine botanische Forschung. Nach seiner Rückkehr von der Weltumseglung auf dem Vermessungsschiff Beagle beschäftigte sich Darwin in seinem  Landhaus in Kent vorwiegend mit Untersuchungen an Orchideen, Kletterpflanzen, fleischfressenden Pflanzen und mit blütenbiologischen Fragen. Diese Untersuchungen sollten vor allem seine Evolutionstheorie belegen, wurden aber auch unabhängig davon zu Meilensteinen der botanischen Forschung.