Gewicht halten: Studie sucht Erfolgsrezept

Universitätsmedizin Mainz eines von sieben Rekrutierungszentren bundesweit

05.10.2009

Jeder fünfte Deutsche leidet heute an krankhaftem Übergewicht (Adipositas) mit weitreichenden sozialen und medizinischen Folgen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Kompetenznetz Adipositas startet jetzt die wissenschaftliche Studie "Gewicht halten". Ziel dieser im deutschsprachigen Raum bislang einmaligen Studie ist es, mehr über die psychosozialen Mechanismen herauszufinden, die mit einem erfolgreichen Gewichtserhalt bzw. einer erneuten Gewichtszunahme verbunden sind. Die Ergebnisse sollen im neu gegründeten Deutschen Gewichtskontrollregister gesammelt werden und die Grundlage für die Entwicklung wirksamer Therapieprogramme sein, die zur Vermeidung einer erneuten Gewichtszunahme beitragen. Für diese werden bundesweit Personen als Probanden gesucht, die eine Gewichtsreduktion von mindestens zehn Prozent über mindestens ein Jahr halten konnten.

Eine erfolgreiche Gewichtsreduktion ist nicht leicht. Die Frage, wie das verlorene Gewicht langfristig gehalten werden kann, stellt eine noch größere Herausforderung im Umgang mit Übergewicht und Adipositas dar. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Gewichtreduktionsprogrammen nehmen nach Therapieende das verlorene Köpergewicht wieder zu. Oft sorgt der gefürchtete Jo-Jo-Effekt dafür, dass Betroffene in kürzester Zeit sogar mehr wiegen als vor Beginn ihrer Therapie. Es gibt jedoch auch Patienten, die nach einer Diät ihr Gewicht erfolgreich halten. "Leider wissen wir bislang nur wenig darüber, welche psychosozialen Einflussfaktoren die Gewichtsstabilisierung oder auch erneute Gewichtszunahme beeinflussen", erläutert Prof. Dr. Manfred E. Beutel, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Mitglied im Kompetenznetzwerk Adipositas. "Ein verbessertes Verständnis dieser Faktoren wäre jedoch insbesondere auch im Hinblick auf die zum Teil schwerwiegenden Folgen von Übergewicht - wie Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und Störungen im Blutzuckerstoffwechsel - von entscheidender Bedeutung und könnte insbesondere zur Eindämmung der auf uns zu rollenden Lawine an Diabetes Mellitus Typ 2 Erkrankungen beitragen", ergänzt Prof. Dr. Matthias M. Weber, Leiter des Schwerpunkts Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz.
 
Ziel der Studie "Gewicht halten" ist es deshalb, die Einflussfaktoren für dauerhafte Gewichtsreduktion bzw. erneute Gewichtszunahme zu identifizieren. Die Daten werden im Deutschen Gewichtskontrollregister gesammelt und sollen dazu beitragen, wirksame Strategien zur langfristigen Gewichtsstabilisierung zu entwickeln. An der Studie wirken in Deutschland neben der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (Direktor: Prof. Dr. Manfred E. Beutel) und der Abteilung Endokrinologie der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik (Leiter: Prof. Dr. Matthias M. Weber) der Universitätsmedizin Mainz die Universitäten Bochum, Erlangen, Hamburg, Heidelberg, Marburg und Tübingen mit. Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Martina de Zwaan, Leiterin der Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen.

Die Studie wendet sich an Personen, die eine Gewichtsreduktion von mindestens zehn Prozent über mindestens ein Jahr halten konnten. Dies entspricht der Definition für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion und -stabilisierung. Teilnehmer werden u.a. zum Gewichtsverlauf, zur Auswahl von Nahrungsmitteln, Essverhalten, körperlicher Aktivität, möglichen psychischen Problemen, nach Unterstützung durch das soziale Umfeld sowie Begleiterkrankungen befragt. Im Rahmen jährlicher Nachbefragungen sollen weitere Informationen zum Gewichtsverlauf und Veränderungen im gewichtsbezogenen Verhalten gesammelt werden.

Die Teilnahme an der Studie erfolgt im Internet. Alternativ können Studien-Teilnehmer auch eine Papierversion unter Telefonnummer 09131-8544672 oder per E-Mail anfordern. Für das Ausfüllen der Fragebögen werden etwa 30 Minuten benötigt. Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Universitätsmedizin Mainz (Link zur Homepage)


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Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Manfred E. Beutel
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Langenbeckstr. 1
D 55131 Mainz
Tel +49 6131 17-7348
Fax +49 6131 17-6688

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