Erstes Einsatzfahrzeug für den Kinder-Notarzt in Mainz
Stiftung Paula Wittenberg finanziert Einsatzfahrzeug für Kinder-Notarzt der Universitätsmedizin
29.04.2009
Das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin und die Klinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz können sich über eine großzügige Unterstützung der Stiftung Paula Wittenberg freuen. Wie der Stiftungsvorstand und Gründer, Lars Wittenberg, die Leitung der Kinderklinik wissen ließ, wird die Stiftung die volle Finanzierung eines speziell auf die Bedürfnisse von Kindern ausgestatteten Notarztfahrzeuges übernehmen. Mit geplant und in Betrieb genommen durch die Johanniter-Unfall-Hilfe und im laufenden Betrieb unterstützt und besetzt durch die Mainzer Rettungsdienstorganisationen (ASB, DRK, JUH und MHD) wird das neue Fahrzeug im Rahmen des bestehenden Notarztsystems in Mainz und Umgebung ergänzend einbracht. Heute wurde das Fahrzeug offiziell in Betrieb genommen.Die Verwendung des Fahrzeugs ist aus Sicht des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin, insbesondere für die Notfallversorgung und die Begleitung der Verlegung kritisch kranker Säuglinge, Kinder und Jugendliche in Mainz und Umgebung vorgesehen - dabei fungiert das Fahrzeug primär als Zubringer für den Kinderarzt und Intensivmediziner sowie das Kinderkrankenpflegepersonal. Der Transport der Kinder wird dann mit einem Rettungs- oder Intensivtransportwagen vorgenommen werden. Aber auch Notarzteinsätze in der Umgebung von Mainz für Kinder und Jugendliche, bei denen ein erfahrener Kinderarzt/ Neonatologe oder Intensivmediziner nachgefordert wurde, können mit dem neuen Fahrzeug unterstützt werden.
Früh- und Risikoschwangerschaften werden natürlich am besten und sichersten direkt in der Geburtshilfe und der Neonatologie der Universitätsmedizin betreut, dazu hat die Universitätsmedizin schon vor zwei Jahren ein hochspezialisiertes Level 1- Zentrum der Neonatalversorgung eingerichtet. "Trotzdem können in seltenen Fällen externe Notarzt-Einsätze, beispielsweise bei unvorhersehbaren Geburten zu Hause, vorkommen", erläutert Ralf G. Huth, Leiter der Kinderintensivstation am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin. Dessen Direktor, Prof. Dr. Fred Zepp, ergänzt: "Es gab in der Vergangenheit bereits mehrfach die Anfrage von externen Kinderkliniken, mit der Bitte, sie bei der Akutversorgung von kritisch kranken Kindern zu unterstützen. Mit dem neuen Einsatzfahrzeug und den für diese Fälle speziell ausgerüsteten Geräten lassen sich solche Einsätze zukünftig mit deutlich verbesserter Versorgungsqualität durchführen. Wir können die betroffenen Kinder und unsere Partnerkliniken schneller und zuverlässiger unterstützen." Hierzu zählen insbesondere schwierige Beatmungssituationen, Kinder in kritischem Zustand z.B. bei angeborenen Herzfehlern sowie Patienten mit akuter Schocksymptomatik oder Patienten, die operiert werden müssen. Die Kinder werden, wenn möglich, auch vor Ort stabilisiert und dann zur weiteren Therapie oder Operation mit dem RTW oder ITW nach Mainz in das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin oder die Klinik für Kinderchirurgie gebracht.
Dabei fungiert das neue Fahrzeug immer als Zubringer von spezialisiertem medizinischem Personal und Geräten, ein eventuell nötiger Transport der kleinen Patienten erfolgt dann über Rettungs- bzw. Intensivtransportwagen des bestehenden Rettungstransportsystems. Sekundärtransporte von kleineren Kliniken in ein Zentrum der Maximalversorgung lassen sich so unterstützen. "Wir haben als Erwachsene eine ganz besondere Verpflichtung gegenüber unser Kindern, insbesondere dann, wenn sie krank oder in Not sind", sagt Hermann-Josef Gundlach, Rettungsdienstreferent im rheinland-pfälzischen Innenministerium. "Gerade deswegen wollen wir dieses Fahrzeug in das Angebot des Rettungsdienstes aufnehmen."
Das neue Fahrzeug verfügt über eine umfangreiche Ausstattung: Insbesondere Geräte zur Unterstützung der Atmung, des Kreislaufs und der Gabe von Medikamenten sind speziell auf die Bedürfnisse der kleinen Patienten zugeschnitten - etwa durch die Verwendung feinerer Dosier-Ventile. Dabei ist dafür gesorgt, dass Kinder allen Alters - vom Neugeborenen bis zum größeren Kind - behandelt werden können. Auch eine Ausrüstung für Erwachsene - beispielsweise einen Notfallkoffer - hat das neue Fahrzeug an Bord. Mit geplant und in Betrieb genommen wurde es durch die Johanniter-Unfall-Hilfe. Im laufenden Betrieb wird es unterstützt und besetzt durch die vier Mainzer Ret-tungsdienstorganisationen (ASB, DRK, JUH und MHD).