Förderung Versorgungsforschung Demenz in Rheinland-Pfalz e.V. (FörDe): Neuer Verein gegründet
Ziel: Etablierte Behandlungskonzepte bei Demenz möglichst vielen Betroffenen zugänglich machen
11.05.2009
Zur Gründung des Vereins "Förderung Versorgungsforschung Demenz in Rheinland-Pfalz e.V." umschrieb PD Dr. Andreas Fellgiebel, 1. Vorsitzender des neuen Vereins und zugleich Leiter der Gedächtnisambulanz an der Universitätsmedizin Mainz, die Vision und die Ziele des neuen Vereins: "Gute Behandlungskonzepte für Demenzkranke und ihre Familien gibt es bereits, sie müssen 'nur' den Betroffenen breitflächig zugänglich gemacht werden und vielfach ihre Praktikabilität und Wirksamkeit unter normalen Alltagsbedingungen unter Beweis stellen. Dieses zu unterstützen, ist die zentrale Zielsetzung des Vereins."Trotz intensiver Forschungsanstrengungen gibt es gegenwärtig keine heilenden oder vorbeugenden Medikamente zur Behandlung degenerativer Demenzen. Auch deshalb sind nicht-medikamentöse Therapieformen für die Behandlung demenzieller Erkrankungen sehr wichtig. Neben der Behandlung kognitiver Störungen setzen die meisten dieser Verfahren ihren Schwerpunkt auf die Therapie nicht kognitiver Symptome – wie Depression, Angst, sozialer Rückzug, Reizbarkeit oder Verhaltensauffälligkeiten – welche häufig bereits in frühen Stadien der Demenz auftreten und den Verlauf der Erkrankung bestimmen.
"Ein Problem der nicht-medikamentösen Konzepte ist, dass sie oft nur in einem sehr spezialisierten Bereich zum Einsatz kommen. Daher ist es dringend notwendig, die Möglichkeit der Implementierung vielversprechender Behandlungsansätze im jeweils gegebenen Behandlungs-Umfeld – zu Hause, in der Demenz-WG, in der Tagespflege oder im Krankenhaus und Pflegeheim – zu evaluieren, um so eine qualitativ hochwertige Versorgung möglichst vielen Demenzkranken und ihren Familien zugänglich zu machen", erläutert Dr. Andreas Fellgiebel. "Dies ist eines der wichtigsten Ziele des neuen Vereins." Darüber hinaus sollen auch neue und innovative Behandlungsansätze unterstützt werden, sofern sie einer wissenschaftlichen Evaluation zugänglich sind und sich in den Rahmen der gegebenen medizinischen und pflegerischen Versorgungsstrukturen einpassen lassen. Schließlich soll auch die Vernetzung bestehender Behandlungs- und Versorgungskonzepte unterstütz werden. Dazu bietet der Verein Beratungen über die Projektplanung und Evaluationsmöglichkeiten an, sowie die wissenschaftliche Projektbegleitung und die finanzielle Unterstützung der Durchführung von Projekten.
"Das Land unterstützt innovative Verbesserungsmaßnahmen in der Versorgung von demenzkranken Menschen, denn diese Erkrankung trifft immer mehr Menschen in einer älter werdenden Gesellschaft", so die rheinland-pfälzische Gesundheits- und Sozialministerin Ministerin Malu Dreyer. "Hierzu gehört auch die Evaluation von neuen Behandlungskonzepten. Da es noch keine heilenden Medikamente für Menschen mit Demenz gibt, ist es umso mehr von Bedeutung, dass neue Behandlungskonzepte nicht-medikamentöser Art erprobt und hinsichtlich ihrer Wirkung ausgewertet werden." Auch ist es Ministerin Dreyer ein wichtiges Anliegen, dass fundierte Erkenntnisse aus solchen Erprobungen in der Öffentlichkeit vermittelt werden. "Deshalb begrüße ich die Initiative der Vereinsgründung sehr", so Ministerin Dreyer.
Ute Halman, Vorsitzende der Alzheimer-Initiative Rheinland-Pfalz e.V., betont: "Die Alzheimer Initiative ist sehr froh darüber, dass jetzt mit FörDe die Möglichkeit geschaffen wurde, nicht-medikamentöse Behandlungskonzepte zu begleiten und zu untersuchen – denn so können Empfehlungen ausgesprochen werden, welches Konzept wo am besten eingesetzt werden sollte. Dies ist nicht zuletzt auch für die tägliche Arbeit der Alzheimer-Initiative von großer Bedeutung."
Gründungsmitglieder des Vereins sind PD Dr. Andreas Fellgiebel, Leiter der Gedächtnisambulanz der Universitätsmedizin Mainz, Ute Halman, Vorsitzende der Alzheimer-Initiative Rheinland-Pfalz e.V., Eike Jarzina, Leitender Ministerialrat a.D., Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, RLP, Dipl.-Psych. Dr. Armin Scheurich, leitender Psychologe der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Universitätsmedizin Mainz), Nina Laux, Gerontologin, Peter Ernst, pflegender Angehöriger und Benno Schanz, Pflegedienstleiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.