Stiftertag 2009 mit 50.000 Euro für Projekte in Forschung und Lehre

Stiftungen präsentieren vielfältige Formen stifterischen Engagements

30.11.2009

Von Jahr zu Jahr entschließen sich mehr Menschen in Deutschland dazu, eine Stiftung zu gründen. Gleichzeitig ist privates Engagement von Stifterinnen und Stiftern heute unverzichtbar, um an den Hochschulen Forschung und Lehre auf höchstem Niveau betreiben zu können. Unter dem Motto "Wege in die Zukunft: Wissen stiften" stellen insgesamt acht Stiftungen rund 50.000 Euro für Projekte in Forschung und Lehre an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zur Verfügung und demonstrieren die große Vielfalt an Themen und Formen des Stiftens für die Universität.

"Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung unterstützt die Entwicklungen im Stiftungswesen aktiv", erklärt der Vorsitzende des Vorstands der Universitätsstiftung, Dr. h.c. Klaus Adam, anlässlich des Stiftertags 2009 auf dem Gutenberg-Campus. "Denn Stiftungen dienen an unseren Universitäten als Impulsgeber, Projektträger und Innovationsschmieden. Dabei verlangt Stiftungsarbeit heute innerhalb des gegebenen rechtlichen Rahmens strategische Führung sowie effizientes und effektives Management. Nach diesem Motto arbeitet unser Team seit 2004 mit wachsendem Erfolg."

Spitzenforschung einerseits, Qualifikation intelligenter Köpfe andererseits – mit diesen Kernaufgaben sind die Hochschulen heute der Motor eines wissensbasierten Wirtschafts- und Kulturraums. Die hierzu notwendigen Handlungsfelder können die Universitäten angesichts der engen finanziellen Spielräume allerdings immer weniger besetzen und sind folglich zunehmend auf private Initiativen und Investitionen angewiesen. Daher wurde Ende 2004 unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung gegründet. Diese Dachstiftung eröffnet Privatpersonen sowie Institutionen und Unternehmen viele unbürokratische Möglichkeiten effizienten Stifterengagements. "Stiften erfordert kein großes Vermögen. Auch kleine Stiftungsbeiträge sind in ihrer Summe von großer Wirkung für Bildung und Wissenschaft und fördern damit das Zukunftspotenzial unseres Landes", erklärt Dr. Klaus Adam weiter. "Sollte der Stiftertag daher zur Nachahmung oder zur Unterstützung einer der hier anwesenden Stiftungen anregen, wäre das eine ganz besondere Freude."

Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung ermöglicht Stiftern, ganz konkret und dauerhaft Projekte in Forschung, Lehre, Studium, wissenschaftlicher Weiterbildung und Kunstausübung entsprechend ihrer individuellen Lebensziele und Wünsche zu unterstützen. Als sechstgrößte Hochschule in Deutschland mit über 34.000 Studierenden und 2.800 Wissenschaftlern in mehr als 150 Instituten und Kliniken bietet die JGU ein attraktives Spektrum von unterstützungswürdigen Projekten quer durch alle Fachrichtungen.

Wissen bewahren – Wissen vermitteln – Wissen erzeugen

Neben der Unterstützung von Forschungsprojekten besteht auch die Möglichkeit, mit Investitionen etwa in Stipendien, Graduiertenkollegs oder Auslandaufenthalte den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und junge Talente zu qualifizieren. "Die Zukunft – das sind unsere Studierenden", erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr Georg Krausch. "Um die Welt von morgen mitzuprägen, brauchen sie die besten Studienbedingungen und ein inspirierendes Umfeld. Stiftungen und Fördervereine leisten hier immer wieder entscheidende Beiträge." Unter dem Dach der Universitätsstiftung können die Stifter mit der persönlichen Auswahl ihres Projekts dieses gezielt fördern und den Verlauf aktiv begleiten. Durch engen Kontakt mit den geförderten Wissenschaftlern und Studierenden erhalten die Stifterinnen und Stifter ständig Einblick in die Verwendung des Ertrags ihres Vermögens und können langfristig die Entwicklung und Folgen ihres Tuns verfolgen. Derzeit werden 28 unselbstständige Stiftungen von der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung verwaltet. Das gesamte Stiftungsvermögen beläuft sich dabei auf rund 6 Millionen Euro.

Über die Form der Mitwirkung, also die Beteiligung durch Zustiftungen (kein Mindestbetrag), die Errichtung eines Stiftungsfonds (Mindestbetrag 10.000 Euro) oder die Errichtung einer unselbstständigen Stiftung (Mindestbetrag 25.000 Euro) können die Stifterinnen und Stifter selbst entscheiden. "Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung macht dabei das Stiften leicht und gewährt viele Vorteile", erklärt Götz Scholz, Vorstand der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung. "So begleiten kompetente Berater den Stiftungsvorgang und helfen bei den notwendigen Schritten in Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden. Darüber hinaus übernimmt die Universitätsstiftung die Stiftungsverwaltung und garantiert eine kompetente Vermögensverwaltung."

Beispielhaftes Stifterengagement demonstrieren mit ihrer Preisverleihung im Rahmen des Stiftertags 2009 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz folgende Stiftungen: Alumni-Stiftung, Blanke-Stiftung, Diethelm-Stiftung, Haufen-Stiftung, Hibbeln-Stiftung, Stiftung für jüdische Studien, Kalkhof-Rose-Stiftung und Todt-Stiftung. Im Mittelpunkt steht dabei auch Dr. Sabine Groenewold, die der Johannes Gutenberg-Universität gemeinsam mit ihrem Ehemann drei vollständige Verlagsarchive (Europäische Verlagsanstalt, Rotbuch, Syndicat) spendete, die in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine zentrale Rolle spielen. Zu dem wertvollen Archivmaterial gehört unter anderem ein großer Teil der literarischen Korrespondenz und der Manuskripte der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Das Verlegerehepaar leistete damit einen großzügigen Beitrag zur Gründung des "Mainzer Verlagsarchivs".

 

BILDERGALERIE

Der Kanzler der Johannes Gutenberg-Universität Götz Scholz begrüßte die Gäste zum Stiftertag 2009. (Foto: Peter Thomas) Dr. h.c. Klaus Adam, Vorsitzender des Vorstands der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung, sprach das Grußwort zum Stiftertag 2009. (Foto: Peter Thomas) Die Preisträger erhielten ihre Auszeichnungen: Hier beglückwünschte Stifterin Wiltrud Keitlinghaus (r.) von der Stiftung für jüdische Studien Stipendiatin Anna Theresa Cibis (l). (Foto: Peter Thomas) Stifterin Sibylle Kalkhof-Rose und Dr. Wolfgang Litzenburger, Vorsitzender der Kalkhof-Rose-Stiftung, zeichneten in diesem Jahr drei junge Geisteswissenschaftlerinnen aus. (Foto: Peter Thomas) Im Publikum: Anna Maria Karl (1. Reihe) für das Autohaus Karl, Almut Diethelm für die Prof. Diethelm-Gedächtnis-Stiftung (2. Reihe) und Wiltrud Keitlinghaus (3. Reihe) für die Stiftung für Jüdische Studien. (Foto: Peter Thomas) Prof. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität, dankte den Stifterinnen und Stiftern im Namen der gesamten Universität. (Foto: Peter Thomas) Flötistin Marija Spasic ist ebenfalls Stipendiatin der Sibylle Kalkhof-Rose-Stiftung. (Foto: Peter Thomas) Prof. Elisabeth Gateff, Förderin der Grünen Schule des Botanischen Gartens, und Ferdinand Scherf vom Verein der Freunde der Universität Mainz e.V. im Gespräch. (Foto: Peter Thomas) Mit der Stiftung ihrer drei vollständigen Verlagsarchive leistete Dr. Sabine Groenewold einen großzügigen Beitrag zur Gründung des Mainzer Verlagsarchivs. (Foto: Peter Thomas) Nach der Veranstaltung blieb Zeit für Gespräche zwischen Stiftern und Förderern der Universität Mainz. (Foto: Peter Thomas) Mary Rose Montemayor-Hielscher, Preisträgerin der Kalkhof-Rose-Stiftung, dankte den Stifterinnen und Stiftern im Namen aller Preisträgerinnen und Preisträger. (Foto: Peter Thomas) Die Preisträgerinnen und Preisträger mit den Stifterinnen und Stiftern, dem Vorsitzenden der Universitätsstiftung Dr. h.c. Klaus Adam (2.v.r.) und Universitätspräsident Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch (l.). (Foto: Peter Thomas)