"Zeigen, was hilft"
Gründungssymposium des Vereins Förderung Versorgungsforschung Demenz in Rheinland- Pfalz (FörDem)
30.09.2009
Unter dem Motto "Zeigen, was hilft" bekräftigte der Verein Förderung Versorgungsforschung Demenz in Rheinland- Pfalz (FörDem) sein Engagement für mehr Lebensqualität für Demenzpatienten und deren Angehörige. Der im Mai dieses Jahres gegründete Verein zur hat es sich zum Ziel gesetzt, etablierte Behandlungskonzepte bei Demenz möglichst vielen Betroffenen zugänglich zu machen. Dabei steht die Übertragbarkeit vielversprechender Behandlungen in das jeweils gegebene Umfeld im Mittelpunkt. Im Rahmen dieses Gründungssymposiums präsentierte FörDem beispielhaft und allgemein verständlich gelungene "Leuchttürme" zukunftsweisender Demenzversorgung im Bereich Ergotherapie und Psychotherapie und stellte ein erstes eigenes Projekt vor. Dieses widmet sich dem Problem der Sturzgefahr bei Demenzpatienten.Trotz intensiver Forschungsanstrengungen gibt es gegenwärtig keine heilenden oder vorbeugenden Medikamente zur Behandlung degenerativer Demenzen. Auch deshalb sind nicht-medikamentöse Therapieformen für die Behandlung demenzieller Erkrankungen sehr wichtig. Wesentliche Aspekte guter Behandlungsprogramme stellen die größtmögliche Selbstbestimmung der Betroffenen, ressourcenorientierte Aktivierung und Tagesstrukturierung, tabufreie Teilhabe am gesellschaftlichem Leben, Stärkung der Partnerschaft, Schulung über den Umgang/die Kommunikation mit dementen Angehörigen und Entlastungsangebote für die betreuenden Angehörigen dar. Ein großes Problem wirksamer Behandlungsansätze bei Demenzerkrankungen ist allerdings, dass sie oft nur in Spezialzentren zum Einsatz kommen. Um eine qualitativ hochwertige Versorgung möglichst vielen Demenzkranken und ihren Familien zugänglich zu machen, ist die Untersuchung der Übertragbarkeit vielversprechender Behandlungen in das jeweils gegebene Umfeld - zuhause, Demenz-Wohngemeinschaften, Tagespflege oder Krankenhaus und Pflegeheim - notwendig. Dies stellt auch eines der wichtigsten Ziele des Vereins FörDem dar.
Daher widmet sich das erste Projekt des Vereins FörDem des Problems der Sturzgefahr bei Demenzpatienten. Hierzu soll untersucht werden, wie sich computergestütztes Training mit der interaktiven Spielekonsole Wii von Nintendo auf eine effektive Sturzprophylaxe bei diesen Patienten auswirkt. Für ältere, kognitiv gesunde Menschen gibt es bereits erste positive Hinweise in diesem Zusammenhang. Das Computerspiel Wii Fit beinhaltet neben einer Reihe sportlicher und geselliger Aktivitätsübungen auch unterhaltsame Balancespiele. Im positiven Fall ließe sich das Trainingsprogramm unkompliziert zuhause ebenso wie in der Tagespflege und im Pflegeheim einsetzen.
"Mit einem solchen Training könnte neben der Sturzprophylaxe gleichzeitig auch das Aktivitätsniveau und die Stimmungslage der Demenzpatienten angehoben sowie der kommunikative Austausch gefördert werden. Dies genau wollen wir untersuchen. Um dieses und zukünftige Projekte wissenschaftlich fundiert zu planen und durchzuführen, wird gegenwärtig ein wissenschaftlicher Beirat berufen. Dieser soll sich aus ausgewiesenen Demenzexperten, betroffenen Angehörigen und professionellen Pflegenden zusammensetzen. Dessen Aufgabe wird es sein, zukünftig beantragte Projekte bezüglich ihrer Machbarkeit und Umsetzbarkeit sowie ihres innovativen Potenzials zu bewerten. Auch sind ein eigener Internetauftritt sowie ein halbjährlich erscheinender Newsletter in Vorbereitung", beschreibt PD Dr. Andreas Fellgiebel, der 1. Vorsitzender des Vereins, die nächsten Schritte.
Zum Verein
Der Verein Förderung Versorgungsforschung Demenz in Rheinland-Pfalz e.V. (FörDem) wurde im Mai 2009 gegründet. Die Vision und die Ziele des Vereins beschreibt PD Dr. Andreas Fellgiebel, 1. Vorsitzende, mit den Worten: "Gute Behandlungskonzepte für Demenzkranke und ihre Familien gibt es bereits, sie müssen 'nur' den Betroffenen breitflächig zugänglich gemacht werden und vielfach ihre Praktikabilität und Wirksamkeit unter normalen Alltagsbedingungen unter Beweis stellen. Dieses zu unterstützen, ist die zentrale Zielsetzung des Vereins."
Gründungsmitglieder des Vereins sind PD Dr. Andreas Fellgiebel, Leitender Oberarzt und Leiter der Gedächtnisambulanz der Universitätsmedizin Mainz, Ute Halman, Vorsitzende der Alzheimer-Initiative Rheinland-Pfalz e.V., Eike Jarzina, Leitender Ministerialrat a.D., Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, RLP, Dipl.-Psych. Dr. Armin Scheurich, leitender Psychologe der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Universitätsmedizin Mainz), Nina Laux, Gerontologin, Peter Ernst, pflegender Angehöriger und Benno Schanz, Pflegedienstleiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.
Um seine Aktivitäten landesweit wirksam ausweiten zu können, benötigt FörDem sowohl Spenden als auch weitere zahlende und aktive Mitglieder.