Mainzer Mediziner Bhakdi für Hypothese zur Entstehung von Atherosklerose ausgezeichnet

Bhakdi erhält Rudolf Schönheimer Medaille der DGAF

20.04.2009

Der Mainzer Mediziner Sucharit Bhakdi ist für seine besonderen Verdienste in der Atheroskleroseforschung mit der Rudolf Schönheimer Medaille ausgezeichnet worden. Die Vergabe fand anlässlich der 23. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arterioskleroseforschung (DGAF) im März in Blaubeuren statt. Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi leitet das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Mit der "Mainzer Hypothese" hat er eine völlig neue Erklärung zur Entstehung der Atherosklerose vorgelegt. Bei der Jahrestagung der Fachgesellschaft wurde außerdem Prof. Dr. med. Karl J. Lackner, Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin der Universitätsmedizin Mainz, zum 1. Vorsitzenden der DGAF gewählt.

Die Deutsche Gesellschaft für Arterioskleroseforschung bildet als Fachgesellschaft eine Plattform für viele, ganz unterschiedliche medizinische Fachgebiete, die sich in Teilbereichen mit der Arteriosklerose - oder auch Atherosklerose - befassen, einer der wichtigsten, wenn nicht der bedeutendsten Krankheitsgruppe industrialisierter Länder. Bei ihrer jährlichen Tagung im Gästehaus der Universität Tübingen in Blaubeuren will die DGAF vor allem auch jüngeren Nachwuchswissenschaftlern ein Forum bieten. Im Rahmen der diesjährigen Tagung vom 12. bis 14. März ehrte die DGAF nach eigener Darstellung "zwei herausragende Grundlagenforscher" mit der Rudolf Schönheimer Medaille. Diese höchste Auszeichnung der DGAF ging außer an Bhakdi auch an Prof. Dr. pharm. Gérard Siest (Nancy), der als einer der Wegbereiter und Initiatoren für die enge und konstruktive Kooperation mit der Société Francaise d´Athérosclérose geehrte wurde.

Der scheidende Vorsitzende der DGAF, Prof. Dr. Jürgen Schäfer, wies in seiner Laudatio auf die besonderen Verdienste von Prof. Bhakdi für die Atheroskleroseforschung hin. Bhakdi, seit 19 Jahren Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Uni Mainz, ist nach den Worten von Schäfer einer der innovativsten Grundlagenforscher in Deutschland. Schäfer stellte insbesondere das von Bhakdi entwickelte Konzept der enzymatischen Modifikation von LDL und die Interaktionen dieses modifizierten LDL mit dem Komplementystem als eine besondere Leistung des Mainzer Mediziners und seiner Arbeitsgruppe vor.

Als Nachfolger von Schäfer übernimmt Prof. Dr. med. Karl J. Lackner die Aufgabe des ersten Vorsitzenden der DGAF für die kommenden drei Jahre. Lackner ist Leiter des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, das mit 5,4 Mio. Untersuchungsergebnissen pro Jahr - von Blutuntersuchungen über Urindiagnostik bis zur Proteinanalytik - als Zentrallabor die gesamte Mainzer Universitätsmedizin versorgt.