24.11.2009
Der Arbeitsbereich Chinesische Sprache und Kultur im Germersheimer Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz lädt im Wintersemester 2009/2010 zur Vortragsreihe "Faszination Seidenstraße - 3000 Jahre Globalisierung" ein. Im zweiten Vortrag der Reihe am Dienstag, 24. November 2009, betrachtet Dr. Alexander Koch vom Historischen Museum der Pfalz in Speyer "China und den Westen - Fernbeziehungen im eurasischen Kulturraum". Der Vortrag beginnt um 18:30 Uhr im Hörsaal 328, Neubau (1.OG), auf dem Germersheimer Campus.Der Referent ist Direktor des Historischen Museum der Pfalz in Speyer und Professor für Vor- und Frühgeschichte an der Universität Marburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören u. a. die imperialen Grabanlagen in China und die kulturellen Fernbeziehungen im europäisch-asiatischen Kulturraum. Er thematisiert die aus heutiger Perspektive nicht hoch genug einzuschätzende Bedeutung der Seidenstraße für die kulturgeschichtliche Entwicklung Europas und Asiens insbesondere im ersten Jahrtausend n. Chr. Die interdisziplinäre Erforschung dieser Großregion gleicht einer nie enden wollenden Spurensuche. Archäologische Neufunde, die vermehrt in den letzten 20 bis 30 Jahren in Mittel- und Ostasien, insbesondere aber auf dem Gebiet der Volksrepublik China zutage gekommen sind, liefern wertvolle Anhaltspunkte für die weitere internationale Erforschung dieses unvergleichlichen Verkehrswegenetzes, sind wichtige Puzzleteile im Bemühen um ein tieferes Verständnis der damaligen Zusammenhänge und zugleich eindrückliche Zeugnisse weit zurückreichender Vernetzungen.
Das Vortragsprojekt "Faszination Seidenstraße" zielt darauf ab, aus verschiedenen Perspektiven vor allem neuere Erkenntnisse über die Geschichte der sogenannte/n Seidenstraße/n zu präsentieren. So soll ein Gesamtbild zur einzigartigen Rolle dieses transkontinentalen Netzwerks für den geistigen und materiellen Austausch zwischen einer beispiellosen Vielfalt von Völkern und Kulturen, Religionen und Weltanschauungen, Sprachen und Schriften über weite geografische und zeitliche Dimensionen zu entwerfen. Im Zuge der gegenwärtigen Wiederbelebung der Seidenstraße als für Eurasien politisch, wirtschaftlich und kulturell bedeutsame Fernverbindung wird im Rahmen der Reihe auch auf aktuelle Entwicklungen und Tendenzen Bezug genommen.
Die Referenten der Vortragsreihe sind ausgewiesene Experten der Sinologie, Iranistik, Archäologie, Geschichts- und Kulturwissenschaften.
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Iran und China: Die beiden Pole der Seidenstraße bis zum 17. Jahrhundert
Dr. Ralph Kauz, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien
Donnerstag, 14. Januar 2010
Von der Krim bis zum Gelben Fluss: Die Sogder als Kulturträger an den Seidenstraßen
Prof. Dr. Markus Mode, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Donnerstag, 28. Januar 2010
Ende der Welt oder Drehscheibe der Kulturen? Neues zur Archäologie in Xinjiang, VR China
Jeanette Werning M.A., Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
Dienstag, 9. Februar 2010
Weinstraße vor der Seidenstraße? - Weinkulturen zwischen Georgien und China
Prof. Dr. Peter Kupfer, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Germersheim