Deutschland in der Welt. Weichenstellung in der Geschichte der Bundesrepublik
Vortragsreihe "Universität im Rathaus" zum Themenschwerpunkt "Deutsche Geschichte von 1955-2009"
27.10.2009 - 09.03.2010
Die Vorlesungsreihe "Universität im Rathaus" behandelt im Wintersemester 2009/2010 grundlegende Etappen der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert im nationalen und internationalen Kontext: von den Weltkriegen über die doppelte Staatsgründung und das Zeitalter der atomaren Bedrohung bis zur Wiedervereinigung, von der europäischen Einigung über internationale Sicherheitsfragen bis zur globalen Finanzkrise. Unter der Überschrift "Deutschland in der Welt. Weichenstellungen in der Geschichte der Bundesrepublik" diskutieren ausgewiesene Experten aus Geschichts-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften zwischen Oktober 2009 und März 2010 entscheidende Ereignisse für die moderne Bundesrepublik Deutschland.Die abschließende Podiumsdiskussion "Deutschland in der Welt – Nationale Interessen und internationale Integration" findet am 9. März 2010 statt. Als Gäste werden erwartet: Bundesminister a.D. Joschka Fischer, Prof. Dr. Otto Depenheuer von der Universität zu Köln und Prof. Dr. Herfried Münkler von der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Moderation übernimmt Prof. Peter Voß, ehemaliger Intendant des SWR und Präsident der Quadriga Hochschule Berlin.
Die Reihe beginnt am 27. Oktober mit dem Vortrag "Westbindung 1955 – Die politische Koordinatenverschiebung" von Professor Dr. Michael Kißener vom Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die "Westbindung" gilt als eine der entscheidenden Weichenstellungen in der Geschichte der frühen Bundesrepublik, die eng mit dem ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer verbunden ist.
Den "Mauerbau 1961 – Zwei Welten in Deutschland" thematisiert Professor Dr. Joachim Scholtyseck vom Institut für Geschichtswissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn in seinem Vortrag am 17. November 2009. Der Stand der aktuellen Forschung wird an diesem Abend ebenso erläutert wie die langfristigen politischen und gesellschaftlichen Folgen, die der Mauerbau für die DDR, aber auch für die Bundesrepublik Deutschland hatte.
Der Vortrag von Professor Dr. Jan Kusber vom Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am 1. Dezember 2009 steht unter der Überschrift "Ostverträge 1970 – Überwindung oder Zementierung der Teilung Europas?". Kusber zeichnet hier die kontroverse Debatte um die Ostverträge nach und ordnet die Ereignisse nach dem Ende des Kommunismus in Europa und der erfolgreichen EU-Osterweiterung ein.
Am 8. Dezember 2009 diskutiert PD Dr. Harald Biermann, Abteilungsdirektor im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, den "NATO-Doppelbeschluss 1979 – Westliche Defensive oder Todesstoß für den Osten?". In diesem Vortrag soll der Frage nach der historischen Bedeutung des NATO-Doppelbeschlusses für den amerikanischen Sieg im Kalten Krieg beantwortet werden.
Professor Dr. Andreas Rödder vom Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz behandelt in seinem Vortrag am 19. Januar 2010 die "Wiedervereinigung 1989/90 – Deutsche Revolution und internationale Ordnung". An diesem Abend wird erörtert, wie es zur "deutschen Revolution" von 1989/90 kam und worin ihre Besonderheiten, ihre historische Bedeutung und Folgen liegen.
Um "Maastricht 1992 – Deutschland und Europa" geht es im Vortrag von Professor Dr. Hans-Peter Schwarz, Mitherausgeber der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, am 26. Januar 2010. Diskutiert wird, wie es zu diesem Vertrag kam sowie seine Folgen für Europa und für Deutschland in der Welt.
In ihrem Vortrag "Einsatz im Kosovo 1999 – Das vereinte Deutschland und die Welt" am 2. Februar 2010 geht Professorin Dr. Helga Haftendorn, emeritierte Professorin für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin, der Frage nach, welche politischen und militärischen Erwartungen internationale Akteure wie die USA an Deutschland stellen. Hat Deutschland heute seinen Platz in der Welt gefunden und ist es bereit, die sich daraus ergebende Verantwortung zu tragen?
"Finanzkrise 2008 – Das Ende der amerikanischen Hegemonie?" fragt Professorin Dr. Beatrice Weder di Mauro von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in ihrem Vortrag am 23. Februar 2009. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Konsequenzen der Finanzkrise, die weltwirtschaftlichen Aussichten sowie die wirtschaftspolitische Herausforderung. Seit 2004 ist Beatrice Weder di Mauro Mitglied des deutschen Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, sog. "Wirtschaftsweise".
Die Reihe"Universität im Rathaus" endet am 9. März 2010 mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Deutschland in der Welt – Nationale Interessen und internationale Integration". Teilnehmer sind Professor Dr. Otto Depenheuer, Professor an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, sowie Professor Dr. Herfried Münkler, Professor für Theorie der Politik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Angefragt ist außerdem Bundesminister a.D. Joschka Fischer.
"Universität im Rathaus" ist ein gemeinsames Projekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Stadt Mainz. Seit über 20 Jahren dient der Universität dieses Forum als Brückenschlag vom Campus in die Stadt. Der Bevölkerung einen Einblick in die vielfältigen Facetten der unterschiedlichsten Disziplinen von 2.800 Wissenschaftlern in mehr als 150 Instituten und Kliniken zu geben, ist das Ziel dieser Veranstaltungsreihe."Universität im Rathaus 2009/10" wird in Kooperation mit der Allgemeinen Zeitung durchgeführt.


