Erfolg im Professorinnenprogramm: Rückenwind für die Frauenförderung

Johannes Gutenberg-Universität Mainz punktet mit ihrem Gleichstellungskonzept beim Bundeswettbewerb

04.09.2009

Bei ihren Bemühungen zur Frauenförderung kann die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) einen weiteren Erfolg verbuchen: Sie erhält aus dem Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder Mittel für drei Professorinnen und damit für die höchstmögliche Anzahl an Stellen. Mit dieser Förderung gehört die JGU zu einer der erfolgreichen Hochschulen, die sich in diesem Programm beworben haben. Außerdem wird die größte rheinland-pfälzische Universität drei neue Juniorprofessuren aus den Mitteln des Landes gezielt an Frauen vergeben – ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit in der Wissenschaft.

"Es ist erklärtes Ziel der Landesregierung, den Frauenanteil im Hochschulbereich auf allen Ebenen zu erhöhen. Hierfür haben wir zahlreiche maßgeschneiderte Förder- und Stipendienprogramme für Frauen in der Wissenschaft entwickelt oder mitfinanziert. Allein im Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder konnten in Rheinland-Pfalz sechs Gleichstellungskonzepte punkten, sodass die entsprechenden Hochschulen Anträge auf Berufungen stellen konnten. Die JGU hat sich hier erfolgreich eingebracht und drei Stellen bewilligt bekommen. Einschließlich der drei Juniorprofessorenstellen aus dem Hochschulprogramm ‚Wissen schafft Zukunft', die nun gezielt an Frauen vergeben werden, geht die Johannes Gutenberg-Universität Mainz einen wichtigen Schritt, um die Gleichstellung von Frauen und Männern an den Hochschulen voranzutreiben", erklärt Wissenschaftsministerin Doris Ahnen. "Frauenförderung ist mir ein besonderes Anliegen und daher freue ich mich sehr über den Erfolg der JGU im Professorinnenprogramm."

"Die Universität ist seit vielen Jahren darum bemüht, den Anteil von Frauen in Forschung und Lehre zu erhöhen und hat dazu zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Darin werden wir durch das Land Rheinland-Pfalz, aber auch den Bund finanziell unterstützt", so JGU-Präsident Prof. Dr. Georg Krausch. "Über den jetzigen Erfolg im Professorinnenprogramm freuen wir uns ganz besonders, zeigt er doch, dass wir die Frauenförderung nicht nur auf unsere Fahnen geschrieben haben, sondern ganz konkret daran arbeiten, und mit unserem Gleichstellungskonzept auch im bundesweiten Wettbewerb überzeugen konnten."

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Professorinnenprogramm im März 2008 initiiert, um im Laufe von fünf Jahren bis zu 200 Stellen für Professorinnen an den deutschen Hochschulen zu schaffen. Die Mittel hierfür werden jeweils zur Hälfte vom Bund und dem jeweiligen Bundesland bereitgestellt. Um die Förderung zu erhalten, mussten sich die Hochschulen zunächst mit einem Gleichstellungskonzept bewerben, das von einem unabhängigen, herausragend besetzten Expertengremium beurteilt wurde. "Unser Gleichstellungskonzept wurde positiv bewertet und wir konnten uns dann um die Förderung von bis zu drei Professorinnenstellen bewerben. Als eine der ersten Hochschulen wurden uns nun bereits alle drei Anträge in vollem Umfang genehmigt", erklärt die Gleichstellungsbeauftragte der JGU, Silke Paul. "Damit sind wir bundesweit mit unter den Ersten."

Die Förderung erfolgt bis zu fünf Jahre für Erstberufungen von Frauen auf unbefristete W2- und W3-Professuren. In Mainz wurden Prof. Dr. Vasiliki Tsamakda für das Fach Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte berufen, Prof. Dr. Angelika Kühnle am Institut für Physikalische Chemie und Prof. Dr. Christine Espinola-Klein für das Fach Innere Medizin an der Universitätsmedizin Mainz.

Die durch die Förderung frei werdenden Mittel werden für zusätzliche gleichstellungsfördernde Maßnahmen in den antragstellenden Fachbereichen ausgegeben wie zum Beispiel Juniorprofessorinnenstellen oder Coaching-Maßnahmen.

Wie der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität ferner ankündigte, wird die Hochschulleitung drei Juniorprofessorenstellen, die der Universität im Rahmen des Sondervermögens "Wissen schafft Zukunft" vom Land Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt wurden, explizit an junge Nachwuchswissenschaftlerinnen in den Forschungsschwerpunkten der Universität vergeben. "Wir können einen Frauenanteil von 61 Prozent bei den Studienabschlüssen und von 47 Prozent bei den abgeschlossenen Promotionen vorweisen", so Krausch. "Wir hoffen, dass sich künftig auch mehr hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen für eine akademische Laufbahn entscheiden, und wollen sie mit unseren Programmen darin unterstützen." Der Frauenanteil bei den Juniorprofessuren liegt an der Universität Mainz bei 30,8 Prozent (2007), während der Frauenanteil bei den Professuren (ohne Juniorprofessuren) 10,7 Prozent beträgt.

"Zu einer umfassenden Gleichstellungspolitik im akademischen Bereich gehört aber auch die Schaffung adäquater Arbeitsstrukturen und die Möglichkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Deshalb bauen wir aktuell im Rahmen des Konjunkturprogramms II die Kindertagesstätten an Hochschulen aus. Allein in Mainz werden dafür 1,5 Millionen Euro investiert, die das Studierendenwerk für die Einrichtung von sechs neuen Kita-Gruppen einsetzen wird", erklärte Wissenschaftsministerin Ahnen.

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat in den vergangenen 20 Jahren auf allen Ebenen – von den Studierenden bis zu den Professuren – vielfältige Maßnahmen ergriffen, um Frauen zu fördern. Dafür wurde sie im Jahr 2008 zum zweiten Mal nach 2005 mit dem Prädikat "TOTAL E-QUALITY" ausgezeichnet. Die Auszeichnung ging an insgesamt 40 Organisationen und Institutionen aus dem gesamten Bundesgebiet, darunter 15 Wissenschaftseinrichtungen. Das Prädikat wurde für die Jahre 2008-2010 vergeben, danach ist eine erneute Bewerbung bei dem Verein TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V. möglich.