Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals fördert klinische Forschungsprojekte

Mainzer Krebs-Forscher arbeiten an verbesserten Diagnosen und Therapien

14.07.2009

Mit einer Spende in Höhe von je 25.000 Euro unterstützt die Stiftung "Tumorforschung Kopf-Hals" zwei Forschungsprojekte an der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik (HNO) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Richard Patzke, und die Vorstandsmitglieder Prof. Dr. Wolf Mann und Peter Ditsch übergaben die Schecks an die Forschergruppen um Prof. Dr. Roland Stauber und Privatdozent Dr. Jürgen Brieger.

Die beiden jetzt geförderten Vorhaben, von der "Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation" erst vor einem Monat ausgezeichnet, befassen sich mit der Isolierung, Charakterisierung und Modulierung von Tumorstammzellen. Ihre Arbeit lässt auf eine bessere Diagnostik und eine individualisierten Therapie von Tumorerkrankungen hoffen.

Professor Dr. Roland Stauber befasst sich mit der Rolle von Krebs-Stammzellen bei Tumoren im Kopf- und Halsbereich. Neuesten Erkenntnissen zufolge sind Tumorzellen hierarchisch gegliedert, mit einer Tumorstammzelle an der Spitze und den davon abgeleiteten Tumorzellen auf einer niedrigeren Hierarchieebene. Somit scheinen nur wenige "Pilotzellen" für das Wachstum und letztendlich auch für den klinischen Verlauf von Kopf-Hals-Tumoren maßgeblich mitverantwortlich zu sein. Gelänge es, diese auszuschalten, wäre das ein Hoffnungsträger für eine verbesserte Diagnose und neue Krebstherapien.

Dr. Jürgen Brieger befasst sich mit der Frage, ob die Aktivierung von Genen, die das Tumorwachstum unterdrücken, durch Medikamente beeinflussbar ist. Werden Gene, die das Wachstum von Zellen kontrollieren, ausgeschaltet, entsteht Krebs. Auch bei Kopf-Hals-Tumoren findet man solche inaktivierten Kontrollgene. Diese sog. Tumorsuppressorgene wollen die Forscher mit einem Medikament wieder anschalten, in der Hoffnung, damit Krebszellen zum Absterben zu bringen.
 

Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals"

Ein enger Freundeskreis um den Wiesbadener Unternehmer Dieter Haupt entschloss sich 1992, mit einem Kapital von damals 100.000 DM die Stiftung "Tumorforschung Kopf-Hals" zu gründen. Die im Kopf-Hals-Bereich vorkommenden bösartigen Tumore gehören zu den am meisten gefürchteten Krebserkrankungen.

Aus den sich zwischenzeitlich gebildeten Rücklagen wurde im Jahr 2004 zu Ehren des Stiftungsmitbegründers die "Dieter Haupt Stiftungsprofessur" eingerichtet. Mit 310.000 Euro Kapitalausstattung aus Mitteln der Stiftung wurde die Finanzierung der inzwischen aufgenommenen Arbeit der Forschungsgruppe um Prof. Dr. Stauber an der Mainzer Uni-Klinik unter Prof. Dr. Wolf Mann langfristig abgesichert. Mit 1,8 Millionen Euro Gesamtvermögen zählt die "Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals" zu den großen gemeinnützigen Stiftungseinrichtungen. Allein im Jahr 2008 wurden Forschungsprojekte mit insgesamt rund 170.000 Euro gefördert.